Wie der VdW Bayern unterstützt und Wege für die Zukunft schafft

VdW Bayern Treuhand Einstieg

Um dem aktuellen Problem des Wohnungsmangels entgegenzuwirken, entstehen viele Wohnungsgenossenschaften, deren Ziel die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist. Die VdW Bayern Treuhand hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Unternehmen als Berater zur Seite zu stehen. Dabei helfen sie bei der Umsetzung der Digitalisierung und setzen sich für Nachhaltigkeit ein. Hierbei können Absolvent:innen aus den unterschiedlichsten Gebieten die VdW Bayern Treuhand unterstützen. Darüber hinaus stehen Mitarbeiter:innen viele Türen offen und können einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten.

Erklären Sie unseren Leser:innen doch bitte eingangs, wer die VdW Bayern Treuhand ist und was Ihre Aufgabe ist?
Die VdW Bayern Treuhand ist der Dienstleistungsarm des Verbands der bayrischen Wohnungswirtschaft. In der „Treuhandstelle“ bündeln sich Aktivitäten rund um Bilanzierung und Buchhaltung, Finanzierungsvermittlung sowie Consulting und – über Tochter- und Beteiligungsunternehmen – auch die Versicherungsvermittlung und Beratung in Altersversorgungsfragen. Wir beschäftigen 42 Mitarbeiter:innen an unseren Standorten in München und Nürnberg.

Herr Dr. Zeyer, Sie sind Geschäftsführer der VdW Treuhand. Erzählen Sie uns wie Sie das geworden?
Begonnen hat alles mit meinem generellen Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen in der Schule. Mit 15 startete ich mit einem kleinen Aktiendepot und gründete mit Freunden einen Investmentclub. Nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium an der Universität Hohenheim begann ich damals klassisch als Prüfungsassistent in der Wirtschaftsprüfung und promovierte berufsbegleitend. Nach meinem Wirtschaftsprüferexamen arbeitete ich über acht Jahre bei der Holtzbrinck Publishing Group in verschiedenen Finance-Rollen. Unter anderem war ich CFO einer internationalen Gruppe von Start-up-Unternehmen in London. Das war über sieben Jahre die Heimat unserer Familie und von dort aus war ich die letzten zwei Jahre in einem US-amerikanischen börsennotierten Unternehmen divisionaler CFO. Der Weg zurück nach Deutschland führte dann nach Bayern zur VdW Bayern Treuhand, bei der neben meiner Erfahrung im Finanzbereich insbesondere meine Erfahrung mit Veränderungsprozessen von Vorteil sind.

Sie, Herr Bauer, sind Steuerberater und unterstützen Ihre Mitglieder in allen Fragen der Bilanzierung. Was ist Ihr Background und wie verlief Ihr Weg zum und im VdW?
An der Universität Regensburg habe ich das Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Revision und Steuern als Diplom Kaufmann abgeschlossen. Nach mehreren Bewerbungsgesprächen habe ich mich für die Stelle eines Bilanzierers bei der VdW Bayern Treuhand entschieden. Ganz ehrlich, zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht viel über die Wohnungswirtschaft. Das sollte sich ab jetzt ändern.
In den nunmehr über 20 Jahren bei der VdW Bayern Treuhand legte ich die Prüfung zum Steuerberater ab, übernahm zunehmend mehr Verantwortung in dem Geschäftsbereich, arbeitete neue Kollegen ein und entlastete die Geschäftsführung durch die Übernahme der Referententätigkeit. Aktuell bin ich Prokurist und Leiter des Geschäftsbereichs Bilanzierung und Rechnungslegung.

Auch Sie Herr Weisser sind ein Mitglied der VdW Bayern Treuhand und unterstützen diese im Consultingbereich. Was können Sie unseren Lesern und Leserinnen verraten über Ihren bisherigen beruflichen Lebensweg?
Ich habe einen Master in Betriebswirtschaftslehre und Informatik von der TU München. Während meines Bachelors habe ich eine Software-Firma gegründet und dort für drei Jahre gearbeitet. Nach meinem Master im Anschluss war ich im Bereich der Start-up-Finanzierung tätig und bin dann von einem Start-Up im Immobilienbereich zur VdW Bayern Treuhand gekommen.

Herr Bauer, mit welchen Fragestellungen sehen Sie sich (seitens der Genossenschaften) in der Regel konfrontiert?
Die Fragestellung ist meistens dieselbe. Es geht um die Erstellung von Jahresabschlüssen. So eindeutig die Vorgabe auch ist, so unterschiedlich sind die Wege dorthin. Im ersten Schritt besprechen wir zusammen die Ausgangslage und finden so im zweiten Schritt die auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Lösung. Dies kann die Mithilfe bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sein, die Erstellung des Jahresabschlusses in Berichtsform oder sogar die Übernahme von Buchhaltungsarbeiten.

