Von der Strategie bis zur Implementierung: Technology Consulting bei KPMG

KPMG gehört zu den BIG 4 der Wirtschaftsprüfung – bietet aber auch herausfordernde Karrieren abseits der Prüfung, zum Beispiel in Consulting und Steuerberatung: Wir sprachen dazu mit Sina Steidl-Küster, Partnerin und Bereichsleiterin Technology Consulting. Sie richtet den Fokus nicht nur auf KPMG als Arbeitgeber für Frauen, sondern berichtet aus der Praxis über die großen Themen der Technologie im Finanzsektor. 

Frau Steidl-Küster, sind Sie als weibliche Führungskraft im technischen Umfeld allein auf weiter Flur?
In dieser Hinsicht ist KPMG vielleicht etwas ungewöhnlich: Wir haben sehr viele Frauen bei uns – gerade in der Führung. Zu den einzelnen Einheiten, die ich innerhalb der Partnerstruktur von KPMG leite, gehören unter anderem die Abteilungen „Architektur und Datenmanagement“, „Digital Product & Enabling Services“ sowie „CIO-Services“. Diese drei Bereiche werden ebenfalls von Frauen geleitet ­­­­– insofern nein, ich bin nun wirklich nicht die einzige weibliche Führungskraft. KPMG zeigt, dass jeder, unabhängig vom Geschlecht und Herkunft Karriere machen kann. Wer ein gesundes Selbstbewusstsein mitbringt, proaktiv ist und an sich glaubt, kann bei uns unglaublich viel aus sich machen.

Sie haben Wirtschaftswissenschaften studiert, sind bei KPMG aber sofort in die IT-Themen eingestiegen.
Als ich mich bei KPMG beworben habe, wollte ich mit Menschen arbeiten, die gesunden Menschenverstand mitbringen und prozessorientiert tätig sein. Ehrlich gesagt bin ich nach einem tollen Vorstellungsgespräch in den Bereich IT-Attestation reingerutscht – inhaltlich geht es hier darum, IT-Prozesse aufzunehmen, zu gestalten, zu optimieren und dann den sicheren Ablauf zu gewährleisten. Wir haben aber Expert:innen mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen im Team – von BWL über Informatik und Jura bis hin zu Geisteswissenschaften, Mathematik und Physik ­­– mein Einstieg war also an sich nicht ungewöhnlich. Und gerade Berufseinsteiger:innen wachsen schnell in ihre Rolle hinein.  

Gibt es bei KPMG eine entsprechende Fehlerkultur?
Auf jeden Fall. Aus persönlicher Sicht hatte ich immer Führungskräfte, die mich zwar ins kalte Wasser geworfen, aber mir zeitgleich sehr viel Vertrauen entgegengebracht haben. Es war immer klar, dass ich nicht allein und verlassen im Regen stehe, wenn etwas nicht funktioniert – es gab immer die Möglichkeit, jemanden anzurufen oder zu treffen, um Entwicklungsfelder und Möglichkeiten zu diskutieren. Für mich ein tolles Konstrukt, denn ich durfte mich ausprobieren und hatte immer Unterstützung, wenn ich differenzierten Input benötigt habe.

Hat sich dieses berufliche Netzwerk über die Zeit aufgebaut oder ging das schnell?
Bei KPMG sind die Zuständigkeiten sehr übersichtlich und klar: Man hat seine verantwortliche Führungskraft und den/die verantwortliche:n Partner:in, mit dem man eng zusammenarbeitet. Die Projekte sind bezüglich der Verantwortlichkeiten immer klar in der Funktion geregelt. Man darf aber nicht vergessen: Netzwerken ist essenziell in der Beratung. Das funktionierte aber ganz leicht, weil es viele junge Kolleg:innen in meinem Umfeld gab, die sich ebenfalls aktiv austauschen wollten.

