Finanzierung per Kredit: Wann lohnt sich ein Studiendarlehen?

Lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen, um sich das Studium zu finanzieren? © istock.com/david franklin

Lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen, um sich das Studium zu finanzieren? © istock.com/david franklin

Ein Studium ist heute wichtiger denn je. Doch nicht jeder hat das Glück, mit dem Geld der Eltern und den Zahlungen der BAföG-Behörde über die Runden zu kommen. Doch wann lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen, um sich das Studium zu finanzieren?

Studium – immer eine lohnende Investition

Ohne ein abgeschlossenes Studium bleiben in vielen Branchen die Türen für den Berufseinstieg verschlossen. Bereits für Volontariate wollen immer mehr Unternehmen Bachelor- oder Masterarbeiten vorgelegt bekommen. Tatsache ist aber auch, dass ein Studium in keinem Fall günstig ist. Auch ohne horrende Studiengebühren fallen noch immer hohe Kosten in Form von Semesterbeiträgen, Mieten, Versicherungen und vielem mehr an. Leere Studentenkonten sind daher leider immer mehr die Regel. Die Überlegung, einen Kredit für die Finanzierung des Studiums aufzunehmen, ist daher mehr als verständlich.

Vor dem Kredit: alle Optionen abwägen

Glücklicherweise sind viele Studenten zögerlich, wenn es darum geht, sich zu verschulden. Studienkredite sollten stets die letzte Instanz bleiben. Bevor ein Darlehen aufgenommen wird, sollte genau überprüft werden, ob eine finanzielle Unterstützung in Form von BAföG oder einem Stipendium wirklich ausgeschlossen ist. Auch die regelmäßigen Ausgaben sollten gründlich unter die Lupe genommen werden. Oftmals kann an vielen Stellen gespart werden. Wer seine Ansprüche ein wenig senkt, kann es häufig vermeiden, Schulden zu machen. Für ein gemütliches kleines WG-Zimmer, ein warmes Essen in der Mensa und eine Tasse Kaffee sollte es allerdings immer noch reichen. In dieser Betrachtung sollten Kosten für ein Semesterticket, Bücher, einen Laptop und weitere Verwaltungsgebühren unbedingt beachtet werden. Eine kleine, hilfreiche Faustregel: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig, damit das Studium reibungslos fortgesetzt werden kann. Sollte es sich bei dieser Berechnung herausstellen, dass die eigenen Finanzmittel definitiv nicht ausreichen, kann ein Kredit in Betracht gezogen werden.

© istock.com/Jacob Ammentorp Lund

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Welche Kredite sind für Studenten geeignet?

Je nachdem, wie lange und wofür Finanzspritzen benötigt werden, eignen sich zahlreiche Darlehensoptionen. In allen Fällen sollte der Interessent Kredite vergleichen, Angebote verschiedener Banken einholen und sich die Zeit für eine gut durchdachte Entscheidung nehmen. Wer sich dabei unsicher fühlt, kann die eingeholten Angebote jederzeit mit einem Berater des Studierendenwerkes durchgehen.

Die wohl beliebteste Variante sind die KfW-Stundentenkredite. Im Rahmen dessen werden monatlich bis zu 650 Euro ausgezahlt, die auch für Zweitstudiengänge und Weiterbildungen in Anspruch genommen werden können. Eine solch gestückelte Auszahlung ist für Studenten besonders empfehlenswert. Spezielle Studien-Darlehen wie das der KfW haben in der Regel zusätzlich den Vorteil, dass nach der Auszahlung eine Ruhephase von ein bis zwei Jahren folgt, in der noch keine Rückzahlungen geleistet werden müssen. Für Engpässe in den Endphasen eines Studiums bietet sich der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes an, bei dem allerdings keine Sonderzahlungen möglich sind. Wer jeden Monat neu über entscheiden möchte, sollte sich nach Studenten-Bildungsfonds umsehen. Zur Not können aber auch herkömmliche Ratenkredite dabei helfen, das Studium zu finanzieren. In allen Fällen sollte bedacht werden, dass Auslandsaufenthalte oder Semester oftmals nicht mit einem Kredit vereinbar sind. Hierfür lassen sich aber spezielle Angebote finden.

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