
Master of Taxation bei KPMG: Zwei Absolventinnen berichten aus der Praxis
Alexa und Jasmin haben parallel zu ihrem Berufseinstieg bei KPMG den Master of Taxation (MaMAT) an der Mannheim Business School absolviert. Heute sind beide Steuerberaterinnen. Im Interview erzählen sie, wie sich Studium und Praxis ergänzen, was ihnen in intensiven Prüfungsphasen geholfen hat und warum neben Fachwissen vor allem Teamgeist, gute Organisation und persönliche Entwicklung zählen.
Alexa, Dein Weg führte über den LL.B. (Bachelor of Laws) und Wirtschaftsrecht in die Steuerberatung. War Steuerrecht schon früh Dein Berufsziel?
Nein, mein Interesse für Steuerrecht hat sich erst im Studium entwickelt. Besonders spannend fand ich die Kombination aus analytischem Denken und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Während eines Praktikums habe ich dann gemerkt, dass Steuerrecht viel abwechslungsreicher ist, als ich erwartet hatte. Anschließend konnte ich als Werkstudentin bei KPMG noch tiefere Einblicke in die Praxis gewinnen. Da war für mich klar, dass ich in die Steuerberatung möchte.
Jasmin, Du hattest durch ein duales BWL-Studium und den IHK-Abschluss als Versicherungskauffrau schon viel Praxiserfahrung. Was hat Dich motiviert, noch den Master of Taxation anzuschließen?
Die enge Verbindung von Theorie und Praxis im Master hat mich sehr gereizt. Durch das Blockmodell konnte ich Inhalte aus dem Studium direkt im Berufsalltag anwenden und vertiefen. Gleichzeitig haben viele Dozent:innen ihre Erfahrungen aus Beratung, Verwaltung oder Wirtschaft eingebracht und die Theorie so greifbar gemacht. Diese Wechselwirkung war für mich der entscheidende Mehrwert des Masters.

Alexa, warum hast Du Dich entschieden, den Master direkt mit dem Berufseinstieg bei KPMG zu verbinden?
Durch meine Werkstudententätigkeit wusste ich bereits, wie wertvoll die Kombination aus Theorie und Praxis ist. In der Universität bearbeitet man klar definierte Fälle, in der Beratung bringt jeder Mandant andere Fragen und Rahmenbedingungen mit. Deshalb wollte ich beide Seiten weiter vertiefen. Mein damaliger Vorgesetzter hatte den Master selbst absolviert und mich auf das Programm aufmerksam gemacht. Rückblickend war das die richtige Entscheidung. Ich habe mich fachlich und persönlich stark weiterentwickelt, habe gelernt, Prioritäten zu setzen und viele neue Freund:innen gewonnen.
Und wie hat die Kombination aus Studium an der Mannheim Business School und Arbeit bei KPMG in der Praxis funktioniert?
Das Masterprogramm ist als Blockmodell aufgebaut. Zweimal im Jahr haben wir jeweils acht bis neun Wochen an der Mannheim Business School verbracht. In dieser Zeit standen Vorlesungen, Selbststudium und die Klausuren am Ende der Theoriephase im Fokus. Dazwischen haben wir bei KPMG gearbeitet und konnten das Gelernte direkt in der Praxis anwenden. Lediglich die Seminararbeit und die Masterarbeit haben wir parallel zum Berufsalltag geschrieben.
Die Theorie „am Stück“ zu lernen, gibt genügend Zeit und Raum, sich voll auf die Uni-Phase zu konzentrieren. Mich hat überrascht, wie schnell ich Inhalte aus dem Studium in die Praxis umsetzen konnte. Ich erinnere mich gut daran, zu einem Thema aus einer Vorlesung eine umfangreiche Stellungnahme geschrieben zu haben. Mit noch präsenter Theorie fällt die Ausarbeitung deutlich leichter. Genau diese Kombination zeigt, was die Kooperation der MBS und KPMG so wertvoll macht.
Zudem gibt es immer wieder kleine und große Aha-Momente, zum Beispiel in Mandantenanfragen, beim Erstellen von Stellungnahmen oder bei neuen Aufgaben. Für mich ist das Steuerrecht wie ein Netz aus einzelnen Themengebieten, das sich im Laufe des Masters immer weiter verknüpft hat.

