„Der Titel des Wirtschaftsprüfers ist ein Gütesiegel“

Üblicherweise werden die Rankings der unterschiedlichen Leistungsbereiche der Wirtschaftsprüfer in der anerkannten Fink-Studie von den Big4 dominiert. Einem gallischen Dorf nicht unähnlich trotzt eine Gesellschaft den qualitativen Marktführern nicht nur, sondern sichert sich seit mehreren Jahren die Pole-Position: FTI-Andersch ist erneut als beste Turnaround-Beratung von Professor Dietmar Fink und Bianka Knoblach ausgezeichnet worden.

Grund genug, mit Jahn Fischer (im Bild) zu sprechen, der sich als Senior Consultant bei FTI-Andersch berufsbegleitend auf das Wirtschaftsprüferexamen vorbereitet und erklärt, welcher interessante Karrierepfad sich ­dadurch für ihn als Berater eröffnet.

schwarz-weiß Bild von Jahn Fischer

Jahn Fischer (27) ist seit 2020 bei FTI-Andersch und absolvierte zuvor einen Master in BWL an der WWU Münster.

In der Turnaround-Beratung bist du mit ganz unterschiedlichen Unternehmen und Problemstellungen konfrontiert. Welches sind Kernelemente deiner Arbeit?
Insgesamt ist meine Arbeit als Senior Consultant tatsächlich sehr vielfältig. Die Hauptaufgaben liegen grundsätzlich in der Erstellung und Umsetzung von Turnaround-Programmen und Sanierungskonzepten sowie der Erstellung und Plausibilisierung von integrierten Unternehmensplanungen und kurzfristigen Liquiditätsrechnungen. Darüber hinaus gehören auch forensische Untersuchungen, bei denen beispielsweise in der Vergangenheit getätigte, nicht regelkonforme Zahlungsströme unter die Lupe genommen werden, zu meinen Aufgaben. Aber auch operative Themen werden von uns bearbeitet – so durfte ich zuletzt an einer Post Merger Integration mitarbeiten: Ein mittelständisches Unternehmen wurde von einem großen amerikanischen Konzern erworben und unsere Aufgabe bestand darin, die nötige Expertise bereitzustellen, um den Finanzbereich des Unternehmens in den Konzern zu integrieren.

Für einen Mittelständler dürfte dieser Input ganz wesentlich sein, weil die Expertise in dieser Breite gar nicht vorliegen kann.
Absolut. Das Segment der mittelständischen Unternehmen hat für uns einen hohen Stellenwert. Derzeit etwa betreuen mein Team und ich einen deutschen Kunden, bei dem in den nächsten Monaten die bestehende Finanzierung des Unternehmens auslaufen wird. Wir unterstützen hier den Prozess der Refinanzierung und erstellen einen Independent Business Review (IBR), um die Lage des Unternehmens transparent darzustellen, was wiederum die Grundlage für eine weiterführende Finanzierung ist.

In der aktuellen Fink-Studie ist dein Arbeitgeber erneut zur besten Turnaround-Beratung gekürt worden – noch vor den Big4. Was macht euch so gut?
FTI-Andersch zeichnet sich durch zwei Faktoren aus: Zum einen die Fokussierung auf Turnaround/Restrukturierung und zum anderen das sehr hohe Leistungsniveau der Kolleginnen und Kollegen. Beispielsweise werden bei den Assessment Days, welche durchaus fordernd sind, die neuen Mitarbeiter:innen durch eine sehr gewissenhafte Auswahl handverlesen. Dies führt zu einem derart hohen Leistungsniveau bei FTI-Andersch, welches sich am Ende in dem Spitzenplatz in der Fink-Studie zeigt.


Lust auf ein Praktikum? Hier gehts zu den Stellen.


Du sprichst die Fokussierung als wesentliches Qualitätsmerkmal an. Warum spielt eigentlich das WP-Know-how innerhalb einer spezialisierten Turnaround-Beratung eine so wichtige Rolle?
Bei meiner täglichen Arbeit bin ich ständig mit accountingbezogenen Fragestellungen konfrontiert, um etwa eine finanzwirtschaftliche Analyse eines Unternehmens durchführen zu können. Dabei schaue ich mir unter anderem die Bilanz, den Cashflow sowie die Gewinn- und Verlustrechnung an, um mir ein Bild zu machen. Um die Zahlen des Mandanten in kurzer Zeit detailliert verstehen zu können und einen hohen Mehrwert zu bieten, ist es sehr hilfreich, in der Restrukturierung auch WP-Know-how zu besitzen.

