Online Start-ups: Kreative Köpfe verkaufen online!

Diese Neu-Unternehmen mischen den E-Commerce auf

Hier dreht sich Vieles um das Thema „Handel”. Den Auftakt machen drei online Start-ups, die neue Potenziale im digitalen Handel identifiziert haben. Aber wie findet man eigentlich seine Nische im E-Commerce und wie macht man die eigene Handelsplattform bekannt? Drei spannende Gründerteams geben Auskunft – und inspirieren vielleicht sogar den einen oder anderen Leser, sich selbst kreative Gründerideen zu machen.

Lizza: die Low Carb-Pizza

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Die Lizza-Gründer Kramer und Schlegel vor ihrem Food-Truck „Lenni”. Matthias Kramer, Diplominformatiker und Ex-Poker-Profi, und Marc Schlegel, studierter Betriebswirtschaftler mit großem Flair für Grafik und Design, lieben gutes Essen und glauben, dass lecker auch gesund geht. Sie gründeten Lizza und verkaufen heute einen Teig, der glutenfrei, low-carb, vegan und ohne Zusatzstoffe ist. Das Unternehmen hat mittlerweile 40 Mitarbeiter und wächst weiter.

Eure Geschäftsidee ist Low-Carb-Pizza. Was macht sie ideal für E-Commerce?
Es gibt zwei große Bereiche, die wir bedienen: online mit unserem Web-Shop und offline mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Im Online-Bereich verkaufen wir außerdem auch über Amazon. E-Commerce lohnt sich aus uns­erer Sicht, weil wir hier sehr eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten können und di­­rektes Feedback erhalten. Außerdem können wir so noch viel ausprobieren, die Ergebnisse sind gut messbar beziehungsweise skalierbar. Es werden generell sicher immer mehr „customized Angebote” in den Markt drängen.

Welche bisher ungenutzten Chancen seht ihr für online Start-ups gegenüber dem stationären Handel?
Es ist spannend, Produkte bereits im Ent­wicklungsstadium zu testen – wir ha­ben mittlerweile hunderte kostenfreie Probepakete an treue Kunden verschickt, um zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Das ist im traditionellen Handel so kaum möglich. Meinungsumfragen, Userverhalten beobachten und Tests sind ohne Zwischenhändler am einfachsten und effektivsten umzusetzen. Außerdem können wir uns gezielt über Produktbundles, Kaufmengen, Kauf­häufigkeiten und Preisschwellen informieren und sie tes­ten. Wir geben unseren Verkaufskanal nicht aus der Hand und erhalten so das unverfälschte Feedback. Zu­dem er­möglicht der E-Commerce eine sehr schnelle Reaktion auf Er­eignisse, im sta­tionären Handel sind immer einige Wochen Vorlaufzeit nötig. Kurzum: Wir freu­en uns, durch den Einzelhandel die Massen zu erreichen und die Lebensmittelland­schaft mit unseren Produkten zu bereichern. Wir be­halten auch weiterhin uns­eren eigenen Kanal bei, um uns ein wenig zu diversifizieren und auszuprobieren.

Für viele mögliche Gründer ist natürlich auch immer die Frage interessant, wie ihr euer Unternehmen zu Beginn finanziert habt?
Wir hatten die ersten Monate mit mehreren 10.000 Euro aus unseren Ersparnissen finanziert, bis dann der erste private Kredit folgte. Der große Sprung kam aber durch unsere Teilnahme an der Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Cars­ten Maschmeyer und Frank Thelen inves­tierten gemeinsam 150.000 Euro in unsere Idee einer Low-Carb-Pizza. Abgesehen davon haben wir schon sehr früh Umsätze generiert, sodass wir auch ohne weitere externe Mittel sehr gut wachsen konn­ten.

Welche neuen Trends werden im E-Commerce in Zukunft ei­ne Rolle spielen?
Es wird weiter um optimale User Experience und Customized Angebote gehen. Deshalb spielt gu­tes Online Marketing eine entscheidende Rolle. Die Kunden wollen wissen, wer hinter dem Produkt steht – sehr viele lesen unsere Ge­schichte auf der Website, scrollen durch Instagram und Facebook und kaufen erst dann, wenn wir sie auch von uns als Unternehmen überzeugt haben.


… Trend erkannt & Chance ergriffen: online Kekse konfigurieren

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Dank Gregor Stapper, Bäckereimeister und Konditor mit eigener Bäckerei, kann man im Internet mit nur wenigen Klicks seine eigenen Kekse kreieren. Nachdem er zwei Jahre auf der Walz die halbe Welt umrundet hat, zurück in seiner brilonischen Heimat mischte er sich unter die online Start-ups und startete den „Keks-Kreator„.

