„Wir bewerben uns bei den Kandidaten”

Die Finanz Informatik (FI) entwickelt und betreibt die IT für die Sparkassen-Finanzgruppe mit rund 50 Millionen Sparkassen-Kunden. Um das Unternehmen, das in den kommenden Jahren bis zu 1.400 neue Mitarbeiter – darunter viele Absolventen – einstellen möchte, noch besser kennenzulernen, haben sich der FI-Personalchef Franz Schwarte und zwei aktuelle FI-Trainees, Julia Schroeder und Judith Hamburger, unseren Fragen gestellt (im Bild von links nach rechts).

Nicolai Haase: Für mich, der Ihr Unternehmen schon etwas länger kennt, zählt die FI zu den Hidden Champions sowohl unter den IT-Unternehmen als auch unter den Arbeitgebern. So schön dieser Befund nun ist, sagt er gleichzeitig aber auch, dass sowohl noch zu wenige Sparkassen-Kunden als auch Absolventen von der FI wissen.
Franz Schwarte: Das ist sicherlich richtig. Jeder in Deutschland kennt die Marke „Sparkasse‘“, viele kennen noch die Sparkassen-Finanzgruppe und viel zu Wenige kennen die Finanz Informatik als deren zentralen IT-Dienstleister. Auf Kundenseite ist unser Understatement gewollt, aber auf der Arbeitgeberseite wollen und müssen wir uns bekannter machen. Deshalb hat es für uns im kommenden Jahr eine ganz besondere Priorität, unsere Arbeitgebermarke weiterzuentwickeln und attraktiver zu gestalten, weil wir insbesondere Hochschulabsolventen viel bieten. Das ist schon heute eine ganze Menge. Offenheit und Transparenz nach innen und außen ist daher ein wichtiges Element unserer Arbeitgeberkommunika­tion.

Der Jurist Franz A. Schwarte ist Leiter des Zentralbereichs Personal bei der Finanz Informatik und hat sein Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Münster mit dem 2. Staatsexamen abgeschlossen.

Nicolai Haase: Ein Zeichen für diese Offenheit ist, dass heute zwei junge Kolleginnen mit am Tisch sitzen, die vor vier Wochen ein Traineeprogramm bei der Finanz Informatik begonnen haben und Ihnen als Personalverantwortlichem ebenfalls Fragen stellen.
Franz Schwarte: Als diese Idee von ihnen kam, war ich spontan begeistert, weil dadurch nicht nur Fragen von außen, sondern auch Inneneinsichten diskutiert werden. Die Wahrnehmung eines Arbeitgebers hängt ja maßgeblich davon ab, welche Perspektive man auf ihn hat.

Nicolai Haase: Welchen Nutzen können unsere Leser aus diesen Inneneinsichten ziehen?
Franz Schwarte: Bewerbungsprozesse sind komplex und dann gut, wenn jede Bewerbung auch daraufhin geprüft wird, welche Alternative es für einen Bewerber im Unternehmen geben kann. Ich nenne Ihnen dazu einmal ein Beispiel. Frau Hamburger und Frau Schroeder hatten sich bei uns auf eine Direkteinstellung im Personalbereich beworben. Beide sind hervorragend ausgebildet, aber für die Stellen, auf die sie sich beworben hatten, reichte die Berufserfahrung einfach noch nicht aus. Ich habe beiden das sehr attraktive und umfassende Traineeprogramm der FI mit dem Schwerpunkt „Personal“ empfohlen. Beide kannten dieses Angebot bis dato leider nicht. Daran müssen wir als FI noch arbeiten, das ist mir wirklich ein Anliegen. Im Traineeprogramm lernt man viele Unternehmensbereiche kennen und kann anschließend im Personalbereich – oder natürlich in anderen Fachbereichen – Karriere machen. Beide Lebensläufe verrieten mir: ‚Die sind gut! Die brauchen wir für unser Unternehmen. Lass‘ die bloß nicht ziehen! Schaffe die entsprechenden Stellen dafür!‘

Nicolai Haase: Frau Hamburger und Frau Schroeder, wie haben Sie das empfunden, als Sie selber den Bewerbungsprozess bei der FI durchlaufen haben?
Judith Hamburger: Zunächst einmal empfand ich den Bewerbungsprozess auf allen Ebenen als sehr wertschätzend. Ich hatte eher das Gefühl, dass sich da ein Unternehmen bei mir bewirbt, sich wirklich für meine Interessen und Fähigkeiten interessiert und mir einen Plan für meinen Berufseinstieg präsentiert.
Das hatte ich so nicht erwartet. Und ich kann nach der kurzen Zeit von vier Wochen sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden.

