„Für mich der perfekte Mix”

Johannes Krames von KPMG erklärt im Interview, warum er in seinem Beruf den perfekten Mix aus „Busy Season” und Abschalten vom Job gefunden hat. Der Informatiker räumt dabei auch mit dem Vorurteil auf,  dass Berater immer einen Anzug tragen würden und kein Privatleben hätten.

Du bist eines der vielumworbenen „Digital Talents“ und ar­bei­test heute bei KPMG. Erzähl uns doch bitte etwas von dir.
Ich bin 27 Jahre alt, habe einen Bachelor in Applied Computer Science sowie einen Master in Computer Science. Für KPMG arbeite ich als Senior Associate im IT-Fokus Team im Bereich Audit. Du wolltest wahrscheinlich solche Fakten von mir haben und nicht, was ich so privat mache?

Doch, durchaus! Wofür interessierst du dich und verbringst am liebsten deine Zeit?
Ich verbringe meine Freizeit am liebsten mit meinen Freunden. Da diese aber zum Teil weiter weg wohnen, treffen wir uns auch schon mal „online“ im Netz. Daneben probiere ich mehr als einmal die Woche zum Sport zu gehen und schaue zum Ausgleich am Abend gerne Fernsehserien. Ganz unspektakulär also.

Okay. Dann lass uns bitte zurückgehen in die Zeit deines Studienendes. Wie unsere Leser heute, bist du damals auch in der Situation gewesen, dich mit dem Berufseinstieg und möglichen Arbeitgebern auseinanderzusetzen. Wie bist du auf KPMG gekommen?
Ich habe damals auf einer Jobmesse an meiner Uni in Bayreuth einen interessanten Vortrag über Cyber Security von einem KPMG-Partner gehört. Es war tatsächlich völlig neu für mich, dass KPMG auch in diesem Feld tätig ist. Bei einem Wirtschafts­prüfer hatte ich vermutet, dass er nur wirtschaftswissenschaftliche Themen bedient. Naja, wieder was dazu gelernt (lacht).

Auf jeden Fall fand ich das Thema des Vortrages und auch die Lebhaftigkeit des Referenten so spannend, dass ich mich direkt danach am KPMG-Stand darüber informiert habe, welche möglichen Positionen es im Unternehmen gibt. Und so nahm alles seinen Lauf, denn direkt nach diesem Gespräch habe ich mich bei KPMG beworben.

Auf der einen Seite ist die Entscheidung für den ersten Ar­beitgeber ja schon eine wichtige, auf der anderen hört sich das bei dir arg zufällig an.
Für mich ist das auch im Nachhinein noch fast etwas surreal, dass ich noch am Morgen des Tages, an dem die Jobmesse stattfand, an alle möglichen Arbeitgeber gedacht habe, aber ganz sicher nicht an einen Wirtschaftsprüfer! Sollten eure Leser wirklich einen Tipp hören wollen: Seid offen dafür, euch überraschen zu lassen.


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Wie lief der Bewerbungsprozess und zu welchem Zeitpunkt wusstest du, dass du unbedingt diese Stelle bei genau diesem Arbeitgeber haben wolltest?
Der Prozess lief erstaunlich schnell; das hatte ich bei einer so großen Firma gar nicht erwartet. Professionell ja, aber schnell? Die Unternehmensgröße war für mich übrigens auch ein Thema. Da ich während des Studiums bei einem kleinen Softwarehaus gearbeitet hatte, wollte ich unbedingt zu einem großen Unternehmen. Die Strukturen und Möglichkeiten sind da einfach an­dere, das merke ich immer wieder: Ob es Feedback, Weiterbildungen oder Entwicklungsmöglichkeiten sind: Man hat bei ei­nem größeren Unternehmen einfach bessere Perspektiven. Zum Beispiel gibt es bei KPMG die Möglichkeit, im Rahmen des Rotationsprogrammes AuditXPERIENCE in andere Abteilungen des Geschäftsbereichs Audit reinzuschnuppern. Auch Auslands­-einsätze können den eigenen Erfahrungsschatz mindestens ge­nauso gut erweitern. Und wenn du dir anschaust, dass KPMG über Netzwerkgesellschaften quasi überall auf der Welt vertreten ist, dann weißt du, wie reizvoll das sein kann.