Ich nehme an, dass die bayerischen Wohnungsunternehmen durchaus heterogen sind. Wie vielfältig sind die Aufgaben dadurch?
Die Heterogenität der bayerischen Wohnungsunternehmen spiegelt sich in der Größe der Unternehmen und in den jeweiligen Geschäftsbereichen nieder. Bei den kleineren Wohnungsunternehmen stellt sich oft die Frage nach den Zukunftsaussichten. Sollte das Unternehmen weiterhin eigenständig auftreten, mit den bekannten Problemen bei der Nachfolgeregelung, oder sind Themen wie Verschmelzung beziehungsweise Geschäftsbesorgung durch ein anderes Wohnungsunternehmen Alternativen?
Aufgrund der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum sind in den letzten Jahren auch viele neue Genossenschaften gegründet worden. Diese Unternehmen benötigen und bekommen die ganze Beratungsvielfalt aus dem Hause VdW Bayern.
Es ist auch klar, dass Wohnungsunternehmen, die sich als Bauträger am Markt präsentieren oder in der WEG-Verwaltung tätig sind, zusätzlichen Beratungsbedarf haben.
Dieser kleine Auszug zeigt schon, wie vielfältig die Fragen und Herausforderungen sind, die die Wohnungsunternehmen an uns herantragen.

Herr Weisser, darf man sich Ihre Consulting-Einheit als eine Art Inhouse Consulting vorstellen, die Ihre verschiedenen internen Bereiche mit Expertise unterstützt oder sind Sie vergleichbar mit einer externen Beratung, die Ihren Kunden zur Verfügung steht?
Deutlich eher zweiteres. Wir unterstützen die Mitgliedsunternehmen des Verbands und andere Wohnungsunternehmen mit der gesamten Bandbreite wohnungswirtschaftlicher Themen von Bautechnik über Datenschutz bis hin zu Personalvermittlung. Gelegentlich unterstützen wir auch innerhalb der Gruppe des VdW Bayern, aber der weit überwiegende Teil unserer Arbeit ist nach extern gerichtet.

Würden Sie sich eher als strategische Berater sehen oder sehen Sie sich mehr als Prozessoptimierer, der konkret beim Kunden operativ unterstützt?
Sowohl als auch! Im strategischen Bereich unterstützen wir einen Mandanten zum Beispiel gerade dabei, eine attraktive und zukunftsfähige Personalstrategie zu entwickeln. Ein klassisch-operatives Projekt wäre zum Beispiel die Einführung einer neuen ERP-Software in einem Wohnungsunternehmen.

Welches werden im der Organisationsentwicklung für den wohnungswirtschaftlichen Sektor die wichtigen Fragen der kommenden Jahre sein und wie können Sie helfen, Ihre Kunden dabei zu begleiten?
Die Zukunft der Wohnungswirtschaft wird maßgeblich von den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit geprägt sein. Wir begleiten die Unternehmen auf ihrem Weg zur digitalen Organisation und unterstützen sie dabei, die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung auch im Sinne der Mieter:innen zu erreichen.

Herr Zeyer, welche Rolle spielt es für Sie eigentlich, dass Sie in einem Bereich arbeiten, der für Menschen so elementar wichtig ist?
Nach fast einem Jahrzehnt im wissenschaftlichen Bereich, zuletzt insbesondere im Software- und Datenbankbereich, ist es schön einmal einen Wirtschaftszweig kennenzulernen, der so haptisch, zentral und alltäglich relevant für alle Menschen ist wie die Wohnungswirtschaft. Gleichzeit ist das Gut „Wohnen“ – insbesondere im „Regularien-verliebten“ Deutschland – mitunter hochkomplex und steht vor gigantischen Herausforderungen wie zum Beispiel dem Klimawandel. Hier einen Beitrag leisten zu dürfen und etwas für das Gemeinwohl zu leisten ist auf jeden Fall ein wichtiger Beweggrund für Menschen, die bei uns tätig sind.

Was ist Ihnen bei Bewerbern besonders wichtig?
Voran steht für mich die Motivation und das intrinsische Interesse, das Bewerber:innen mitbringen. Daneben sind stetige Lernbereitschaft und Neugier wichtige Eigenschaften, auf die wir achten. Klar, gewisse Grundkenntnisse sind sicher von Vorteil, aber vieles lernt man ohnehin erst „on the job“.

Herr Weisser, warum sollte der oder diejenige, die ihre Karriere im Consulting plant, sich bei Ihnen bewerben?
Weil wir Potenzialentfaltung realisieren für die, die bezahlbares Wohnen möglich machen – bei den Kunden und im Team. Wir arbeiten an einem der – vielleicht dem – elementarsten Bedürfnisse von Menschen und das ist eine großartige Aufgabe. Wir denken, die Frage nach dem „Purpose“ unseres Tuns beantworten zu können, wie wenig Arbeitgeber sonst. Unser Team von 20 Expert:innen arbeitet in einem familiären Umfeld quasi ohne Hierarchien, wenn gewünscht fast vollständig remote und das mit attraktiver Bezahlung und Work-Life-Balance.

