Individuelle Karrierewege und miteinander wachsen

Keine Nummer sein, sondern individuelle Karrierewege gestalten – das bietet Mazars jungen Einsteiger:innen, die als Prüfungsassistent:innen beginnen. Dabei ist es nicht das wichtigste, dass im Lebenslauf eine der Stationen bei den Big Four gewesen ist, sondern dass die Menschen in das Unternehmen passen. Lorenz Rogall, Head of Talent Management bei Mazars, erzählt uns im Interview, welche besonderen Reize für ihn divers aufgestellte, gemischte Teams haben.

Herr Rogall, bevor Sie vor einem halben Jahr bei Mazars eingestiegen sind, war eine Ihrer Zwischenstationen bei der EDAG, einem Ingenieursdienstleister. Wie unterscheiden sich die Personalthemen dieser doch sehr unterschiedlichen Branchen?
Neben der Branche wirkt sich auch insbesondere die Organisationsstruktur eines Unternehmens auf die Personalthemen aus. Daran kann man dann Unterschiede feststellen – allerdings kann das auch innerhalb einer Branche passieren. Manche Themen kommen immer wieder vor – und das auch branchenunabhängig.
Daher sollte sich die HR-Strategie immer an der Business-Strategie ausrichten. Diese wird durch das Entwicklungsstadium des jeweiligen Unternehmens, dessen Geschäftsstrategie und die grundsätzliche Marktsituation bestimmt. Damals bei EDAG war das natürlich eine andere Herausforderung, weil die Organisationsstruktur viel dezentraler und das ganze Geschäft ein bisschen anders war. Dennoch gab es Herausforderungen, die ich mir jetzt wieder begegnen.

Wie war die Umstellung? Der Recruiting-Fokus liegt ja auch auf komplett anderen Fachrichtungen.
Man kann natürlich sagen, dass die Bedürfnisse bei EDAG noch ein bisschen heterogener und breiter waren. Wir haben dort vom Blue-Collar-Worker bis zu promovierten Expert:innen für Leichtbau alles gesucht. Da macht eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die fast ausschließlich Akademiker:innen sucht, schon einen sehr großen Unterschied. Aber auch hier haben wir durchaus ein breites Feld an Themen. Aus Recruiting-Sicht ist es ein sehr deutlicher Unterschied, ob ich Prüfer:innen, Unternehmensberater:innen, Rechts- oder Steuerberater:innen suche – auch hier haben wir ein breites Spektrum. Denn auch, wenn das jetzt nur übergeordnete Begrifflichkeiten sind, haben wir aber auf Mandantenseite eine Ausrichtung an Branchen, die abgebildet sein muss. Insgesamt merke ich im Bereich der Prüfungsbranche oder überhaupt der Beratungsbranche, eine ausgeprägtere Heterogenität an Bedürfnissen.

Herausforderungen sind ja oft das, was man im Beruf sucht. Hat Sie das überzeugt bei Mazars einzusteigen oder gab es andere Gründe?
Es gab zwei Hauptgründe, die mich dazu bewogen haben. Einer ist die fachliche Thematik und Herausforderung. Mazars befindet sich derzeit in einer Transformation, weil die Gesellschaft wachsen und sich weiter professionalisieren möchte. Es war reizvoll für mich, diesen Wandel mitzugestalten und den Weg mitzugehen – das war der wichtigste Grund. Der Zweite waren oder sind nach wie vor die Menschen, die man trifft. Job und Mensch müssen ja auch immer vom Wertesystem zueinander passen. Diesen Eindruck habe ich gewonnen und kann nach diesem halben Jahr sagen, dass sich das bislang absolut bestätigt hat und ich mich aktuell sehr wohl hier fühle.

Zwischen Arbeitgeber und Bewerber:innen braucht es also immer eine gewisse Übereinstimmung.
Man muss nicht immer eine hundertprozentige Übereinstimmung haben und eine gewisse Diversität in den Werten und Denkweisen ist durchaus wichtig. Unternehmen sollten also nicht immer die gleiche Persönlichkeit suchen – ganz im Gegenteil – eine Durchmischung ist sogar sehr wichtig für den Erfolg und die Entwicklung einer Organisation. Aber es gibt Grundwerte, die übereinstimmen müssen, damit es funktioniert.