Durchaus. Aber nach der Chronologie müsste der nächste Schritt der Tag des Berufseinstiegs gewesen sein?
Ja. Nachdem der Arbeitsvertrag unterschrieben und die Masterarbeit abgegeben war, standen als nächstes der Umzug nach Düsseldorf und der Abschied vom Unileben bevor. Um den Über­gang zwischen Studium und Arbeit auch ein wenig zu feiern, habe ich mit meinen Freunden eine kleinen „Road Trip“ über die Schweiz und Italien nach Südfrankreich unternommen. Kann ich übrigens nur jedem empfehlen, vor dem Einstieg noch was Schönes zu erleben und auch die Seele baumeln zu lassen.

Finde ich extrem wichtig und lässt einen auch gestärkt in den Job einsteigen. Wie verliefen denn bei dir die ersten Tage?
An meinem ersten Arbeitstag bei KPMG habe ich den sogenannten „Startertag“ absolviert: Ein entspannter Tag, an dem man begrüßt wird, seine neuen Kollegen kennenlernt und in ein paar Grundlagen als neuer Mitarbeiter eingewiesen wird. Also eher Organisatorisches. Am zweiten Tag wurde ich dann von meinem zuständigen Partner empfangen und habe mein Team getroffen.

Fußballer, die neu in ein Bundesligateam kommen, müssen sich zum Einstieg erstmal auf den Tisch stellen und ein Lied singen. Gab’s sowas bei dir auch?
Nein, Gott sei Dank nicht! Die hätten sich wahrscheinlich bis heute nicht von meinem Vortrag erholt (lacht). Das war einfach ein nettes Kennenlernen, bei dem ich mich sofort integriert gefühlt und Tipps zu unseren Gepflogenheiten bekommen habe. Eine der ersten Sachen, die ich gelernt habe, war, dass wir keine Krawatte im Büro tragen müssen und der Anzug bei reiner Büroarbeit im Schrank hängen bleiben darf.

Welches war eigentlich bisher eigentlich die wichtigste Aufgabe, die du übernommen hast?
Ich habe die IT-Prüfungsleitung bei einem größeren Mandat, das an der US Börse gelistet ist, übernommen.

Neben der “Busy Season” findet man immer noch Zeit zum Abschalten.

Wirtschaftsprüfer haben viel mit Innovationsthemen zu tun. Welche technologischen Entwicklungen empfindest du als besonders spannend?
Besonders fasziniert mich das Thema Cloud Computing, da es uns in der IT-Prüfung vor neue Herausforderungen stellt. Dies in Verbindung mit dem Thema Outsourcing ist ein Trend, den wir zurzeit in der Wirtschaft beobachten. Um Beispiele zu nennen: Es ist nicht mehr unüblich, dass Rechenzentren in einem anderen Land stehen, beziehungsweise die Administration der Datenbank von einem Dritten übernommen wird.

Wie wurdest du als MINT-Absolvent ei­gentlich mit dem notwendigen Busi­ness-Know-how vertraut gemacht?
Am Anfang wurde ich mit einem Kollegen zum Mandanten geschickt, der schon viele Jahre Berufserfahrung hat. Dort habe ich mich zunächst mit klassischen IT-Themen auseinandergesetzt und wurde nach und nach von dem Kollegen in die komplexeren Themen der IT-Prüfung eingeführt; angefangen bei einfachen System- und Schnittstellenprüfungen bis hin zu Kontrollen, die direkt in Geschäftsprozesse eingebunden sind.

