„Abwechslung, Wachstum und Teamwork”

Das in Frankfurt, Hannover und Münster beheimatete Unternehmen „Finanz Informatik” (FI) hat über 3.800 Mitarbeiter und ist trotz ei­nes starken Wachstumskurses bei angehenden Absolventen noch relativ unbekannt. Wir wollten wissen, was genau der IT-Spezialist macht und haben Ivelina Hristova gefragt, mit welchen Aufgaben sich die Betriebswirtin beschäftigt und warum auch Nicht-ITler den Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe kennen sollten.

Liebe Frau Hristova, bitte stellen Sie sich doch als erstes einmal unseren Lesern vor, damit diese einen Eindruck haben, mit wem sie es zu tun haben.
Gerne. Mein Name ist Ivelina Hristova. Ich habe 2013 mein Studium als Diplom-Kauffrau an der Uni Würzburg abgeschlossen und bin anschließend in die Wirtschaftsprüfung gegangen. Ich habe dann festgestellt, dass ich mich inhaltlich anders orientieren möchte. Auch die per­­manenten Dienstreisen haben mir per­sönlich wenig Freude bereitet. Daraufhin habe ich mich bei meinem jetzigen Arbeitgeber beworben, der Finanz Informatik – einem Arbeitgeber, den ich bis zu meiner Stellenrecherche gar nicht kannte.

Mit diesem Interview können wir ja dazu beitragen, dies zu ändern.
Das wird Ihre Leser freuen (lacht). Denn nicht immer sind die bekanntesten Ar­beitgeber auch die besten.

Dann beschreiben Sie doch bitte, was die Finanz Informatik für ein Unternehmen ist.
Unser Portfolio für Sparkassen und Unternehmen in der Sparkassenfinanzgruppe ist eine Art Rundum-IT-Paket. Das er­streckt sich über die PCs in den Filialen, die Geldautomaten bis hin zur Software, aktuellen Sparkassen-Apps und weiteren Dienstleis­tungen darüber hinaus.

Warum brauchen Sparkassen die FI?
Als FI betreuen wir 385 Sparkassen, die immer wieder vor komplexe IT-Anforderungen gestellt werden. Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten und mög­liche Synergien innerhalb der S-Finanzgruppe voll auszuschöpfen, zum Beispiel mit einem einheitlichen IT-Portfolio,  stehen wir den Sparkassen als IT-Spezialisten im Bereich Banking und Finanzdienstleistungen zur Seite. So können sich die Sparkassen ganz auf ihre Kunden und den Service konzentrieren.

Sie selbst arbeiten im Bereich Meldewesen bei der FI. Der Begriff ist relativ abstrakt. Was darf man sich darunter vorstellen?
Darf ich dazu etwas ausholen?

Natürlich.
Wir hatten ja gerade über die Regulierung gesprochen. Ein Bestandteil davon ist, dass die Banken beispielsweise statistische Daten an die Europäische Zentralbank liefern müssen. Diese Anforderung an das Meldewesen muss jede Bank oder Sparkasse erfüllen, egal wie die Daten bis dato erhoben und strukturiert werden. Das bedeutet, dass die IT-Syteme vor Ort angepasst werden müssen, um den gesetzlichen Vorgaben zu genügen. Die Anforderungen müssen oft sehr kurzfristig umgesetzt werden, was auch eine besondere Herausforderung für uns ist. Aktuell wird etwa zum ersten Mal sogenannte Analytical Credit Datasets, kurz AnaCredit, vollumfänglich erhoben. Für die einzelnen Institute bedeutet dies, quartalsweise alle Firmenkredite ab 25.000 Euro über die Bundesbank an die EZB melden zu müssen.

Möchte man damit ein einheitliches Kreditregister bei der EU haben, um zu sehen, wo Kredite offen sind?
Genau. Denn daraus lassen sich wiederum Risiken prognostizieren. Aber dies ist nicht meine Fragestellung, was die EZB mit den Daten am Ende macht. Meine Aufgabe ist es, daran mitzuarbeiten, aus den Anforderungen von Bundesbank und EZB ein Produkt zu bauen, welches es den Sparkassen ermöglicht, die Bedingungen an die Datenerhebung zu erfüllen.

Was macht die Aufgabe anspruchsvoll?
Es werden plötzlich neue Attribute abgefragt, die für die einzelne Sparkasse bis dato nicht so wichtig gewesen sind. Etwa die Postleitzahl, unter der die einzelne Firma im Handelsregister gemeldet ist. Nun hat die Sparkasse bei ihrer Kreditvergabe bereits Daten erhoben, aber eben nicht diejenigen, die jetzt gefordert sind. Dies bedeutet, dass ich gemeinsam mit der IT-Fachabteilung – also unseren Software-Entwicklern – ein Produkt vertreten muss, das zu einem funktionierenden Meldewesen führt.

Definieren Sie dabei die fachlichen Anforderungen für die IT?
Die fachlichen Anforderungen erstellt zunächst unser Partner Sparkassen Ra­ting und Risikosysteme auf Basis der Rundschreiben, die von der Bundesbank kommen. Meine Kommunikation geht im­mer in zwei Richtungen, in die der IT-Fachabteilung und die des Managements. Denn auch dieses muss informiert sein über die aktuellen Entwicklungen.

