Mit Ruby in die Welt

Die 13. Klasse des Gymnasiums brach Ferry Hötzel ab, um stattdessen lieber zwei Apple Stores zu leiten. Mittlerweile ist er passionierter Produktmanager bei Shopify, einer cloudbasierten E-Commerce-Plattform.

Herr Hötzel, Sie sind bereits seit etwa 10 Monaten bei Shopify tätig. Bitte skiz­zieren Sie kurz das Geschäftsmodell.
Shopify ist die führende cloudbasierte Multi Channel Commerce-Plattform. Weltweit nutzen Händler unsere Software, um ihre Onlineshops zu gestalten und einzurichten. Shopify ist eine Out-of-the-Box-Lösung, mit der Shopbetreiber ihre On­line- und Social-Media-Stores, Online-Marktplätze, den stationären Handel so­wie Pop-up-Stores verbinden und koor­dinieren können. Der Händler behält da­bei alles im Blick und muss sich auch im Falle eines unvorhergesehenen Ansturms keine Sorgen machen, denn Shopify bietet ein leistungsfähiges Back­office und eine einheitliche Ansicht auf das gesamte Geschäft.

Onlineshop Gestaltung

Läuft Shopify immer noch auf Ruby on Rails?
Ja, Shopify läuft auf der aktuellsten Version von Ruby on Rails.

Ihre Kunden haben unterschiedliches technisches Know-how. Bieten Sie entsprechend technologisch unterschied­liche Lösungen an?
Das Schöne an Shopify ist, dass man kein IT-Experte oder E-Commerce-Spezialist sein muss. Unsere Plattform ist sehr intuitiv aufgebaut, dabei kommt das Baukas­tenprinzip zum Einsatz: Jeder Shopbesitzer kann sich ein „Theme” aussuchen, also eine Optik für den eigenen Shop. Diese sind modern gestaltet und alle vollkommen für den mobilen Screen optimiert. Auch Produkte können einfach eingestellt werden. Der Prozess ist selbsterklärend, da der Shopbesitzer die vorgegebenen Fenster mit Texten befüllt, Fotos hochlädt und Produkte arrangiert. Möchte man tiefergehende Änderungen an Shopify vornehmen und zum Beispiel das komplette Theme umstellen, dann geht das auch. Bei Shopify kann man jederzeit in den Theme-Code gehen und weitestgehend jede Anpassungen vornehmen, die man möchte. Man startet also einfach und schnell, wird aber nie eingeengt.

Werden Ihre Kunden dazu ermuntert, eigene Innovationsvorschläge einzubringen?
Erfolgreiches Unternehmertum lebt von guten Ideen und Innovationsvorschlägen, die selbstverständlich auch von den Kunden kommen. Wir ermutigen jeden unserer Händler, unbedingt Verbesserungsvorschläge oder Tipps weiterzugeben, damit wir das Produkt noch viel besser gestalten können. Ein gutes Beispiel, ist das Backoffice – es war am Anfang des Jahres nur auf Englisch verfügbar. Heute steht es auf 6 Sprachen als Beta zur Verfügung, darunter auch Deutsch.

Bitte beschreiben Sie die Unternehmenskultur bei Shopify.
Um es direkt auf den Punkt zu bringen, unglaublich positiv. In meiner Karriere habe ich bereits Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Unternehmenskulturen gemacht, aber noch nie habe ich so eine gute wie hier erlebt. Für mich ist es das erste Mal, dass ich in einem Unternehmen arbeite, das über 3.000 Mitarbeiter hat. Es gibt einen starken Zusammenhalt, da jeder das gleiche Ziel verfolgt: „Make Commerce better for every­one”. Dadurch entsteht auch eine un­glaub­liche Hilfsbereitschaft im Unternehmen. Jeder hat wirklich immer Zeit für dich, wenn du zum Beispiel mehr Information brauchst. Bei Shopify kann man ohne Schwierigkeiten jeden Kollegen in­nerhalb des Unternehmens anschreiben, ohne sich Gedanken ma­chen zu müs­­sen, welche Position diese Person hat.

Sehen Sie aktuell einen bestimmten Trend Bereich im E-Commerce?
Ein starker Trend ist nach wie vor das Thema „Multi-Channel”, also der Verkauf auf vielen unterschiedlichen Kanälen. Gerade als Händler ist es wichtig, dort präsent zu sein, wo der Kunde einkauft. Dabei bietet Social Media wichtige Kanäle, um nicht nur nah am Kunden zu kommunizieren und neue Produkte vorzustellen, sondern auch, um direktes Feedback zu erhalten. Eine der jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet ist das Verkaufen direkt über die Instagram-Story-Funktion, was auch mit Shopify seit Mitte September möglich ist. Auf längere Sicht wird Augmented Reality den E-Commerce beherrschen.

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