„Die kleinen Momente, die Zufriedenheit schaffen …”

Restrukturierungsberatung: So arbeitet man bei Andersch

Welche Alternativen gibt es zu den Big 4 für Absolventen? Dr. Nils Gimpel-Henning ist Senior Consultant bei der Andersch AG und vermutet, dass insbesondere Generalisten bei mittelständischen Gesellschaften besser aufgehoben sein könnten. Der 31-Jährige berichtet, wie aus einer ersten „kalten Dusche” eine erfüllende Aufgabe geworden ist.

Meine erste gedankliche Kontaktaufnahme zu meinem heutigen Arbeitgeber endete mit einem zunächst ernüchternden Dämpfer. Ich hatte nach meiner Promotion recherchiert, welche Stellen mich reizen könnten und war dabei auf Andersch gestoßen. Alles was ich bei meiner Recherche gelesen hatte, hörte sich für mich sehr spannend an und ich war entschlossen, mich zu bewerben und hatte schon so etwas wie eine gewisse Vorfreude entwickelt. Dann kam die „kalte Dusche” eines guten Freundes: „Das ist eine klassische Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, da wirst du als Prüfungsassistent niemals glücklich!”

Nach diesem ersten Dämpfer stellte sich allerdings heraus, dass Andersch keine Prüfungstätigkeiten anbietet, gleichwohl die Wirtschaftsprüfer im Team nötig sind, um fundiert alle Aspekte der Restrukturierungsberatung abzudecken.

Unser Unternehmen wurde 2012 von unserem Namensgeber Tammo Andersch gegründet und zählt heute an die 85 Mitarbeiter. Wenn ich gleich mit der Tür ins Haus fallen darf: Es sind vor allem zwei Dinge, die mich bei Andersch sehr begeistern.

Restrukturierung ist wichtig, um einen breiten Überblick über die Unternehmensführung zu erhalten

Zum einen ist es das Thema Restrukturierung an sich: In keinem anderen Gebiet bekommt man einen so breiten Überblick über die Unternehmensführung wie in diesem Bereich! Wenn ansonsten Unternehmensberatungen zu Rate gezogen werden, geht es in der Regel um Teilbereiche, etwa „wie können wir die digitale Transformation be­werkstelligen?” Eine spannende Fra­ge, sicherlich. Aber eben nur ein Ausschnitt. Als Restrukturierungsberater beschäftigt man sich mit noch so viel mehr: Muss das Geschäftsmodell verändert werden? Wie solide ist das Unternehmen finanziert? Ist die Gesellschafterstruktur zu­kunftsfähig?

Der zweite Grund, mich bei meiner Firma wirklich pudelwohl zu fühlen, ist die Arbeitsatmosphäre, in der wir unsere Ziele verfolgen. Das Miteinander ist sehr locker, ich würde es freundschaftlich nennen. Wo gibt es das sonst, dass man den Gründer und Inhaber Tammo Andersch im Fall der Fälle jederzeit anrufen kann? „Na klar, was soll der auch anderes sagen?” wird sich der eine oder andere Leser jetzt möglicherweise fragen. Aber ich stehe tatsächlich voll hinter meinem Arbeitgeber, sonst würde ich mich auch nicht öffentlich so äußern.

Denn durch Einblicke in andere Unternehmen weiß ich schon, was ich an Andersch habe. Während meines Studiums etwa habe ich ein Praktikum bei einem der Big 4 gemacht. Wer sich stark spezialisieren möchte und wem ein großes internationales Netzwerk besonders wichtig ist, findet dort sicherlich die passende Firma für sich. Derjenige aber, der eher als Generalist beraten möchte, eigene Ideen voranbringen will und sich zudem in einem familiären Umfeld wohler fühlt, ist sicherlich bei uns besser aufgehoben.

Beratern sagt man ja gerne mal nach, überehrgeizig und materialistisch getrieben zu sein. Klar, eine gewisse Zielstrebigkeit gehört im Job dazu. Aber mittlerweile gibt es genügend Job-Möglichkeiten für Absolventen, als dass man nicht auch darauf schauen könnte, was einen im Beruf wirklich zufrieden stellt. Das Problem: Das wissen die wenigsten zum Studienende, mich eingeschlossen. Deshalb ist es in meinen Augen so wichtig, dort be­ruflich einzusteigen, wo man die Chance hat, sich selbst noch zu entdecken. Ich zum Beispiel habe festgestellt, dass ich große Zufriedenheit aus den unspektakulären, kleinen Momenten in der Zusammenarbeit mit den Mandanten ziehe. Natürlich ist auch der gelungene Abschluss eines Projektes immer wieder toll, mindestens ebenso wichtig ist es für mich aber, in den alltäglichen Ge­sprächen mit den Mitarbeitern unserer Mandanten zu merken, dass unsere Meinung gefragt ist und man Hoffnung und Vertrauen in unsere Arbeit setzt.