Nicolai Haase: Wie war das bei Ihnen, Frau Schroeder?
Julia Schroeder: Ganz ähnlich, gerade mit der Wertschätzung. Ich war erleichtert, dass man mir ein Traineeprogramm angeboten hat. In meinem Fall war es ähnlich wie bei Judith. Man kann ja nicht Personalmarketing, ein Schwerpunkt unserer Arbeit hier bei der FI, effektiv betreiben, wenn man nicht den Großteil der Fachabteilungen und -kollegen kennt und die Zusammenhänge versteht. Das Traineeprogramm kann mir solch eine umfangreiche Vernetzung in besonderer Weise bieten.

Nicolai Haase: Was sagen Sie dazu Herr Schwarte?
Franz Schwarte: Ganz ehrlich? Wir bewerben uns als Unternehmen bei unseren zukünftigen Mitarbeitern. Wir haben eine Konsolidierungsphase hinter uns, in der wir bis 2008 aus verschiedenen IT-Firmen und Rechenzentren mit zahlreichen Standorten ein zentrales Unternehmen mit drei Standorten geschaffen haben. Diese Phase haben wir hinter uns. Heute haben wir einen großen Bedarf an neuen, gut ausgebildeten Talenten. Wir hören unseren Bewerbern zu. Wir wollen genau wissen, was sie können, was sie interessiert und in welche Richtung sie gehen wollen. Dafür schaffen wir – wenn nötig – sogar die passenden Stellen. Das ist unser Auftrag. Ich möchte Ihre Leser und User dazu ermutigen, genau das zu prüfen – wir geben ein sehr schnelles Feedback auf Bewerbungen.

Ihren BWL-Bachelor absolvierte Julia Schroeder (Bild links) an der Uni Bremen und ihren Master an der Uni Hannover. Judith Hamburger (Bild rechts) hat den Bachelor in Medienkulturwissenschaften an der Uni Köln und den Master in Kommunikationswissenschaft an der Uni Münster absolviert. Beide sind FI-Trainees im Bereich Personalmarketing.

Nicolai Haase: Welche Fragen interessieren Sie denn am meisten, Frau Hamburger und Frau Schroeder?
Judith Hamburger: Dann lege ich mal los (lacht). Die digitale Transformation ist das Megathema in der Branche. Warum ist Ihrer Meinung nach gerade die FI ein Arbeitgeber, der von den digitalen Herausforderungen profitiert?
Franz Schwarte: Als zentraler IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe begleiten wir Partner – in erster Linie Spar­kassen, aber zum Beispiel auch Landesbanken, Bausparkassen und Wertpapierhäuser – auf ihrem Weg des digitalen Wandels. Die Herausforderung durch Digitalisierung, Niedrigzinsen und auch neue Wettbewerber wie FinTechs oder BigTechs sind jedoch enorm. Die Bedeutung der FI als Treiber und strategischer Sparringspartner bei der Digitalisierung und bei Innovationsthemen ist dadurch in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Weil wir bei den wesentlichen strategischen Fragestellungen der Sparkassen-Finanzgruppe immer mit am Tisch sitzen, wird die Nachfrage nach Dienstleistungen der FI deshalb konstant hoch bleiben. Wir sind in vielen Fällen der Enabler, der neue Geschäftsmodelle und zukunftsweisende Services für die Spar­kassen-Finanzgruppe möglich macht, wovon die Endkunden maßgeblich profitieren.

Nicolai Haase: An welchen konkreten Beispielen können Sie zeigen, wie Sie Ihre Kunden bei deren digitalen Herausforderungen unterstützen?
Franz Schwarte: Die digitalen Kanäle werden für die 50 Millionen Sparkassen-Kunden immer wichtiger, egal ob es sich dabei um die Internetfiliale handelt, die derzeit von 25 Millionen Anwendern genutzt wird, oder um die Sparkassen-App, die mit 7 Millionen Anwendern die meistgenutzte und bestbewertete Banking-App ist. Wir entwickeln und betreiben diese Kanäle und bringen unsere Expertise in die Weiterentwicklung zu einer digitalen Finanzplattform ein. Das spiegelt sich dann auch in unserem Auftragsvolumen wider: neben dem IT-Betrieb haben wir auch ein Budget für Neu- und Weiterentwicklungen, das sich in den letzten vier Jahren verdoppelt hat. Damit liegen die Sparkassen in der deutschen Finanzwirtschaft bezüglich ihrer Digitalinvestitionen übrigens ganz weit vorne. Weitere wichtige Themen im Zusammenhang sind natürlich auch Cyber-Security und das Be­treiben von hochmodernen Rechenzentren mit zukunftsweisenden Technologien.

Julia Schroeder: Nachdem wir viel über Technologie gesprochen haben, würde ich jetzt gerne auf Ihre Aufgaben in der Personalentwicklung kommen. Was wird Sie da in den kommenden Jahren besonders beschäftigen?
Franz Schwarte: Der Umgang und die Integration von agilem Arbeiten ist eine der zentralen Aufgabenstellungen.
Wir haben weitere Herausforderungen wie etwa die demografische Entwicklung, denn in den kommenden Jahren werden viele Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Herausforderung, aber auch Chance ist es hier, unsere Kompetenz und Qualität aufrechtzuerhalten und sogar weiterzuentwickeln. Wesentliches Thema ist für uns dabei der Know-how-Transfer: Wir arbeiten sehr stark daran, dass wir solche Stellen überlappend doppelt besetzen, um frühzeitig eine Weitergabe des Know-hows sicherzustellen.

