„Habt Mut und kämpft euch durch!”

Am 16. Juni 2017 trat das Entsorgungsfondsgesetz in Kraft, mit dem die Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ (KENFO) des Bundes errichtet wurde. Zweck des Fonds ist es, die Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls sicherzustellen, der aus der gewerblichen Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität in Deutschland entstanden ist. Die Stiftung legt die von den Betreibern der Kernkraftwerke in Deutschland eingezahlten rund 24,1 Milliarden Euro an und verwaltet das Portfolio. Der KENFO ist eine Verbrauchsstiftung und die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland. Er wird von einem dreiköpfigen Vorstand geführt. Eines der Mitglieder ist Anja Mikus, mit der wir über den KENFO und Frauen in der Finanzbranche gesprochen haben.

Du leitest mit dem Atomfonds Deutschlands ersten Staatsfonds. Was genau sind deine Aufgaben und wo liegen dabei die größten Herausforderungen?
Wir haben den Kenfo in den vergangenen drei Jahren aufgebaut und können weltweit in alle Anlageklassen investieren. Operativ und personell sind wir wie ein großer institutioneller Investor der Privatwirtschaft aufgestellt mit den Bereichen Asset Allokation, Investment Management, Risikomanagement, Legal, Finance, Controlling et cetera. Gleichzeitig müssen wir unser Geschäft mit den Besonderheiten des öffentlichen Dienstes „unter einen Hut bekommen“. Ich bin insbesondere auch für die Investment- und Nachhaltigkeitsstrategie, deren Umsetzung und für die Anlageergebnisse verantwortlich. Die Hauptherausforderung ist jedoch, in den aktuell schwierigen Finanzmärkten die erforderlichen Renditen zu erwirtschaften. Bislang gelingt uns das recht gut.

“Nie waren die Zeiten für Frauen besser als heute, um in der Finanzindustrie Karriere zu machen”

Du hast dich auch immer sehr dafür engagiert, Frauen dafür zu sensibilisieren, sich mit dem Thema Geldanlage und Investments auseinanderzusetzen. Wie siehst du Frauen generell beim Thema Geld aufgestellt und wo ist da noch Luft nach oben?
Frauen sind immer noch extrem unterrepräsentiert in der Finanzbranche und sollten sich in de­ren Berufsfeldern stärker positionieren, denn sie haben gute Erfolgschancen. Außerdem macht es viel Spaß, sich den vielfältigen Zukunftsthemen wie Klimawandel, Digitalisierung und sonstigen globalen Trends zu stellen, die den Erfolg einer Anlage beeinflussen. Beim KENFO gibt es mit mir nicht nur eine Frau als CEO und CIO, auch die Bereiche Investment Management und Finanzen werden von Frau­en geleitet. Eine gesunde Firmenkultur kann es nur geben, wenn das Ge­schlechterverhältnis einigermaßen ausgeglichen ist. Und gerade Frau­en haben viel Talent, vernetzt zu denken. Das ist besonders bei der Kapitalanlage und in Führungspositionen eine wichtige Voraussetzung.

Welchen Rat hast du an angehende Absolventinnen, die ihren Einstieg in der Finanzindustrie planen?
Jungen Berufseinsteigerinnen rate ich: An einer guten Ausbildung führt kein Weg vorbei, habt Mut und kämpft euch durch, nie waren die Zeiten besser für eine Karriere als Frau in der Finanzindustrie. Der Einstieg verläuft oft nicht immer ganz geradlinig. Deshalb auch bei der Jobsuche offen für Alternativen sein. Wartet im Job nicht, bis euch eine interessantere Position angeboten wird, sondern schaut euch selbst um. Und ganz wichtig: Bildet Netzwerke, wo man Interessen austauschen und bündeln kann. Deswegen engagiere ich mich seit Jahren bei den Fondsfrauen. Vergleichbare Zusammenschlüsse gibt es auch in anderen Branchen.


Mehr zum Thema Diversity und Female Leadership findet ihr hier.


Über den KENFO
Am 16. Juni 2017 trat das Entsorgungsfondsgesetz in Kraft, mit dem die Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ (KENFO) des Bundes errichtet wurde. Am 3. Juli 2017 sind die Betreiber der 25 deutschen Kernkraftwerke ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachgekommen und haben insgesamt 24,1 Mrd. Euro auf die Konten der Stiftung eingezahlt. Zweck des Fonds ist es, die Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls sicherzustellen, der aus der gewerblichen Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität in Deutschland entstanden ist. Die Stiftung legt die von den Betreibern der Kernkraftwerke in Deutschland eingezahlten rund 24,1 Mrd. Euro an und verwaltet das Portfolio. Die Mittel des Fonds dürfen nur zur Erfüllung dieses Zwecks verwendet werden. Die Stiftung erstattet dem Bund die Kosten, die für die sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle bereits entstanden sind und zukünftig noch entstehen werden. Der KENFO ist eine Verbrauchsstiftung und die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland. Er wird von einem dreiköpfigen Vorstand geführt. Er untersteht der Kontrolle des Kuratoriums aus Bundestag und Bundesregierung sowie der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ausgeübt wird. Er hat seinen Sitz in Berlin

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