Wie kann ein Karriereweg im Consulting der VdW Bayern Treuhand aussehen?
Viele unsere Kolleginnen und Kollegen sind schon lange im Haus und haben über die Jahre verschiedenste Themen begleitet und ein Großteil der Führungskräfte sind „Eigengewächse“. Bei entsprechenden Ergebnissen und Ambitionen stehen hier Mitarbeiter:innen nahezu alle Türen offen. Wir sind aber auch vollkommen offen dafür, wenn Kolleginnen und Kollegen eine Fachlaufbahn ohne Personalverantwortung einschlagen wollen.

Die gleiche Frage möchte ich für Ihren Bereich stellen, Herr Bauer: Wie sieht Ihr Bewerbungsprozess aus? Wie steigt man ein und welche Karriereschritte kann man dann gehen? Wie hoch ist Ihr Bedarf?
Offene Stellen in meinem Bereich stehen auf den einschlägigen Stellenportalen im Internet und natürlich auf unserer Homepage. Wir freuen uns auch immer über Initiativbewerbungen. Bewerber:innen können aus der Wohnungswirtschaft kommen, quer aus einer anderen Branche einsteigen oder direkt nach dem Studium zu uns kommen. Die Einarbeitung erfolgt durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die den Neueinsteigern das nötige Spezialwissen der Wohnungswirtschaft näherbringen. Weiterbildungen und Übernahme von Verantwortungen für den Bereich (fachlich oder personell) können die Grundlage für die weiteren Karriereschritte sein.
Unser Team besteht aktuell aus zwölf Bilanziererinnen und Bilanzierern und wir sind laufend auf der Suche nach Verstärkungen.

In welchen Bereichen gibt es eigentlich die größten Überschneidungen Ihrer Leistungsbereiche und besteht die Möglichkeit, innerhalb Ihrer Einheiten auch zu wechseln?
Die größte Überschneidung ist, dass in beiden Bereichen die Beratung der Wohnungsunternehmen an erster Stelle steht. Es gibt auch Aufträge, die beide Bereiche gemeinsam bearbeiten. Hier ist die Erstellung der Betriebskostenabrechnung ein schönes Beispiel. Aus meinem Bereich wurden die nötigen Arbeiten in der Buchhaltung vorgenommen und der Bereich des Herrn Weisser brachte das Spezialwissen der abrechenbaren Betriebskosten mit ein.
Die Grenzen sind durchlässig und ein Wechsel innerhalb der Bereiche jederzeit möglich.

Herr Zeyer, haben Sie in den kommenden Jahren bei der VdW Bayern Treuhand einen signifikanten Bedarf an Absolventen und welche Botschaft haben Sie zum Abschluss an potentielle Kandidaten, denen das Interview Lust auf mehr gemacht hat?
In Bezug auf die demografische Entwicklung unseres Landes ist auch die VdW Bayern Treuhand keine Ausnahme. „Ja“, wir haben definitiv stetigen Bedarf an jungen Menschen, die sich für die Vielfalt der Wohnungswirtschaft und insbesondere die noch mannigfaltigeren Beratungsbereiche der VdW Bayern Treuhand interessieren. Mein Tipp – sprecht uns einfach an und schaut mal rein. „Wohnungswirtschaft“ ist konservativ aber auch echt innovativ.


VdW Bayern Treuhand EinstiegDr. Fedor Zeyer ist seit 2020 Geschäftsführer der VdW Bayern Treuhand. Zuvor arbeitete er international als Führungskraft im Finanzbereich bei Softwareunternehmen, vornehmlich im wissenschaftlichen Umfeld. Er studierte und promovierte im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Seine berufliche Laufbahn startete er im Bereich Wirtschaftsprüfung, wo er auch das Berufsexamen zum Wirtschaftsprüfer absolvierte.

VdW Bayern Treuhand EinstiegMartin Bauer ist Prokurist bei der VdW Bayern Treuhand und leitet dort den Geschäftsbereich Rechnungslegung & Bilanzierung. Er hat Betriebswirtschaftslehre studiert und kurz nach seinem Eintritt in die VdW Bayern Treuhand die Prüfung zum Steuerberater abgelegt. Im Laufe der Zeit übernahm er zunehmend Verantwortung und entwickelte sich vom Bilanzierer zum Leiter des Geschäftsbereichs.

VdW Bayern Treuhand EinstiegKorbinian Weisser ist Prokurist bei der VdW Bayern Treuhand und leitet dort den Geschäftsbereich Consulting. Er hat Betriebswirtschaftslehre und Informatik studiert und promoviert aktuell berufsbegleitend im Bereich der Wirtschaftsethik. Vor seiner Zeit bei der VdW Bayern Treuhand war er bei einem Immobilienstartup und im Bereich der Startup-Finanzierung beschäftigt, nachdem er sein Berufsleben in einer selbst gegründeten Softwarefirma begonnen hat.


Weiteres über den VdW Bayern und den Einstieg findest du hier. 

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