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    KI-Beratung: Wie StrategyFrame das Consulting revolutioniert

     

    Christian Underwood hat seinen MBA an der WHU gemacht und ist neben seiner Rolle als CEO von ­StrategyFrame auch Host des Podcasts „Hoffnung ist keine Strategie“

    „Keine Verdrängung der Juniors, sondern Neudefinition“

    Massive Skalierung dank AI: Christian Underwood hat mit seiner Beratung ein KI-basiertes Framework gebaut, das seine Kunden zur Strategieentwicklung einsetzen. StrategyFrame hat nicht nur das Potenzial, das ­Consulting zu disruptieren, sondern eröffnet auch einen Blick in die Beratung von morgen. Wenn das Geschäftsmodell abzurechnender Manntage sich überholt, wird ein neues Verständnis von Beratung an dessen Stelle treten. Wer sich mit den entscheidenden Skills wappnet, wird zu den Gewinnern dieser Ära gehören.

    Was genau ist StrategyFrame?
    StrategyFrame.AI ist im Kern ein KI-basiertes Betriebssystem für Unternehmensstrategie. Wir haben das Ziel, strategische Arbeit von der Intuition einzelner Personen zu befreien und sie datenbasiert, transparent und skalierbar zu machen. Unsere Plattform analysiert interne und externe Signale, identifiziert relevante strategische Muster und leitet daraus konkrete Handlungsoptionen ab – inklusive der Bewertung, welche Initiativen tatsächlich Wirkung entfalten werden. Im Grunde bringen wir das Denken einer sehr guten Strategieberatung in ein System, das rund um die Uhr verfügbar ist und mit jedem Nutzer lernt.

    Und welche Kunden nutzen dieses System von Euch?
    Unsere Hauptnutzer sind mittelständische Unternehmen ab ungefähr 200 Mitarbeiter mit einem Umsatz zwischen etwa 50 Millionen und einer Milliarde Euro – also genau jene, die zu groß sind, um Strategie „aus dem Bauch heraus“ zu machen, und zu dynamisch, um sich monatelange Beratungszyklen leisten zu können. Viele dieser Unternehmen verfügen über exzellente operative Teams, aber die Strategiearbeit hängt noch an Einzelpersonen oder PowerPoint-Templates. StrategyFrame professionalisiert diese Arbeit – ohne externe Beratung. In Konzernen nutzen uns zunehmend Strategy Offices und Business Units als KI-gestützten Partner für Market Intelligence, Strategisches Benchmarking oder Marktreports.

    Wie habt Ihr das Framework inhaltlich aufgebaut?
    Das Framework besteht aus drei Teilen:

    1. Dem StrategyFrame Prozess bzw. Workflow: Er beschreibt die wiederkehrende Abfolge strategischer Arbeit – von der Analyse über die Fokussierung bis hin zur Umsetzung und laufenden Steuerung. Ziel ist es, strategisches Denken in einen klaren, reproduzierbaren Arbeitsprozess zu übersetzen, der in jedem Unternehmen angewendet werden kann.

    2. Dem StrategyFrame Canvas: Das Canvas ist das zentrale Strukturierungswerkzeug, um Strategie visuell zu erfassen und auf den Punkt zu bringen. Es dient als gemeinsame Denk- und Kommunikationsbasis für Führungsteams, um komplexe Zusammenhänge zu ordnen, Prioritäten zu klären und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

    3. Der StrategyFrame.AI Plattform mit KI-Agentensystem: Die Plattform bringt den Prozess und das Canvas in die digitale Welt. Sie nutzt ein System spezialisierter KI-Agenten, die Unternehmen bei der Analyse, Synthese und Formulierung strategischer Optionen unterstützen. So wird strategische Arbeit beschleunigt, objektiviert und qualitativ verbessert.


    Unternehmen sind heute bereit, strategische Entscheidungen digital zu treffen


    War der Wunsch nach qualitativer Verbesserung Dein Treiber, Beratung neu zu denken – und welche Hürden gab es?
    Mich hat immer gestört, dass strategische Kompetenz in Organisationen oft exklusiv bleibt. Berater fliegen ein, hinterlassen Folien und verschwinden wieder – aber die Organisation lernt nicht. Ich wollte ein System schaffen, das die Kompetenz im Unternehmen selbst aufbaut und skaliert. Die größte Hürde war anfangs technischer Natur: Wie übersetzt man ein so komplexes, oft implizites Denken wie Strategie in maschinenlesbare Strukturen? Und natürlich gab es auch Zweifel. Gerade in der Anfangsphase 2023 war die Frage: Sind Unternehmen bereit, strategische Entscheidungen digital zu treffen? Heute wissen wir: Sie sind es – vor allem, wenn Transparenz und Nachvollziehbarkeit gegeben sind.

    Wie nehmen Euch klassische Beratungen wahr – als Bedrohung oder als Partner?
    Beides. Einige sehen uns klar als disruptive Bedrohung, weil wir zentrale Teile der Wertschöpfung – Analyse und Hypothesenbildung – automatisieren. Andere erkennen die Chance: Mit StrategyFrame können Beratungen effizienter arbeiten, schnellere Diagnosen stellen und sich auf das konzentrieren, was Menschen besser können – Kontext verstehen, Stakeholder überzeugen und Veränderungen begleiten. Wir haben bereits ein eigenes Certified StrategyFrame.AI Partner Programm gestartet. Bei diesem können sich insbesondere kleine Beratungen mit Mittelstandsfokus und einem wesentlichen Differenzierungsmerkmal bewerben, um unseren Coaching Ansatz und die Nutzung des Tools zu erlernen und diese Dinge auch vertreiben zu dürfen.

