„Gute Teams sind immer heterogen”

Praxistipps: Bewerbung und Interview bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wir wollten wissen, wie man den Einstieg bei einer der Big 4-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften meistert und welche Details man bei Bewerbung und Interview beachten sollte. Dazu trafen wir Janine Uklei, die für KPMG Kandidaten unter die Lupe nimmt und deshalb direkt aus der Praxis berichten kann. Wichtig ist ihr, deutlich zu machen, dass die Vielfalt der Persönlichkeiten auch unter den „GameChangern” bei KPMG sehr groß ist.

Liebe Janine, gleich mal „Butter bei die Fische”: Was braucht man als Kandidat, um dich zu überzeugen?
Wichtig sind nicht nur praktische Erfahrungen und gute Noten, sondern vor allem die Persönlichkeit des jeweiligen Kandidaten oder der jeweiligen Kandidatin. Hier achte ich vor allem auf Teamfähigkeit, Authentizität und Ehrlichkeit. Außerdem möchte ich erkennen, worin die persönliche Motivation und das In­teresse für die jeweilige Stelle begründet ist. Und auch die Frage, warum er oder sie sich gerade bei KPMG beworben hat, sollte überzeugend beantwortet werden.

Sind das nicht Eigenschaften, die alle Arbeitgeber suchen?
Berechtigte Frage, deshalb präzisiere ich, worauf wir besonderen Wert legen: Wir sind auf der Suche nach den „GameChangern“, die keine Angst vor Herausforderungen haben, sondern sich diesen stellen und sie lösungsorientiert angehen, die Teamplayer sind und sich stetig weiterentwickeln wollen. Denn in einer Welt, die immer komplexer und schneller wird, kann man den Wandel entweder als Bedrohung wahrnehmen und ihn ablehnen ­– oder ihn als Chance sehen.  GameChanger sehen den Wandel als positive Veränderung. Ohne dieses Mind­set passt man nicht zu KPMG. Dabei ist es im Übrigen nicht so, dass man mit BWL-Studium zu uns kommen muss. Wir setzen zunehmend auf Talente aus dem Bereich Informatik, Mathematik, Physik, Naturwissenschaft und Technik. Wichtig ist die Lust auf unsere Themen und ein Verständnis für Zahlen sowie analytisches Geschick.

Okay, verstanden. Mich würde nun interessieren, wie so ein Bewerbungsprozess vom frischgebackenen Absolventen bis zum KPMG’ler aussieht.
Natürlich achten wir auf gute Noten in relevanten Studienmodulen, aber auch praktische Vorerfahrung in Form von Praktika und Werkstudententätigkeiten sind positiv. Zusätzlich zeigen uns Auslandserfahrungen vor oder während des Studiums, dass der Bewerber anpassungsfähig ist, Herausforderungen sucht und gute Englischkenntnisse besitzt. Außeruniversitäre beziehungsweise soziale Engagements verdeutlichen einem Re­cruiter, dass die Kandidaten auch in der Lage sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen, was bei KPMG eine notwendige Eigenschaft ist.

Was folgt, wenn euch die Eckdaten einer Bewerbung neugierig machen?
In manchen Fällen findet vor dem persönlichen Kennenlernen ein Telefoninterview statt. Normalerweise führen wir diese aber nur durch, wenn der Bewerber oder die Bewerberin zu der Zeit etwa im Ausland ist oder die Anreise sich aus anderen Gründen schwierig gestaltet. Ansonsten ist der nächste Schritt nach der Sichtung der Unterlagen direkt ein persönliches Interview.

Und wer ist bei einem Vorstellungsgespräch mit dabei und mit welchen Fragen darf man im Interview rechnen?
In einem regulären Bewerbungsgespräch ist jemand aus dem HR-Team anwesend und in der Regel sowohl ein Ansprechpartner auf Partnerlevel als auch ein Manager aus dem jeweiligen Fachbereich. In Form eines kleinen Cases werden die fachlichen Kenntnisse abgefragt und zusätzlich stellen wir Fragen zum bisherigen Werdegang, den vorherigen Tätigkeiten und erkundigen uns über das Interesse und die Motivation für die Stelle sowie für KPMG. Die Bewerber sollten zudem mit Fragestellungen zum aktuellen Wirtschaftsgeschehen rechnen und bereit dazu sein, ihre persönlichen Eigenschaften authentisch darzustellen. Es ist also sicherlich kein Fehler, sich vorab zu fragen, wie man sich selbst beschreiben würde.

Da müssen wir jetzt gleich mal einhaken: „Kleine Cases” lassen bei dem einen oder anderen die Alarmglocken schrillen.
Das muss einen nicht beunruhigen. Denn es kommt weniger auf die Richtigkeit der Antwort an, sondern darauf, wie man damit umgeht, wenn man etwas nicht weiß. Versucht man trotzdem, durch strukturiertes Denken eine Lösung für die Frage zu finden? Bleibt man gelassen bei Fragen, bei denen man die Antwort nicht kennt? Die Reaktionen geben uns Hinweise darauf, wie jemand sich später im Mandantenkontakt verhält.

