Logistik im Handel: Als Area Manager bei Amazon

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Operations Managerin Annabel Hottinger (zweite von rechts) legt großen Wert darauf, die meiste Arbeitszeit direkt mit ihrem Team zu verbringen.

Operations Managerin Annabel Hottinger von Amazon im exklusiven Interview

Disziplinarische Verantwortung, reibungslose Arbeitsabläufe und beherzte Entscheidungen – Area Manager sorgen dafür, dass Kunden ihre Online-Bestellungen schnellstmöglich und zuverlässig in ihrem Briefkasten vorfinden können. Operations Managerin Annabel Hottinger von Amazon erzählt von Verantwortung, Karriereoptionen und Gehältern bei dem Online-Versandhändler.

Frau Hottinger, wie sind Sie zu Amazon gekommen?
Ich wusste schon als Teenager, dass ich einmal bei Amazon arbeiten möchte, als ich vor 14 Jahren zum ersten Mal selbst dort bestellt hatte. Per Knopfdruck kaufen und sein Produkt nur wenig später im Briefkasten vorfinden –  das war da­mals noch nicht selbstverständlich. In­teresse am Bereich Logistik habe ich wäh­rend eines Studentenjobs im Wareneingang eines Baumarkts entwickelt.

Beruflich bin ich mit Amazon dann erstmals auf einer Messe in Stuttgart in Kontakt gekommen. Der Messestand hat sich von denen bekannter Banken und Auto­mobilbauer stark abgehoben: Die Mä­dels und Jungs waren alle sehr aktiv und gut gelaunt, da konnte man kaum vor­beigehen, ohne sich zumindest die Job­angebote anzusehen. Nach einem kur­­zen Gespräch mit einer Recruiterin ha­­­­be ich dann beschlossen, mich als Nach­­wuchsführungskraft zu bewerben. Nach ein paar Tagen hatte ich ein Telefoninterview, kurz darauf Face-to-Face-Interviews am Standort Bad Hersfeld. Dort habe ich auch eine Führung durch das Logistikzentrum bekommen. Nach kur­zer Zeit kam die Zusage von Amazon.

Was genau machen Sie als Area Manager bei Amazon? Wie vielfältig sind Ihre Aufgaben?
Ein Area Manager ist bei Amazon innerhalb eines bestimmten Bereiches für verschiedene Aufgaben zuständig, zum Beispiel für den Warenausgang und die Mitarbeiterteams. Er betreut die Versandmitarbeiter in den Logistikzentren fachlich und disziplinarisch. Das umfasst Mitarbeitergespräche, Entwicklungsgespräche, Urlaubsplanung und sonstige personelle Themen. Aber auch die Koordination und Sicherstellung eines reibungslosen Arbeitsablaufs gehören dazu.

Mir gefällt, dass täglich neue Herausforderungen auf mich zukommen. Um hier mithalten zu können, muss man Freude am Problemlösen haben und manchmal mutig sein, um auch ohne ausreichende Daten eine Entscheidung treffen zu können. Fehler passieren – das Wichtige da­bei ist, dass man aus ihnen lernt. Die Feh­­­lerkultur von Amazon ist sehr offen. Wir haben zum Beispiel das „Fire Phone“ auf den Markt gebracht, es hat je­doch nicht so eingeschlagen, wie wir uns das bei Amazon erhofft haben. Also ha­ben wir es wieder vom Markt genommen. Das zeigt meiner Meinung nach ganz gut, wie wir mit „Fehlern“ umgehen: Wir beseitigen sie, lassen uns nicht ent­mutigen und ziehen weiter zur nächs­ten Innovation. Man hat also ständig neue Herausforderungen und wächst täg­­lich an ihnen – persönlich wie fachlich. Mit eintönigen Aufgabengebieten wäre das nicht möglich.

Area Manager tragen dann also auch große Personalverantwortung, richtig?
Ja! Im Durchschnitt ist ein Area Manager bei Amazon nach vier bis sechs Monaten für zirka 80 bis 120 Mitarbeiter verantwortlich. Im Weihnachtsgeschäft kann es in Ausnahmefällen auf 150 Mitarbeiter ansteigen. Das hängt aber auch immer vom Einzelnen ab, wie viel er oder sie sich zutraut.