Zusätzlich zu dem Training durch den Kollegen habe ich gleich in der ersten Woche noch eine zwei­tägige Schulung erhalten, in der mir die Grundlagen einer Wirtschaftsprüfung erläutert wurden. Da wir als IT-Prüfer die Basis für die Kollegen legen, welche die Geschäftszahlen der Mandanten abstimmen, war diese Schulung natürlich extrem hilfreich, um fachlich an einem Strang ziehen zu können.

Das gängige Klischee zu deiner Branche lautet „Einen besseren Start für eine erfolgreiche Karriere wird man kaum finden, gleichzeitig bleibt das Privatleben auf der Strecke“. Wie sieht die Arbeitsbelastung für dich wirklich aus?
Es gibt im Winterhalbjahr die „Busy Season“ in der Wirtschaftsprüfung: Während dieser Zeit fallen schon mehr Arbeitsstunden an und man hat sicherlich nicht mehr den klassischen 9-to-5-Job. Allerdings werden alle Überstunden, die bei KPMG anfallen, durch Freizeit oder Auszahlung kompensiert! Dadurch habe ich zwar im Winter weniger Zeit, kann im Sommer allerdings viele meiner Freunde besuchen und mehr Urlaub nehmen als an­dere. Das finde ich persönlich genial: Während der Busy Season sitzt man natürlich nicht alleine beim Mandanten und kämpft sich durch, sondern ist mit den Kollegen vor Ort und in regem Austausch. Trotz der Überstunden bin ich gerne da, da es mit den Kollegen echt super passt! Die zusätzlichen freien Tage, die ich da­durch ansammle, die nehme ich wirklich wahr. Für mich ist das der perfekte Mix!

Wofür steht KPMG für dich persönlich?
KPMG ist ganz sicher ein Arbeitgeber, bei dem einem kluge Menschen viel vermitteln können. Darauf würde ich auch als Absolvent immer achten: Je höher qualifiziert die Kollegen sind, umso besser kann man sich selbst weiterentwickeln. Das Miteinander unter den Kollegen ist ein weiterer Punkt, der für mich positiv und wichtig ist. Dass wir uns im Job unterstützen, ist die eine Sache. Dass man sich aber mit den Kollegen auch gerne privat trifft, ist schon etwas Besonderes. Und: KPMG erlaubt es mir, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten.

Wie bekommst du eigentlich Feed­back?
Bei KPMG kann ich ein Feedback zu je­dem meiner Projekte beantragen; in ei­nem Jahr sollten dies mindestens drei Pro­­­­­­jektfeedbacks sein. Dabei werden diese vom zuständigen Projektmanager er­stellt und persönlich mit mir durchgesprochen. Der Extrakt daraus wird dann in einem Entwicklungsgespräch mit dem Vorgesetzten zusammengefasst und ausgewertet. Während des Gespräches werden natürlich auch mögliche Entwicklungs­felder und Weiterbildungsmöglichkeiten mit dem Vorgesetzten durchgesprochen. So werde ich dieses Jahr etwa den sogenannten „Certified Information Systems Auditor” ablegen. Dies ist eine Zertifizierung für IT-Prüfer, die von KPMG sowohl finanziell als auch durch Freistellungen von der Arbeit unterstützt wird.

Und welches sind deine darauf folgenden beruflichen Ziele?
Ich möchte bei KPMG einen MBA ma­chen, um mein Verständnis von den be­triebswirtschaftlichen Prozessen noch weiter zu vertiefen. Dass das klappt, schaut gut aus: Als ich neulich über dieses Thema mit meinem Vorgesetzten ge­sprochen habe, hat er zugesagt, mich bei diesem Ziel zu unterstützen und den Punkt gleich in meinen Entwicklungsplan aufgenommen. Ich freu’ mich drauf!


Unser Interviewpartner Johannes Krames hat 2011 sein Informatikstudium an der Uni Bayreuth begonnen und 2017 mit einem Master abgeschlossen. Er arbeitet seit 2017 im Audit-Bereich von KPMG.

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