Nicolai Haase:Werden Sie dazu Ihre Re­cruitunganstrengungen intensivieren?
Franz Schwarte: Sicherlich. Denn ganz wesentlich ist für uns, gut ausgebildete, engagierte Absolventen zu gewinnen. Die Chancen und die Entwicklungsmöglichkeiten, die wir bieten, sind riesig: Wir suchen allein in den kommenden fünf Jahren bis zu 1.400 neue Mitarbeiter, Hochschulabsolventen und Trainees sowie fast 500 Auszubildende und dual Studierende.

„Die Dynamik in unserer Branche ist sehr hoch und macht die Aufgaben so reizvoll”

Julia Schroeder: Und was für fachliche Qualifikationen, Skills und Studienabschlüsse interessieren Sie besonders?
Franz Schwarte: Wir haben drei Aspekte, die uns besonders wichtig sind. Das ist zum einen der IT-Background: Klassische Qualifizierungen aus den Bereichen angewandte oder technische Informatik sowie Wirtschaftsinformatik aber auch Themen wie Telekommunikationsinformatik, Computer-Science, Informationswissenschaften, Systemintegration, Mathematik und Physik spielen für uns eine sehr große Rolle. Auch Ingenieure werden von uns gesucht, wenn sie eine IT-Affinität haben.
Ein zweites interessantes Qualifikationsfeld ist der bankfachliche Aspekt: Absolventen aus den Wirtschaftswissen­schaften und auch Juristen – ideal in Kombination mit einer Bankausbildung – sind bei uns willkommen. Das grundsätzliche Interesse an Technologie sollte natürlich auch bei den Nicht-Informatikern vorhanden sein. Der dritte wichtige Aspekt für uns sind die Softskills, die wir uns bei Bewerbern wünschen.

Nicolai Haase: Welche sind Ihnen besonders wichtig?
Franz Schwarte: Wir suchen Charaktere mit einem ausgeprägten, konzeptionellen Denkvermögen verbunden mit der Fähigkeit, Lösungen umzusetzen. Zudem sind uns kommunikative Kompetenzen sehr wichtig, weil wir ein extrem kundenorientiertes Unternehmen sind. Auch Kreativität spielt eine wichtige Rolle für uns, beispielsweise im Marketing oder in der App-Entwicklung.

Judith Hamburger: Welche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten gibt es bei der FI?
Franz Schwarte: Für Hochschulabsolventen bieten wir zum einen die Möglichkeit zum Direkteinstieg und zum anderen natürlich unser Traineeprogramm, das zweimal im Jahr für insgesamt 24 Trainees startet. Alle Trainees haben einen Start- und Ausgangspunkt, der quasi ihre fachliche Heimat darstellt. Von dieser Basis aus wechseln sie immer wieder temporär in andere Fachbereiche und schulen so themenübergreifendes Zusammenarbeiten und unternehmerisches Denken. Im Laufe einer langfristigen Arbeit stehen in der FI zwei Optionen zur Wahl: die Führungs- und die Fachlaufbahn.

Judith Hamburger: Ich würde Ihnen, Herr Schwarte, zum Schluss gerne eine persönliche Frage stellen. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit die größte Freude?
Franz Schwarte: Gerade der Kontakt zu jungen Menschen bereitet mir enorme Freude. Durch ihre mutigen, kreativen Ideen und Ansätze, sich Themen zu nähern, lerne ich selbst immer wieder Neues, was ich als außerordentliches Privileg empfinde.


Bewerbungstipps zu FI

Das Traineeprogramm der Finanz Informatik startet am 01.04. und am 01.10.20 und dauert 15 Monate. Bewerben kann man sich jederzeit über www.f-i.de.

  • Das Credo der FI lautet: „Wir bewerben uns als Unternehmen bei Ihnen und nicht umgekehrt!”
  • Diesem Leitgedanken folgend, darf der Bewerber im Gespräch erstmal alles abklopfen, was ihn interessiert.
  • Nach der Sichtung der Bewerbung und gegenseitigem Interesse folgt ein Telefoninterview mit Führungskraft und Recruiter.
  • Schnelle Entscheidung: Danach steht ein Zweitgespräch vor Ort an (Münster, Frankfurt oder Hannover), um die FI und den Arbeitsplatz kennenzulernen. In diesem Gespräch erhalten überzeugende Bewerber bereits ein verbindliches Angebot.
  • Tipp für das Interview: „Wir achten sehr darauf, dass Sie bei uns so auftreten, wie Sie wirklich sind, heißt, wir suchen denjenigen, der glaubwürdig ist und keine einstudierte Rolle spielt.”

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