Organisieren und Planen sind essenzielle Prozessschritte für Restrukturierungsberater.

Natürlich kenne ich auch Stress. Wenn man vier Tage in der Woche unterwegs ist und dabei nicht 9-to-5 arbeitet, muss man am Wochenende durchaus den Akku bei der Familie, mit Freunden oder beim Sport aufladen. Für diejenigen, denen das gut gelingt, bietet Andersch zusätzlich die Möglichkeit, berufsbegleitend etwa einen LLM, MBA oder CFA zu absolvieren oder aber zu promovieren. Ich persönlich habe mir vorgenommen, das Wirtschaftsprüferexamen abzulegen. Unsere zweimal im Jahr stattfindende Andersch Academy sehe ich übrigens als absolutes Weiterbildungs-Highlight an: So werden hier nicht nur eine Fülle relevanter Inhalte durch externe und interne Dozenten vermittelt, zugleich geht es auch darum, als Team eine tolle Woche zu haben; wirklich eine super Sache.

Übrigens arbeitet der Freund, der mir damals die kalte Dusche verpasste, selbst bei Andersch, nachdem ich ihm von meinen Erfahrungen erzählte. Vielleicht gelingt es mir über diesen Bericht ja wieder, Interesse an Andersch zu wecken? Das würde mich freuen.


Restrukturierungsberater stellen Unternehmen neu auf oder ­retten sie sogar. Stichworte für Nils Kimpel-Henning.

 – > Teams bei Andersch

„Zumeist beträgt die Teamgröße zwischen 4 bis 8 Mitarbeiter.”

– > Eigenverantwortung

„Üblicherweise werden die Aufgaben so aufgeteilt, dass jeder sein eigenes Arbeitspaket hat und dies selbstständig vorantreiben kann, etwa die Erstellung der Unternehmensplanung eines Mandanten. Ich persönlich übernehme sehr gerne Verantwortung und versuche Themen möglichst eigenständig voran zu bringen. Bei Andersch ist das auf jeden Fall möglich, da nicht jede Entscheidung immer alle Hierarchiestufen durchlaufen muss.”

– > Der „typische Fall“

„Der Auftakt ist häufig durch eine anstehende (Re-)Finanzierung oder festgestellte deutliche Ertrags- oder Liquiditätsprobleme getrieben. Zwar brummt die Wirtschaft insgesamt, dennoch sind sehr starke Unterschiede im Erfolg der Firmen festzustellen. Finanzierer stellen heute mehr Fragen rund um die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Hier braucht es überzeugende Maßnahmenpläne.”

– > Fachliche Qualifikation

„Ein gutes Verständnis für Bilanz, GuV und Cashflow-Rechnung ist mit Sicherheit sehr hilfreich. Man muss sich in kürzester Zeit in die Situation des Mandanten einarbeiten. Für die operativen und strategischen Themen sollte man einen breiten Baukasten an betriebswirtschaftlichen Werkzeugen und Methoden mitbringen.”

– > Andersch-Stärken

„Eine große Stärke von Andersch besteht darin, sich in unübersichtlichen Situationen immer wieder sehr schnell zurecht zu finden und zu funktionierenden Lösungen zu kommen. Ermöglicht wird dies durch eine gute Kombination aus gesundem Pragmatismus auf der einen Seite und einem hohen Qualitätsanspruch auf der anderen Seite, der nur durch motivierte, leidenschaftliche Mitarbeiter funktioniert. Eine gelungene Stakeholder-Vermittlung gehört mit Sicherheit auch zu unseren Stärken: Andersch ist unabhängig und versucht immer die Interessen von Unternehmen, Finanzierern, Arbeitnehmern und Kunden in Ausgleich zu bringen.”

– > Kreativität

„Kreativität ist nicht nur einmalig bei der Neuausrichtung der Strategie erforderlich, sondern fortlaufend. Für Verbesserungsmaßnahmen im Bereich Produktion, Vertrieb oder Einkauf braucht es Ideen. Oder bei der finanziellen Restrukturierung, wenn es etwa darum geht, einen passenden Mix an jeweils zu leistenden Liquiditätsbeiträgen zu finden, muss immer wieder probiert werden, die einzelnen Bausteine so zusammenzufügen, dass sie zum Ziel führen.”

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