Wieviel haben Sie über den Tag hinweg direkt mit Ihren Mitarbeitern zu tun? Oder verbringen Sie viel Zeit alleine im Büro am Rechner?
Im Allgemeinen würde ich sagen, dass man als Area Manager zu 70 Prozent mit Mitarbeitern arbeitet und 30 Prozent seiner Zeit im Büro verbringt. Allerdings ist das abhängig davon, ob man derzeit ein großes Projekt betreut, denn dann kann der Anteil am Schreibtisch zunehmen. Der Anspruch an sich selbst sollte meines Erachtens allerdings immer sein, die meiste Zeit mit seinem Team zu verbringen. Mein Arbeitsplatz als Area Manager in der Abteilung Pack war direkt bei meinen Teamleitern, welche wiederum zentral an den Packlinien saßen. Wenn ich eine Aufgabe hatte, für die Ruhe und Konzentration nötig waren, habe ich mir einen Meetingraum geblockt.

“Wir Amazonier sagen immer: ‘Still day one’ – kein Arbeitstag gleicht dem anderen.”

Amazon wird in Medienberichten mitunter als fordernder Arbeitgeber dargestellt. Ist das ein ungerechtfertigtes Vorurteil?
Ganz klar: Amazon ist ein guter Arbeitgeber. Es gibt hier zahlreiche Chancen für alle Mitarbeiter. Bei uns stehen Entwicklung, Wachstum und Innovation im Mittelpunkt. Wir sagen immer: Jeder Tag ist Tag eins. Das ist eine Herausforderung. Zu dem Vorurteil, dass Druck auf Arbeitnehmer ausgeübt wird, muss ich sagen: definitiv nicht – auch nicht im Vergleich zu den Unternehmen, bei denen ich während meines Studiums gearbeitet habe. Ich kann sagen: Ich blühe hier richtig auf.

Was genau macht denn den Reiz Ihrer Arbeit aus?
Amazon ist für mich eines der kundenorientiertesten Unternehmen der Welt. Ich kann mich deshalb gut mit Amazon iden­tifizieren – ich bin selbst ein sehr fordernder Kunde und extrem konsequent, wenn ich mich nicht gut oder sogar ungerecht behandelt fühle. Amazon geht sehr stark auf seine Kunden, deren Wünsche und Anliegen ein und genau das erwarte ich auch selbst als Kunde von einem Unternehmen. Amazons Wer­te und Philosophie passen dahingehend also sehr gut zu mir.

Aber auch die Geschwindigkeit bei Amazon, mein junges dynamisches Team, die Möglichkeit, Dinge zu verändern und immer nach dem höchsten Standard zu streben, zeigen mir: Ein Job ist nicht nur dazu da, finanziell ein gutes Leben zu führen, sondern auch persönlich an ihm zu wachsen. Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit und meine Kollegen sind für mich mittlerweile eine Er­satzfamilie geworden. Ich bin extra für die Arbeitsstelle ins ländliche Bad Hersfeld gezogen, 480 km weit weg von meiner Heimat. Das ist manchmal hart, weil ich gerne bei großen familiären Lebensereignissen dabei wäre. Viele Kollegen sind jedoch in der gleichen Situation, deshalb lernt man bei Amazon schnell viele interessante Menschen kennen und baut ein neues Netzwerk auf. Auch wenn ich manchmal Heimweh habe, ist es notwendig, im Leben flexibel zu sein.

Ist Ihr Gehalt bei Amazon auch dementsprechend gut?
Ja. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Verdienst. Ich hatte nach meinem Ba­chelorabschluss noch Kontakt zu meinen Kommilitonen und durch sie einen direkten Vergleich zu anderen Arbeitgebern. Deshalb weiß ich, dass ich im Branchenvergleich im oberen Drittel bin und vor allem die Work-Life-Balance stimmt. Das ist mir genauso wichtig wie ein guter Verdienst. Ich brauche ja auch Zeit, das verdiente Geld auszugeben.