Du selbst hast einen BWL-Master mit Major Accounting absolviert und bereitest dich gerade berufsbegleitend auf dein Wirtschaftsprüferexamen vor.
Ja, und einen kleinen Vorteil habe ich dabei zum Glück (lacht): Meinen Bachelor habe ich an der Uni Ulm absolviert und hatte dabei die Möglichkeit, zusätzliche Klausuren abzulegen, welche ich mir für die Prüfungsgebiete „Angewandte Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre“ sowie „Wirtschaftsrecht“ (gem. § 13b WPO) anrechnen lassen konnte. Dadurch habe ich schon einen wichtigen Schritt abgehakt und nur noch zwei – allerdings sehr anspruchsvolle – Prüfungsgebiete vor mir.
Ebenfalls vorteilhaft ist die Modularisierung, welche bedeutet, dass man nicht mehr alle Prüfungen auf einmal schreiben muss. Mein persönliches Ziel ist es, in 2023 das Modul „Steuerrecht“ abzulegen und im darauffolgenden Herbst 2024 das Modul „Prüfungswesen“. Die Vorbereitung für die Prüfungen werde ich hauptsächlich durch die Teilnahme an Blockkursen vornehmen. Hierfür muss ich aber vor der jeweiligen Prüfung in Freistellung gehen, da sich das Zusammenspiel aus Vorbereitung und Lernen mit dem Berufsalltag insgesamt sehr schwierig gestaltet.

Aber es lohnt sich?
Dass der Titel „Wirtschaftsprüfer“ einem Gütesiegel entspricht, motiviert mich sehr. Es ist sicherlich ein harter Weg, weil die Vorbereitungen auf das Examen enorm intensiv und zeitaufwendig sind. Aber er ist eben auch ein sehr anerkannter Titel, da man sich fachlich enorm weiterbildet. Man sagt ja oft: „Ein frischer WP weiß so viel wie in seinem ganzen Leben nicht mehr“. (lacht)

Wie unterstützt dich dein Arbeitgeber auf diesem Weg?
Bei FTI-Andersch ist die Unterstützung zweigeteilt. Zum einen bekomme ich ein Budget für das Examen, das ich mir frei einteilen kann: Ich kann es entweder für Kurse oder Prüfungsgebühren einsetzen oder es in Freistellung umwandeln. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, einen Teil meines Jahresbonus in Freistellung umzuwandeln, um mich noch intensiver auf das Examen vorzubereiten.
Zum anderen bemüht sich FTI-Andersch, meinen Wünschen auf dem Weg zum WP-Examen zu entsprechen. Ich habe zum Beispiel die Möglichkeit, in der busy season an andere WP-Gesellschaften „verliehen“ zu werden, um in dieser Zeit die notwendige Erfahrung in der Jahres­­ab­schlussprüfung zu sammeln. Das ist etwas ganz Besonderes.


Lust auf einen Werkstudent:innen-Job? Hier gehts weiter.


Und was ändert sich perspektivisch für dich, wenn du Wirtschaftsprüfer bist?
Grundsätzlich werde ich wahrscheinlich erst einmal sehr erleichtert sein, dass ich diesen Weg geschafft habe. (lacht) Dann unterstützt mich der Wirtschaftsprüferabschluss bei der Entwicklung zu einem Projektleiter, der die Gesamtverantwortung für ein Projekt übernimmt und ein Team führen kann. Karriereperspektivisch eröffnet sich mir bei FTI-Andersch der Weg zu weiteren Führungsaufgaben.

Welches sind die „harten Momente“ für dich und was hilft, sich durchzubeißen?
Die harten Momente sind die, bei denen man sich denkt, ob der Wirtschaftsprüferabschluss wirklich notwendig ist oder ob es nicht doch eine Alternative gibt. Aber diese Zweifel sind doch menschlich, oder? Bei mir überwiegt zum Glück die Motivation, Neues zu lernen und mein bestehendes Wissen zu festigen. Und das Wissen, dass ich im Erfolgsfall das angesprochene Gütesiegel tragen darf, durch welches man – wie ich schon des Öfteren gehört habe – von vielen als „König der Bilanz und GuV“ bezeichnet wird.

Wie würdest du deine Work-Life-Balance heute beschreiben?
Eines ist klar: Das Examen ist einfach fordernd, ohne es wäre meine Tagesplanung deutlich entspannter. Dazu kommt, dass sich am Ende der Projekte die eine oder andere Überstunde ansammelt. Umgekehrt ist es aber auch so, dass es lockerere Projektphasen gibt, die das wieder ausgleichen. Jeder, der sich für die Restrukturierungsberatung entscheidet, sollte bedenken, dass es in Projekten nun einmal Deadlines gibt, welche man zusammen im Team einhalten muss.

Interesse weckt? Hier findest du deinen passenden Job bei FTI Andersch. 

Hier gehts weiter zum WP-Absolventenradar.

Share.