Jasmin, wie sah Dein Alltag während des Programms aus?
Abwechslungsreich und anspruchsvoll. Während der Praxisphasen wollte ich für meine Kolleg:innen und Mandant:innen voll verfügbar sein, während der Theoriephasen lag der Fokus auf dem Studium. Das hat vor allem deshalb gut funktioniert, weil ich frühzeitig geplant und offen kommuniziert habe. Die Vorbereitung auf die Klausuren war jedes Mal eine sehr intensive Zeit, aber zum Glück mit einer unglaublich tollen Gruppe in Mannheim, darunter auch Alexa. Gerade in den intensiven Lernphasen haben wir uns gegenseitig motiviert und unterstützt.
Alexa, welche Entwicklung hast Du während des Masters erlebt?
Mit jeder Aufgabe und jedem Mandantengespräch bin ich sicherer geworden. Besonders erinnere ich mich noch an den Moment, in dem mich ein Mandant erstmals direkt kontaktierte. Da wurde mir bewusst, dass ich als Ansprechpartnerin wahrgenommen werde und Verantwortung übernehme.
Außerdem gab es immer wieder Momente, in denen Inhalte aus dem Studium in der Praxis relevant wurden. Solche Verknüpfungen haben mir geholfen, Zusammenhänge schneller zu verstehen und fachlich sicherer zu werden.
Jasmin, welche Lernroutinen haben bei Dir funktioniert?
Nach der Arbeit noch etwas für die Uni zu machen, hat bei mir nie gut geklappt. Deshalb habe ich es einfach umgedreht und meine Aufgaben für die Uni morgens vor der Arbeit erledigt. Als Lernroutine war mir mein Lernplan sehr wichtig, auch wenn ich ihn fast täglich verändert habe. Das war ein Learning für mich: Der Plan darf und muss flexibel bleiben, trotzdem hat er mir aber immer einen guten Überblick über die vielen parallelen Themen gegeben.
Die Routine an den sehr intensiven Tagen vor Klausuren sah so aus: morgens im Dunkeln gemeinsam zur Uni laufen, den Tag über lernen, abends gemeinsam Instant-Nudeln im Flur der Uni essen und im Dunkeln zurück zur Unterkunft laufen. Schlafen, repeat. Man vergisst dabei kurz, dass es noch etwas anderes im Leben gibt, aber irgendwie war das in der Gruppe auch ziemlich cool. Eine prägende Zeit in jedem Semester, die einen auch gut auf das Steuerberaterexamen vorbereitet hat.

In solchen Programmen gibt es immer intensive Phasen, in denen Arbeit, Lernen und Prüfungen sehr nah zusammenrücken. Alexa, wie hast Du Dich in dieser Zeit organisiert?
Der Master erfordert von allen Seiten eine gute Organisation und Kommunikation. Der Schlüssel für mich war frühzeitig und offen zu kommunizieren, wann ich Freiräume für den Master brauche und so dem Team Planungssicherheit zu geben. Ich habe außerdem versucht, Theorie- und Praxisphasen bewusst zu trennen: In den Theoriephasen in Mannheim lag der Fokus auf dem Studium, in den Praxisphasen bei KPMG.
Nicht immer war diese klare Trennung möglich, etwa bei den semesterübergreifenden Seminararbeiten und der Masterarbeit. Gerade dann habe ich gemerkt, wie wichtig das Umfeld ist: Das Team hat mich bei hoher Belastung immer unterstützt und mir Aufgaben abgenommen, damit ich mich auf die Abgabefrist konzentrieren konnte. Mitgenommen habe ich aus dem Master auch, dass man nicht jede Minute produktiv sein muss. Gerade in stressigen Phasen hat man das Gefühl, immer noch einen Punkt der To-do-Liste abhaken zu müssen. Bewusst Zeit für kleine Pausen einzuplanen hilft, den Kopf freizubekommen.
Jasmin, welche Türen hat Dir der Master of Taxation geöffnet?
Ohne den Master hätte ich den Weg zum Steuerberaterexamen vermutlich nicht eingeschlagen. Gleichzeitig habe ich ein starkes Netzwerk aufgebaut und Menschen kennengelernt, die mich bis heute fachlich und persönlich begleiten.
„Renne immer der guten Ausbildung hinterher, nie dem großen Geld oder dem renommierten Job. Solange du der hervorragenden Ausbildung hinterherrennst, fügt sich der Rest von allein.“ – Jasmin
Alexa, Du bist seit Februar 2026 Steuerberaterin. Was hat sich dadurch verändert?
Im Arbeitsalltag hat sich weniger verändert, als man vielleicht erwarten würde. Verantwortung und anspruchsvolle Aufgaben durfte ich schon vorher übernehmen. Die Vorbereitung auf das Examen hat mich fachlich aber noch einmal deutlich weitergebracht.
Persönlich bin ich sehr stolz, dass sich die Anstrengungen der letzten Jahre ausgezahlt haben: Masterabschluss, Steuerberaterexamen und Managerbeförderung bei KPMG innerhalb eines Jahres.
Jasmin, Du bist seit März 2026 Steuerberaterin. Welche Tipps würdest Du Interessierten mitgeben?
Dieser Weg passt gut zu Menschen, die neugierig sind und Spaß am Steuerrecht haben. Der MaMAT umfasst zwar sieben Semester und ist damit kein kurzer Steuermaster, bietet dafür aber weit mehr als fachliches Wissen. Neben den steuerlichen Inhalten spielen auch Soft Skills sowie betriebswirtschaftliche und managementorientierte Themen eine wichtige Rolle.
Aus eigener Erfahrung würde ich empfehlen, den Onboarding-Block ernst zu nehmen. Ich bin fachfremd nach Mannheim gekommen und habe mich gerade zu Beginn schwergetan. Die Grundlagen aus den ersten Semestern begleiten einen jedoch durch das gesamte Studium und sind später auch für das Steuerberaterexamen wichtig.
Eine weitere Erkenntnis: Vergleicht euch nicht zu sehr mit anderen. Durch die kleinen Kursgrößen und die ähnliche berufliche Situation der Studierenden passiert das leicht. Mir hat es geholfen, mich auf meinen eigenen Weg zu konzentrieren und mich nicht daran zu messen, wie schnell andere vorankommen. Jede Person bringt andere Voraussetzungen mit. Ein Zitat, das mich bis heute begleitet, lautet: “Renne immer der guten Ausbildung hinterher, nie dem großen Geld oder dem renommierten Job. Solange du der hervorragenden Ausbildung hinterherrennst, fügt sich der Rest von allein.”
Wenn Ihr mehr zum Master of Taxation bei KPMG erfahren möchtet, lest hier weiter.