Wie international arbeiten Sie generell bei Amazon?
Unsere Firmensprache ist Englisch. Wir arbeiten, auch wenn wir in Deutschland sind, in einem amerikanischen Unternehmen. Im Tagesgeschäft und im­­­ Umgang mit den Mitarbeitern sprechen wir haupt­sächlich Deutsch, allerdings haben wir auch viele fremdsprachige Mitarbeiter, die wenig Deutsch können. Für diese schwenken wir bei Bedarf auf Englisch um. Abstimmungscalls finden grundsätzlich auf Englisch statt, da an diesen auch die Vertreter der Logistikzentren aus ganz Europa teilnehmen. Der rege Austausch mit Kollegen im Netzwerk ist wichtig, um innovativ zu bleiben und das Bestmögliche aus den Prozessen herauszuholen.

Area Manager haben bei Amazon vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten

Für wie gut halten Sie insgesamt die Karrieremöglichkeiten bei Amazon?
Gerade im Bereich Logistik sind schnelle berufliche Aufstiege möglich; ein paar meiner ehemaligen Kollegen sind innerhalb von vier Jahren vom Area Manager zum Senior Operations Manager aufgestiegen, das sind nach dem Standortleiter die obersten Führungskräfte. Aber so etwas ist auch abhängig von der Leis­tungsfähigkeit und dem Willen des Einzelnen.

In welchen Bereichen sucht Amazon also besonders weitere Mitarbeiter?
Amazon sucht eigentlich in jedem Bereich Mitarbeiter mit einem Hochschulabschluss, ob nun Bachelor oder Master. Amazon wächst, wir expandieren weltweit. Da ergreift der eine oder andere Kollege die Chance, in Indien, Australien oder in der Slowakei zu arbeiten. Um einige konkrete Beispiele zu nennen: Gesucht wird zum Beispiel in den Bereichen Engineering, Operations, IT, Finance, Supply Chain/ Logistics und Learning.

Bietet Amazon auch besondere Entwicklungs- oder Mentorenprogramme für seine Mitarbeiter?
Ja, einige, von E-Learnings bis zu Face-to-Face-Trainings in unseren Fulfillment Centern. Amazon bietet seinen Neueinsteigern zu Beginn eine Orientation Week in Luxemburg an, während der viele Gastredner aus allen wichtigen Business-Sektoren Vorträge halten und die Amazon-Welt erklären. Hier kann man bereits ein gutes Netzwerk aufbauen. Ich selbst habe immer noch Kontakt zu vielen Kollegen, mit denen ich zeitgleich bei Amazon eingestiegen bin und die mittlerweile auf der ganzen Welt verteilt sitzen.

Generell wird die Mitarbeiter-Entwicklung großgeschrieben. Es gibt an na­he­zu allen Standorten ausgebildete Mentoren, die „on the job“ coachen. Außerdem kann jeder Area Manager über eine Zertifizierung ein „Subject matter ex­pert” (kurz: SME) werden. Dazu gehören fun­diertes Fachwissen im jeweiligen Be­reich und mehrtägige Trainingsessions mit anderen SME’s aus allen Fulfillment Cen­tern. Hat man diese be­standen, nimmt man an wö­chentlichen Calls teil, welche der Abstimmung im Netz­werk und vor allem dem Wissensaus­tausch dienen. Ich persönlich absolvie­re regelmäßig E-Learnings im Bereich Coa­ching.

Sie sind in der Zwischenzeit zum Operations Manager aufgestiegen. Wie lange hat dieser Weg gedauert?
Ich habe als Area Manager im Oktober 2012 im Weihnachtsgeschäft angefangen und mich nach knapp dreieinhalb Jahren dazu entschieden, die nächste Stufe auf meiner Karriereleiter zu erklimmen. Durch die starke Bindung zu meinem damaligen Team hatte ich selbst zunächst noch nicht daran gedacht; ir­gend­wann kam jedoch meine betreuende Operations Managerin auf mich zu und ermutigte mich, über meinen Tellerrand hinauszuschauen. Daraufhin habe ich mich entschieden, mich selbst als Ope­rations Managerin zu bewerben.