Bei Mazars gehört es zum Beispiel dazu, dass wir uns sehr wohl in einer Challenger-Position befinden und eine Organisation sind, die sich transformieren, professionalisieren und wachsen möchte und damit zwei Dinge bieten kann: auf der einen Seite natürlich eine Professionalisierung für eine persönliche Weiterentwicklung, um Karriere zu machen und die Themen fachliche Entwicklung und Business-Development zu pushen. Auf der anderen Seite aber versuchen wir, dieses Familiäre, Mittelständische zu bewahren und unseren Gründungsprinzipien, wie beispielsweise der persönlichen Nähe zueinander und zu unseren Mandanten, treu zu bleiben. Der Einstieg bei Mazars bietet damit Möglichkeiten zur Mitgestaltung der eigenen Entwicklung und Transformation.

Also geht das Familiäre vor und ist Mazars wichtiger als das große Wachstum?
Jein. Natürlich klingt das „Wir sind so familiär“ immer wie eine Floskel. Das werden Sie auf zahlreichen Unternehmenswebseiten unterschiedlichster Branchen finden. Tatsache ist, dass eine sechsstellige Mitarbeiteranzahl in einem Unternehmen was anderes ist, als eine vier- oder fünfstellige. Da braucht ein Unternehmen ganz andere Prozesse und Standardisierungsgrade. In der Größenordnung, in der wir uns bewegen, haben wir eine andere Herangehensweise: Wir finden für das Miteinander individuelle Lösungen und ermöglichen individuelle Karrierewege. Das heißt nicht, dass unsere Wettbewerber das nicht versuchen. Durch die Größenordnung in Kombination mit unserer Verbundenheit zu unseren Leitlinien ist unsere Kultur eine andere, weil wir individueller und flexibler agieren können.

Bei der diesjährigen Studie (2020) von Professor Fink zu den besten Wirtschaftsprüfern, hat es Mazars in den Consulting-Bereichen auf gute Plätze geschafft. Welche Gründe lassen Sie in diesen Bereichen mit den Big Four mithalten?
Ja, das ist ein komplexeres Thema. Nehmen wir den Bereich Prüfung. Der entwickelt sich immer stärker dahin, dass es neben Prüfungen prüfungsnahe und auch weiter darüber hinaus reichende Beratungsansätze gibt. Der/die Prüfer:in der Gegenwart muss definitiv beraten können. Wirtschaftsprüfung ist eine komplexe Aufgabe, das Prüfen ist selbst bereits eine Herausforderung, die sich aufgrund von Digitalisierung derzeit stark verändert. Zusätzlich muss die/der Prüfer:in in der Lage sein, nicht nur Zahlen abzuhaken, sondern die Geschäftsstrategie zu verstehen, zu hinterfragen und beratend zur Seite zu stehen. Das ist der Grund, warum wir unseren Mandanten Beratungsexpertise anbieten. Audit ist heute weit mehr als das Prüfen und Testieren von Jahresabschlüssen, sondern umfasst zahlreiche Beratungsaspekte. Stichworte wie CSR-Berichterstattung, interne Kontrollsysteme und Risikomanagement machen das deutlich. Nichtsdestotrotz ist der klassische Consultingbereich bei Mazars noch nicht so groß wie beispielsweise Audit oder Tax. Die Entwicklung geht jedoch in diese Richtung, Consulting ist der am stärksten wachsende Bereich. Beratungsbedarf gibt es in allen Bereichen und wir wollen hier ebenso wie bei den anderen Services weiter wachsen. Ein:e Absolvent:in beispielsweise, die/der in die Prüfung geht, muss ebenfalls lernen zu beraten. Dementsprechend suchen wir da gerade Kandidat:innen, die aus der Unternehmensberatung kommen und sich dann in der Prüfung weiterbilden. Wir sind ebenfalls interessiert an Young Professionals oder Absolvent:innen, die sich für einen Prüfungsassistenten-Einstieg entscheiden, aber das Mindset mitbringen, um Kund:innen ein bisschen breiter beraten zu können.

Könnten Sie uns vielleicht einen Bewerbungsablauf skizzieren, was bei einem Vorstellungsgespräch auf die Absolvent:innen zukommt, wenn sie sich im Bereich Audit bewerben?
Ja gerne. Natürlich kommt es darauf an, wie die Bewerbung zu uns gelangt. Wenn sie uns über eine klassische Anzeige erreicht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich ein Recruiter telefonisch bei der/dem Bewerber:in meldet, um ein Vorabgespräch zu führen. Er gewinnt dann einen persönlichen Eindruck und fragt grundlegende Informationen ab. Wenn der Recruiter selbst Kandidat:innen anspricht, was wir immer stärker tun, tauschen wir uns intensiver über Mazars, die Interessen und Anforderungen des/der Bewerber:in aus. Bei gegenseitigem Interesse am weiteren Prozess folgen anschließend in der Regel ein bis zwei persönliche Gespräche, bei denen wir Mazars und die Ausrichtung der zu besetzenden Position detailliert darstellen. Außerdem möchten wir natürlich die Kandidatin/den Kandidaten persönlich besser kennenlernen und einen authentischen Eindruck erhalten. Natürlich fragen wir auch Fachthemen ab, aber nicht in der Erwartung, dass potenzielle Einsteiger:innen bereits absolute:r Expert:innen sind. Wir testen damit vielmehr, ob Grundlagen und das Interesse an unseren Themen vorhanden ist und ob man eine ungefähre Vorstellung davon hat, was auf einen zukommt. Damit vermitteln wir unseren Bewerber:innen Eindruck davon, was es heißt, ein:e Prüfungsassistent:in zu sein. Persönliche Interessen, zum Beispiel, was man gerne in der Freizeit macht, ob man teamtechnisch zusammenpasst und ob es sonstige Dinge gibt, die wir als Arbeitgeber wissen müssen, runden das Gespräch ab.