Was sind deine Online Marketing-Tricks, durch die du trotz wenig Budget sehr schnell sehr bekannt geworden bist?
Ich setze vor allem auf soziale Netzwerke, vorrangig Facebook und Instagram. Mein Vor­­gehen ist bis heute Start-up pur: Ich arbeite noch immer mit sehr kleinem Budget, weil das für mich bisher super funktioniert. Ich profitiere bei mei­n­en individualisierten Keksen aber auch von einem gewissen Schneeballeffekt; die Kekse be­­stellen viele als Ge­schenk und geben sie weiter, aus einem Kunden werden so schnell zehn und dann 100. Außerdem lege ich jeder Bestellung einen extra „Dan­ke”-Keks bei – das freut meine Kunden und hinterlässt ein gutes Gefühl!

Welche aktuellen Entwicklungen und Tendenzen prägst du mit deinem Start-up mit?
Die Digitalisierung des Handwerks ist die Ker­be, in die ich mit dem Keks-Kreator schlage. Ein alltägliches Produkt, das (fast) je­der mag, das leicht und wirt­schaftlich her­zustellen und individualisierbar ist. Es freut mich, damit mitbestimmen zu können, in welche Richtung sich das traditionelle Hand­werk entwickelt.

Was bereitet dir derzeit Magenschmerzen im Bereich E-Commerce?
Als Sorgenkind sehe ich die Sicherheit im Online-Bereich: gestohlene Adressen oder Paypal-Daten, Hacking-Angriffe auf den On­line-Shop; Cyberkriminalität ist ein Thema, das leider gemeinsam mit dem E-Commerce-Sektor wachsen wird und dem die Bran­che deshalb künftig gezielt  Aufmerksam­keit widmen muss.


Designermöbel für dich und mich: der Online-Marktplatz MöbelFirst

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Christoph Ritschel (Bild) und seine Mitgründer Dennis Franken und Sergey Alifanov machen auf MöbelFirst Marken- und Designermöbel erschwinglich. Sie kümmern sich dabei um Beratung, Pflege, An- und Verkauf von Second Hand- und Ausstellungsstücken.

Welche aktuellen Entwicklungen und Tendenzen prägt ihr mit eurem Start-up mit?
Auf MöbelFirst kaufen Online-Kunden Marken- und Designermöbel vom stationären Fachhandel aus ganz Deutschland. Wir machen den Markt zugänglich für Online-Shopper, da viele Marken nicht im Internet sind. Da­­mit unterstützen wir auch kleine und mittelständische Händler, im In­ter­net Umsätze ohne eigenen Online-Shop zu schreiben. Wir glauben, der stationäre Markt in Verbindung mit digitaler Kundenkommunikation bis hin zum digitalen Abverkauf hat enor­mes Potenzial. Wir ar­beiten also mit dem stationären Handel und nicht gegen ihn. Dass die Verbindung beider Welten wird in Zukunft den erfolgreichen Fachmöbelhän­dler ausmachen, davon sind wir überzeugt. Für die Kunden ist das ein großer Vorteil, da sie auf beide Kompetenzen vertrauen können.

Welche bisher ungenutzten Chancen seht ihr im E-Commerce gegen­über dem stationären Handel?
Die nachhaltige Zusammenarbeit von stationärem und digitalem Know-how. In der Zusammenführung warten viele Herausforderungen: Aufbereitung von Datenmaterial, aber auch die gegenseitige Erwartungshaltung von uns und den Händlern an die Pro­jekte. Erst wenn beide die Zusam­menarbeit auf Augenhöhe verstehen und an einer langfristigen Zu­sam­­menarbeit interessiert sind, kann das ganze Po­ten­zial entfaltet werden. Das ist enorm spannend! Unser Team ist dank­bar dafür, eine konservative Branche grundlegend zu verändern.

Wohin geht denn generell die Reise im E-Commerce?
Produkt und Beratung werden für die Kunden im Mittelpunkt stehen und sind somit auf der Agenda der Entscheider ganz oben. Das klingt zunächst einfach, aber engagierte und wache Leute am Telefon können für ein online Start-up Erfolgsfaktoren sein. Die Aufmerksamkeits­spanne von Kunden ist online nach un­seren Erfahrungen sehr gering. Des­halb gilt wie im stationären Handel: Der erste Ein­druck zählt. Wenn ein Kun­de zum Hörer greift oder schreibt, muss beim Verkäufer der Puls hochgehen. Unser Eindruck ist, dass die Kunden dann bereits im letzten Schritt ihrer Entscheidung sind. Zumindest bei vier- bis fünfstelligen Warenkörben, die wir bei MöbelFirst bedienen.

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