    Viele Beratungen stellen derzeit weniger Juniors ein. Ist StrategyFrame ein Grund dafür, da Ihr auch die Umsetzungsseite einer Strategie unterstützt?
    Ich glaube, StrategyFrame ist eher Symptom als Ursache. Der Markt verändert sich – KI übernimmt viele analytische Tätigkeiten, die früher Berufseinsteiger erledigt haben. Wir decken den gesamten Zyklus von Strategieanalyse über Entwicklung bis in die Steuerung ab. Der Umsetzungsaspekt ist für uns zentral, weil viele Strategien genau dort scheitern. Unser System übersetzt strategische Ziele in konkrete Initiativen, Verantwortlichkeiten und KPIs – und misst den Fortschritt kontinuierlich. Aber: Die eigentliche Veränderung geschieht immer durch Menschen. StrategyFrame schafft die Grundlage, dass diese Menschen wissen, warum sie etwas tun.

    Was rätst Du Studierenden, die in die Beratung möchten – und jetzt erleben, dass sich die Branche stark wandelt?
    Erstens: Entwickelt ein tiefes Verständnis dafür, wie KI denkt – also nicht nur Tools nutzen, sondern verstehen, wie Modelle Entscheidungen strukturieren. Zweitens: Lernt, strategisch zu kontextualisieren – die KI liefert Optionen, aber ihr müsst beurteilen können, was für ein Unternehmen sinnvoll ist. Und drittens: Baut Kommunikationskompetenz auf. Strategie ohne Kommunikation ist nichts wert. Ich sehe deshalb keine „Verdrängung“ der Junior-Berater, sondern eine Neudefinition: Die Zukunft gehört denen, die KI und Kontext verbinden können und diese im emphatischen Zusammenspiel mit dem Menschen im Unternehmen in messbare Ergebnisse übersetzen können.

    StrategyFrame zeigt auch selbst, dass Unternehmen mit sehr kleinen Teams skalieren können. Wie sieht das bei Euch konkret aus – und wo liegt die Grenze zwischen Beratung und SaaS?
    Wir sind ein extremes Beispiel für KI-Skalierung: Unser Kernteam zählt aktuell weniger als 8 Personen – bei einem siebenstelligen Umsatz und stark wachsender Kundenzahl. Die Grenze zwischen Beratung oder bei uns Coaching und SaaS verläuft bei uns sehr klar: Wir liefern die Plattform, die strategisches Denken skaliert. Die Begleitung im eher klassischen Sinn – also Workshops, Change-Begleitung oder Coaching – übernehmen Teile unseres Teams, um immer nah am Kunden zu sein oder unseren Partnern. Unsere Stärke liegt in der Produktisierung von Strategiekompetenz.

    Was sollte man beachten, wenn man heute ein 100 % AI-basiertes Unternehmen gründen möchte?
    Zuerst muss man verstehen, wo KI echten Mehrwert schafft – nicht nur Effizienz, sondern Erkenntnis und Wirkung. Dann sollte man sich fragen: „Wie sieht der Marktmechanismus aus, der von KI profitiert?“ In unserem Fall war es die Asymmetrie im Strategiewissen: Wenige wissen, wie man Strategie wirklich macht, viele brauchen es. Und schließlich: „Wie skalierbar ist der Output der KI?“ – das ist der Punkt, an dem ein AI-Startup vom Beratungsmodell zum Plattformmodell wird. Wer das durchdenkt, findet automatisch Märkte, in denen KI nicht nur „hilft“, sondern das Geschäftsmodell selbst trägt.

    Wie hoch waren die technischen Hürden zur Entwicklung des Betriebssystems?
    KI-Entwicklung ist kein exklusives Spielfeld der Programmierer mehr. Entscheidend ist nicht, wie viel Code man schreibt, sondern wie gut man das Problem versteht, das man mit KI lösen will. Aber daneben hilft es natürlich ein starkes Produktmanagement und einen CTO zu haben, der die Dinge gut in die technische Machbarkeit übersetzen kann.

    Wo liegen die Grenzen von KI und wie sieht die Beratung in fünf Jahren aus?
    KI kann Muster erkennen, aber keine Verantwortung übernehmen. Strategie ist immer auch ein moralischer Akt – sie bestimmt, was wir wollen, nicht nur, was möglich ist. Ich sehe die Gefahr, dass Unternehmen sich zu sehr auf die Effizienzdimension konzentrieren und dabei die normative Ebene vergessen. Unsere Aufgabe ist, KI als Werkzeug zu nutzen – nicht als Entscheidungsträger. Die Verantwortung bleibt beim Menschen.

    In fünf Jahren wird sich Beratung klar segmentieren: Die eine Seite liefert Technologie und KI-basierte Plattformen. Die andere Seite liefert Kontext, Empathie und Umsetzungskompetenz. Die besten Beratungen werden beides vereinen – Menschen mit tiefem Kontextwissen, unterstützt von KI-Systemen wie StrategyFrame. Und genau dort liegt die Zukunft: nicht im Ersetzen, sondern im Erweitern menschlicher Strategiekompetenz.

     

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