Du hast eingangs gesagt, ihr achtet besonders auf Teamfähigkeit, Authentizität und Ehrlichkeit. Wie genau stellt ihr das in einem Gespräch fest?
Mithilfe von situativen oder biografiebezogenen Fragen, in denen nach konkreten Situationen gefragt wird. Eine könnte zum Beispiel sein: „Hast du bereits einmal Probleme in einem Team gehabt und wie hast du dich dann verhalten?” Oder wir fragen bei „Notenausrutschern“ nach Gründen dafür. Denn es ist auch interessant zu sehen, wie diese erklärt werden. Manche sind selbstkritisch, andere sehen die Schuld bei den Dozenten – dadurch versteht man, wie Kandidaten ticken.

KPMG bietet Einsteigern Möglichkeiten in vielen Bereichen. Gibt es auch „Typen”, die in den einen Bereich besser reinpassen als in einen anderen?
Natürlich gibt es Bereiche, in denen es von Vorteil ist, wenn man eher eine ex­trovertierte Persönlichkeit ist, die auch gerne vor dem Mandanten präsentiert und pitcht. Aber genauso braucht es auch die Personen, die im Background den Pitch vorbereiten und möglicherweise auch gar nicht so gerne im Mittelpunkt stehen. Beides ist okay. Man sollte nur nicht versuchen, eine bestimmte Persönlichkeit zu spielen, um die Chancen zu erhöhen. Dafür gibt es auch gar keinen Grund, denn wenn wir im Interview merken, dass Bewerberinnen und Bewerber von ihrem Naturell her in einen anderen Bereich besser passen würden, sprechen wir mit den verantwortlichen Kollegen und leiten die Bewerbung weiter, sodass im besten Fall dort ein Interview stattfinden kann.

Überzeugt dich bei Bewerbungen für die Beratung eher der selbstbewusste Machertyp oder eher der zurückhaltende Denker?
Tatsächlich sind beide Arten von Persönlichkeiten gefragt, denn auch im Consulting sollten die Teams interdisziplinär und heterogen aufgestellt sein. Dies betrifft ja nicht nur fachliche Fragen, sondern eben auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten. Über allem steht aber immer die Team- und Kommunikationsfähigkeit, ohne die man nicht erfolgreich sein kann.

Wenn dir ein Freund sagen würde: „Ich habe morgen ein Vorstellungsgespräch bei KPMG und ich will gut vorbereitet sein”, welchen Tipp würdest du ihr oder ihm geben?
Setze dich gut mit KPMG sowie mit dem Berufsbild, der Branche und den zugehörigen Aufgaben auseinander – das ist ein ganz wichtiger Tipp. Denn eine gute Vorbereitung signalisiert einem als Re­cruiter, dass der Bewerber die nötige Motivation mitbringt und wirklich für die Stelle brennt. Betreibe also im Vorfeld ruhig gründliches Research. Außerdem rate ich dir, eigene Fragen zu stellen, beispielsweise zu den Möglichkeiten der persönlichen Weiterentwicklung im Unternehmen. Darüber können wir deine Erwartungen mit unseren abgleichen.

Dann zum Abschluss noch ein kleines Plädoyer: Warum sollte man sich unbedingt bei KPMG bewerben?
Auch in Deutschland gehört KPMG zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen und bietet aufgrund einer großen Bandbreite des Kundenportfolios spannende Insights in unterschiedliche Sektoren und Branchen. Gerade für Berufseinsteiger bietet KPMG eine steile Lernkurve und abwechslungsreiche Einblicke, zum Beispiel durch spezielle Rotationsprogramme innerhalb des Unternehmens, in denen die Einsteiger und Einsteigerinnen auch Erfahrungen in anderen Geschäftsbereichen sammeln können.


Du willst mehr erfahren? Weitere Infos zu KPMG findest du hier.


Spannende Aufgaben und Projekte für MINT- und WiWi-Absolventen bei KPMG

Wusstest du schon?

KPMG stellt nicht nur Absolventen aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften ein. Auch motivierte Absolventen und (Young) Professionals mit naturwissenschaftlichem Hintergrund sind sehr gefragt.

In der täglichen Arbeit bei KPMG stellt man sich immer neuen komplexen Fragestellungen, die gelöst werden wollen. Somit ist jeder Tag eine neue Herausforderung. Dabei geht es für Absolventen zum Beispiel mit diesen Themen hoch hinaus:

Big Data: Daten sind wohl die wichtigste Währung unserer Zeit. Dafür braucht KPMG Menschen mit analytischem Verständnis, die Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen, um aus den Datenseen entscheidende Erkenntnisse zu ziehen.

Künstliche Intelligenz: Absolventen arbeiten an Zukunftsstrategien für Kunden ganz unterschiedlicher Branchen und nutzen die Potenziale der digitalen Transformation. Robotics und Machine Learning – die künstliche Intelligenz ist in unserer Arbeitswelt längst angekommen und bereit, die Welt grundlegend zu verändern.

Risikomanagement im Finanzsektor: Kredit-, Zins-, Kursrisiken – all das muss gemanagt werden. Dafür werden Risiken identifiziert und gesteuert. An­schließend entwickeln die Teams smarte Managementkonzepte, damit Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen!

Dies sind nur einige der Anwendungsgebiete, in denen Absolventen bei KPMG einen Beitrag leisten können. Geo-Analytics, Smart City oder Industrie 4.0 – die Themen der Zukunft sind vielfältig.

kpmg.de/karriere

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