Wie unterscheiden sich Ihre jeweiligen Aufgaben?
Der Job des Operations Managers ist stra­­tegischer ausgerichtet als der des Area Managers. Letzterer kümmert sich um eine große Anzahl an Versandmitarbei­tern – da bleibt wenig Zeit, um Analysen und die mittelfristige Planung zu stem­­men. Darum kümmert sich dann der Operations Manager. Er betreut eine ge­­samte Schicht mit ihren unterschiedlichen Bereichen und ist verantwortlich für mehrere Area Manager, Teamleiter und Mitarbeiter. Dazu ge­hört Führungser­fahrung.

Wenn das IT-Equipment oder die Beförderungstechnik unserer Behälter streikt, muss der Area Manager einen kühlen Kopf bewahren.

Durch welche weiteren Fähigkeiten sind Sie zum Operations Manager aufge­stiegen?
Ich denke, ich konnte einerseits mit meinem Fachwissen überzeugen, andererseits mit den Leadership Skills, die ich mir im Laufe der Zeit angeeignet habe. Ich hatte zum Beispiel nie ein Problem damit, auf frem­­­­de Menschen zuzugehen und auch unangenehme Themen anzusprechen. Ich bin außerdem ein sehr struk­turierter Mensch – Un­ord­nung und Chaos mag ich nicht, aber das bleibt im Tagesgeschäft nicht aus und damit muss man umgehen.

Es gibt beispielsweise Tage, an denen die Beförderungstechnik unserer Behälter versagt oder das IT-Equipment streikt. Da gilt es, einen kühlen Kopf zu be­wah­ren, durchzuatmen und das Chaos einzugrenzen. Die Devise lautet: je schneller, desto besser! Denn ein Produktionsausfall bedeutet im schlimmsten Fall Kundenfrustration. Manchmal muss man eine schnelle Entscheidung treffen, ohne zu wissen, ob sie die richtige ist. Den Mut und das Selbstbewusstsein dazu habe ich mir über die Jahre als Area Manager angeeignet, was mir unter anderem bestimmt zum Karriereaufstieg verholfen hat.

Wird man als Amazon-Mitarbeiter häufig von Headhuntern kontaktiert, die einem Jobs in anderen Unternehmen anbieten möchten?
Ja, ich werde jede Woche von Headhuntern aus unterschiedlichen Bereichen angeschrieben. Aber ich lehne jedes Mal dankend ab, denn ich arbeite gerne bei Amazon und bin stolz darauf, Teil dieses Unternehmens zu sein. Wenn ich mich mit meinen Eltern oder Freunden über meinen Job unterhalte, hören alle gespannt zu, denn sie können sich einfach nicht richtig vorstellen, wie wir eine so hohe Qualität in kürzester Lieferzeit managen können.

Was wären bei Amazon die nächsten Karriereschritte für Sie?
Als nächstes würde der Schritt zum Sen­i­or Operations Manager anstehen. Nach dem Senior Operations Manager folgt bereits der General Manager (also der Site Leader eines Fulfillment Centers).

Haben wir etwas vergessen zu fragen, das Sie noch gerne über Amazon und Ihren Job erzählen möchten?
Wenn man nach dem Bachelorabschluss direkt die Möglichkeit bekommt, Führungserfahrung zu sammeln und innerhalb kürzester Zeit die Karriereleiter zu erklimmen, sollte man nicht lange zö­gern und es bei Amazon einfach versuchen. Wir sind offen für unterschiedliche Talente und freuen uns über jeden neuen Kollegen in unserer riesigen Amazon-Familie.


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Annabel Hottinger (28) arbeitet seit fünf Jahren bei Amazon und ist mittlerweile Operations Manager. Ihr Studium in Dienstleistungsmanagement – Service und Logistik an der DHBW Stuttgart hat sie 2012 mit dem Bachelor abgeschlossen. Bei Amazon stieg sie direkt im Anschluss als Area Manager ein.

Mehr Informationen auf Amazons Karriereseite.

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