Gehen wir gedanklich wieder einen Schritt Richtung Zukunft. Welche Trends oder Technologien werden denn das Geschäft von Technology Consulting besonders prägen?
Zu den aktuellen Themen gehören New Work, Digital Assets, Cloud Computing. Bei Technology Consulting liegt der Fokus darauf Services miteinander zu integrieren. Es ist entscheidend unterschiedliche Kompetenzen miteinander zu kombinieren, um einen ganzheitlichen Blick auf Themen zu gewinnen. Nehmen wir das Beispiel New Work. Das umfasst sowohl zukünftige Immobiliennutzung, technologische Lösungen für hybride oder komplett virtuelle Zusammenarbeitsformate, neue Führungsformen in einer digitalen Welt, usw. Technologie ist hier ein Aspekt der mit unseren Kompetenzen im Management Consulting, Real Estate, und Steuerbereich kombiniert wird.

Da wir immer im Sinne einer „End to End-Lösung“ denken, betrachten wir Probleme ganzheitlich und bedenken bei der Prozessautomatisierung sämtliche Lösungswege, damit sich die Mitarbeitenden in diesen Prozessen auf die sinnvollen Tätigkeiten fokussieren können. Das Thema Cloud-Strategie ist insbesondere bei Banken und Versicherungen gerade das Megathema schlechthin. „Von der Strategie bis zur Implementierung“ ist auch hier die Devise.

Inwiefern verschiebt sich mit diesen Themen die Rolle von KPMG?
Aus unserem Tagesgeschäft haben wir sehr viel direkten Kontakt zu Kund:innen, die auf uns mit Fragen über die Digitalisierung zukommen. Sie wünschen sich nicht nur eine technische Implementierung, sondern eine ganzheitliche Betrachtung. Von der strategischen Betrachtung bis zur Einführung – das ist genau das, wofür wir stehen. Damit zeigen wir als KPMG vielfältige Kompetenzen- von Wirtschaftsprüfung über Steuerberatung bis hin zum Consulting.

Entsprechend muss man nicht Wirtschaftsprüfung als Studienschwerpunkt haben, um bei KPMG glücklich zu werden?
Absolut. Bei uns ist jeder Studiengang vertreten, den man sich vorstellen kann. Auch mit natur- und rechtswissenschaftlichem Hintergrund wie Mathematik, Physik oder Informatik und Jura wird man hier glücklich. KPMG ist superbunt und Wirtschaftsprüfer:in oder Steuerberater:in muss man definitiv nicht sein, insbesondere in der Beratung.

Haben Sie einen persönlichen Weg gefunden, Frauen im Berufsleben zu unterstützen?
Es gibt bei KPMG unterschiedliche Gruppen, beispielsweise das KPMG’s Network of Women (KNOW), um sich regelmäßig auszutauschen – das reicht von der Berufseinsteigerin bis zur Partnerin. Neben dem Reach-For-Success-Programm gibt es das Power Mentoring Programm für angehende Partnerinnen, die von Mentor:innen begleitet werden, hier bin ich mit von der Partie. Da ich in einer Führungsposition bin, kann ich natürlich auch darauf achten, dass Frauen die gleichen Chancen erhalten und gesehen werden. Am besten finde ich die Begleitung von Frauen im näheren Umfeld, bei der ich aus einem Businesskontext heraus auf spezielle, persönliche Fragen eingehen kann.


Zur Karrierewebsite von KPMG geht es hier entlang!


Hätten Sie für unsere Leser:innen Tipps für den Berufseinstieg?
Was mir persönlich und bei unseren Absolvent:innen wichtig ist: dass sie eine eigene Meinung haben, man darf durchaus mal anecken. Seid mutig, fangt Diskussion an, steht für etwas ein! Wichtig ist zudem der Wille, immer zu lernen, offen zu sein und auf Menschen zuzugehen. Es muss nicht jede:r extrovertiert sein – bei KPMG gibt es sehr unterschiedliche Rollen. In der Regel fragen unsere Kunden nach Fachexpertise – dafür ist Extrovertiertheit nicht das wichtigste Kriterium. KPMG ist erfolgreich darin, verschiedene Lebensrealitäten und -modelle mit der Arbeitswelt zu kombinieren.

Das heißt, bezogen auf KPMG und Consulting lautet Ihr berufliches Fazit …?
Der Berater:innenjob ist toll, wenn man Spaß an Veränderungen hat. Man kriegt immer was Neues: Ob nun das Thema, das Umfeld, der oder die Kund:in oder das Team. Wer gerne viel Neues lernen will, für den ist das der coolste Beruf, den es geben kann!

Mehr Beiträge zu KPMG findest du hier auf dem Profil von high-potential.com!

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