Tipps für dein Online-Vorstellungsgespräch

Nun, es ist, wie es ist: Dein Vorstellungsgespräch während Corona wird digital stattfinden. Daraus ergibt sich die eine oder andere Besonderheit in der Vorbereitung, damit du den perfekten ersten Eindruck machen (und dir verschaffen!) kannst. Denn zur fachlichen Komponente des typischen Bewerbergesprächs kommt nun auch die Technik.

Technische Vorbereitung auf dein Online-Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch kann gut und gerne eine bis zwei Stunden dauern. Geh also davon aus, dass du dein Handy nicht so lange vor deinem Gesicht halten kannst. Der Arm ermüdet, das angestrengte Gesicht wirkt nicht wirklich positiv und das Gewackel bereitet deinen Gesprächspartner:innen kein Vergnügen. Das brauchst du aus technischer Sicht:

  • Ruckelfreie Kamera mit genügend Auflösung
  • Mikrofon (bei Kamera?)
  • Stabile Internetverbindung, egal welches Gerät
  • Möglicherweise: Tischstativ für dein Handy
  • Möglicherweise: Ringlicht zur Ausleuchtung
  • Empfehlenswert: ein Headset für einen besseren Klang

Vorab-Testrunde: Nicht erst am gleichen Tag!

Teste dein Equipment einige Tage vorher bei einem Call mit Freunden oder Familie – schnell kann es passieren, dass mal ein Treiber auf deinem Laptop nicht ganz up to date ist und dein Bild verkehrtherum angezeigt wird. So hast du nun mehr als ein paar Minuten Zeit, das Problem zu lösen oder ein alternatives Gerät aufzutreiben.

Teste bei dieser Gelegenheit auch deine Klamotten, denn beispielsweise Karo oder andere starke Kontrastmuster sind optisch eher Störfaktoren. Es geht nicht darum, dass du dich unbedingt in einem Anzug präsentieren musst, sondern Muster wie Fischgräten tatsächlich einen störenden Flimmereffekt kreieren. Auch, wenn du dir sicher bist, dass dein Equipment technisch maximal modern ist und mit solchen Mustern klarkommt – du weißt nicht, mit welchem Equipment dein Gegenüber agiert. Verzichte nach Möglichkeit auf krasses Rot und Kontraste zwischen Schwarz und Weiß.

Dresscode beim Online-Vorstellungsgespräch während Corona

Im Wesentlichen analog zum „real life“-Termin. Baue bitte nicht darauf, dass du keine Hose tragen musst. Stell dir vor, du bekommst eine Frage zu einer Unterlage, die du gerade nicht zur Hand hast – und dann stehst du vor laufender Kamera auf und holst das Dokument her, hilfsbereit, wie du bist. Da wäre es doch sehr empfehlenswert, Rock, Hose o.ä. zu tragen.

Im Gespräch selbst: Contenance!

Bedenke, dass je nach Internetleitung die Übertragung minimal verzögert ankommen könnte – es gibt also die sehr reelle Chance, dass du anderen das Wort abschneidest, wenn du übereifrig vorpreschst. Bleib gelassen und gib anderen bewusst die Chance, das Wort zu ergreifen. Bedenke außerdem, dass es vielleicht dein erstes Online-Vorstellungsgespräch ist, aber dein Gegenüber dies bereits ein ganzes Jahr praktiziert.

Seriosität auch in Hintergrund

Nicht jeder hat eine weiße Leinwand zu Hause, vor der er oder sie sich im Falle eines virtuellen Vorstellungsgespräch während Corona drapieren kann. Ganz zu schweigen von durchschnittlichen WG-Zimmern, die bisweilen mehr private Einblicke liefern, als einem in solchen Situationen lieb ist. Aber: Recruiter sind auch nur Menschen, also kann man schon etwas seiner Wohnung preisgeben – trotzdem ist die unaufgeräumte Küche vielleicht nicht der schönste Hintergrund. Dein ACDC-Poster kannst du aufgehängt lassen. Setz dich nicht direkt vor ein Fenster, wenn die Sonne hereinscheint. Durch das Gegenlicht erscheinst du doch eher in schlechtem Licht und deine Kamera bekommt Schwierigkeiten beim Fokussieren. Mach etwaigen Mitbewohnern eine Ansage, dass sie in der Zeit deines Gespräches nicht durch das Bild laufen oder in dein Zimmer kommen sollten. Manche Software bietet an, den Hintergrund verschwommen zu zeigen – eine gute Alternative, falls du dir nicht sicher bist, wie konservativ dein Gesprächspartner ist. Bitte bedenke dabei, dass auch das nicht perfekt ist: Wenn du ein Over-Ear-Headset trägst, wird der Bereich zwischen dem Bügel und deinen Haaren nicht geblurt. Je mehr zu deinen Kopf bewegst, umso seltsamer wirkt das.

Schreibmaterial zur Hand haben

Wenn das Gespräch länger dauert, kann man sich auch mal Notizen machen und sich so Fragen für später notieren – denn Fragen stellen ist immer gut. Und wenn du schon dabei bist: Kleb dir gegebenenfalls Spicker mit Fakten zum Unternehmen neben deinen Rechner – wenn sich die Möglichkeit bietet, den Raum geschickt (!) zu präparieren, kann man diese auch nutzen. Schiel also nicht immer an die gleiche Stelle, um Unternehmensinfos abzulesen.

Final: Stay hydrated

Stelle dir ein Glas stilles Wasser in Reichweite, damit dir nicht mitten im Gespräch die Stimme bricht, du dich ins Unendliche räusperst und damit die Unterhaltung unterbrichst. Einen Schluck Wasser trinken hilft auch, dir eine geschickte Pause zum Nachdenken zu geben.

Mehr Ratgeber-Artikel findest du hier.

Share.