Das hört sich nach einer sehr vielfältigen Aufgabe an.
Absolut. Und dies macht auch den Spaß am Job aus, wie ein Intermediär zwischen verschiedenen internen und externen Partner zu fungieren, um in den verschiedenen Schnittstellen zwischen Technik, Anforderungen und Bedürfnissen dafür zu sorgen, dass das Konstrukt funktioniert. Auch wenn ich nicht die Produktverantwortliche im Sinne der konkreten IT-Umsetzung bin, sondern eine Steuerungsfunktion in dem Prozess habe, ist es doch immer wieder schön, wenn wir die Rückmeldung von den Sparkassen bekommen, dass unsere Produkte sich im Einsatz bewähren.

Ist Ihr Job getan, wenn Sie eine erfolgreiche Lösung implementiert haben?
Nein. Dies hat mit der Regulierung der Kreditinstitute zu tun. Im Moment gilt Basel III, ab 2022 wird Basel IV veröffentlicht. Die formalen Vorschriften ändern sich in vielen Bereichen, von den Liquiditäts- über die Eigenkapitalanforderungen bis hin zu den Daten, die gemeldet werden müssen. Dies alles hat das Ziel, die Gefahr für Verwerfungen an den Kapitalmärkten zu reduzieren.

Was an IT-Know-how ist nötig, um als Wirtschaftswissenschaftler bei der Fi­nanz Informatik arbeiten zu können?
Es geht nicht darum, Programmierkenntnisse mitzubringen, sondern um ein grundsätzliches Verständnis davon, wie Finanzinstitute und Software zusammen gehören. Die genauen technischen Spezifikationen werden während der sehr gründlichen Einarbeitung vermittelt. Man bekommt als Einsteiger einen Paten, der einem die Hintergründe, Zusammenhänge und Produkte erklärt. Man wird da wirklich sorgfältig an die Aufgaben herangeführt und nicht ins kalte Wasser geworfen. Und auch nach der Einarbeitung ist die Unternehmenskultur bei der Finanz Informatik sehr darauf ausgerichtet, sich gegenseitig zu un­terstützen.

Worin zeigt sich diese Kultur konkret?
Als Referentin für das beschriebene Aufgabenfeld des Meldewesens habe ich viel mit den anderen Referenten zu tun. Wir haben laufend Schulungen und Seminare und tauschen uns intensiv mit unseren Fachabteilungen aus und unterstützen uns gegenseitig. Dies ist essenziell für unsere Produktmanagement-Abteilung.

Sie sagten im Vorgespräch, dass die Finanz Informatik weitere Referenten wie Sie sucht. Warum sollte man sich bei Ihnen bewerben? Da Sie im Ge­gensatz zu vielen Berufseinsteigern be­­reits praktische Erfahrungen gesammelt haben, können Sie gut beurteilen, was Ihren Arbeitgeber ausmacht.
Es gibt aus meiner Sicht mehrere Gründe, sich bei uns zu bewerben. Erstens sind die Aufgaben spannend und abwechslungsreich und man hat mit mehreren Ansprechpartnern zu tun. Zweitens sind wir in einem absoluten Wachstumsbereich, denn die Regulierungen werden ja zunehmen genauso wie die Digitalisierung. Das bedeutet nicht nur Jobsicherheit, sondern auch Aufstiegschancen. Drittens kümmern sich die Führungskräfte darum, dass wir Freude an der Arbeit haben und Teamwork leben. Das Firmen-iPad, das hauseigene Fitnessstudio, die Kantine und allgemein den Teambuilding-Gedanken weiß ich besonders zu schätzen. Für mich persönlich ist es besser, an einem Standort zu arbeiten, im Vergleich zu der Tätigkeit bei der Wirtschaftsprüfung. Aber das sieht sicher jeder anders.

Zum Abschluss noch ein Thema, das für interessierte Leser besonders wichtig ist. Wie sieht der Bewerbunsgprozess bei der Finanz Informatik aus?
Ich wurde etwa sieben Tage nach dem Verschicken der Unterlagen erstmal zum telefonischen Interview eingeladen.  Nach einstündigem Gespräch über mei­ne bisherige Erfahrung und das Interesse an der Position in der Fachabteilung Produktmanagement/Banksteuerung/Melde­wesen wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Das Vorstellungsgespräch selbst war sehr angenehm. Ich habe mich wie in einem Small Talk und nicht wie in einem typischen Bewerbungsgespräch gefühlt. Inhaltliche Fragen wurden dabei zum Fachgebiet des statistischen Meldewesens gestellt, außerdem auch übergreifende Fragen zur Banksteuerung und der S-Finanzgruppe.

Wie bereitet man sich auf das Vorstellungsgespräch am besten vor?
Man sollte über Neuigkeiten und Trends in seinem Gebiet vorbereitet sein. Von unserem Produkt OSPlus sollte ein Bewerber auch schon gehört haben. Ein Tipp gebe ich hierzu:  Man sollte sich un- bedingt die FI-Seite anschauen, ebenso findet man auf YouTube interessante Filme und Videos über  unsere Produkte!

 


Finanz InformatikInterviewpartnerin Ivelina Hristova (32) ist in Sofia geboren und lebt seit zwölf Jahren in Deutschland. Neben ihrer Arbeit als Referentin bei der Finanz Informatik begeistert sie sich sehr für Fahrradfahren, Englische Literatur und seit kurzem für den Trendsport „Kangoo Jump”.

 

 

Beitragsbild: rawpixel/unsplash

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