Denn uns ist bei Interviews wichtig, dass wir nicht nur auf die fachliche Qualifikation schauen, sondern auch, ob es die richtige Person mit der richtigen Einstellung für den Job ist.
Wenn das gemeistert ist, geht es bereits Richtung Vertragsprozess.

Wenn Sie nun auch viel stärker auf mögliche Einsteiger:innen zugehen, rekrutieren Sie dann bereits über Plattformen wie LinkedIn oder sind Messen und Hochschulevents wichtiger dafür?
Alles! Als ich im Februar bei Mazars eingestiegen bin, haben wir alles auf Links gedreht und uns zwei Herausforderungen gegenüber gesehen, die wir seitdem peu à peu optimieren.
Als erstes haben wir die Recruiting-Kanäle, die wir nutzen um Kandidat:innen zu finden, drastisch erweitert, um viel zielgruppenspezifischer die passiven Kandidat:innen anzusprechen. Es ist für uns unabdingbar, Kandidat:innen über Social-Media-Plattformen oder über andere Wege direkt anzusprechen. Natürlich sind wir ebenfalls mit Anzeigen unterwegs und wollen, wie es vor Corona auch schon war, verstärkt Kooperationen mit Zieluniversitäten aufbauen und auch auf die ein oder andere Hochschulveranstaltungen gehen, um vor Ort zu sein. Die zweite Herausforderung, die wir haben und die diese Recruiting-Strategie auch mit beeinflusst hat, ist letztendlich die Feststellung, dass Mazars in Deutschland noch nicht bekannt genug ist, insbesondere im Bereich der Young Professionals. Während unser Unternehmen in den letzten Jahren durch insbesondere durch Zusammenschlüsse deutlich gewachsen ist, haben wir nicht so viel im Außenauftritt getan. Das ändern wir mit unserer neuen, global konsistenten Brand, die wir am 21. Oktober vorgestellt haben. Weil wir davon überzeugt sind, dass wir ein sehr spannender Arbeitgeber sind, bei dem es sich lohnt jetzt einzusteigen.

Ein kleines Plädoyer zum Schluss: Warum sollte man sich unbedingt bei Mazars bewerben, statt bei anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften?
Ich glaube, dass Mazars mehrere Vorteile bietet, ohne jetzt zu floskelhaft zu erscheinen. Wer in den nächsten ein bis zwei Jahren bei Mazars einsteigt, kann eine enorm spannende Zeit miterleben. Als Unternehmen, das sich gerade in einer Transformation befindet, eine tolle Unternehmenskultur und ein international integriertes Team in 91 Ländern zu bieten hat, um das einen viele beneiden, haben wir eine richtig gute Position. Kandidat:innen, die sich bewusst dafür entscheiden, sich sowohl fachlich und persönlich weiterentwickeln, als auch die Entwicklung des Unternehmens vorantreiben wollen, um das Beste aus zwei Welten zu haben, sind absolut richtig bei uns.

Es ist für uns bei Kandidat:innen nicht das Wichtigste, dass einmal die Big Four im Lebenslauf auftauchen, sondern dass sie sich mit den Inhalten, Themen und der Struktur von Mazars identifizieren können und motiviert sind, das große Ganze zu verstehen und mit voranzubringen.

Text & Interview Franziska Huber 


Im Recruiting fühlt sich Lorenz Rogall von Mazars wohl. Bevor er im Februar 2020 bei Mazars als Head of Talent Acquisition einstieg, wo er für die strategische und operative Entwicklung eines Recruiting- & Talent Management Konzepts zuständig ist, war er bei M2P Consulting, der EDAG Engineering GmbH und Bearing Point ebenfalls im Recruiting beschäftigt. Studiert hat er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er sein Diplom in Wirtschaftssoziologie/Arbeitsrecht ablegte.


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