Die Weltverbesserer Teil III: Essen und Trinken für die Welt

Laut den Vereinten Nationen müssen weltweit etwa 815 Millionen Menschen Hunger leiden. Dies ist eine gewaltige Zahl – und der Kampf ge­gen den Hunger somit eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit. Sauberes Wasser und Hygiene sind daneben weitere Grundbedürfnisse, deren Förderung mindestens genauso wichtig sind. Spenden sind dabei ein bedeutendes Mittel, um Bedürftigen Hilfe zu bieten. Wie lässt sich jedoch sicherstellen, dass der Spendenansatz auch weiterhin aufrechterhalten oder mög­licherweise noch ausgeweitet werden kann – gerade vor dem Hintergrund, dass laut Deutschem Spendenrat die Deutschen letztes Jahr weniger vergaben, als in den Jahren zuvor? Ein neues Konzept muss also her.

Foodsharing

Durch den Kauf eines Nussriegels von Share Foods spendet man ein Versorgungspaket für die Notfallversorgung eines Kindes im Nord-Senegal. Foto: © Richard Leeney

Sebastian Stricker scheint mit seinem Berliner Start-up „Share Foods“ einen vielversprechenden Ansatz gefunden zu haben, um unsere Spendengewohnheiten zu verändern. „1+1“ heißt das Prinzip, bei dem für jedes verkaufte Produkt ein Bedürftiger unterstützt wird.

Shares Sortiment besteht aus Bio-Nussriegeln, Handseife und Alpenwasser. Für jedes Konsumprodukt, das gekauft wird, werden Menschen in Not dementsprechend mit ei­ner Mahlzeit, sauberem Wasser und Seife versorgt. Seit März 2018 wurden bereits 4,8 Millionen Produkte verkauft. Die Käufer spendeten somit bereits zirka 1,3 Millionen Mahlzeiten, 300.000 Seifen und modernisierten mehr als 20 Brunnen. Mit Rewe und dm hat Sebastian zwei wichtige Partner, sodass seine Produkte nicht nur in seinem On­lineshop, sondern auch in deren Regalen zu finden sind.

Das Konzept von Share Foods fußt auf der Annahme, dass Menschen, die ohnehin gerade Geld ausgeben möchten, eine größere Spendenbereitschaft zeigen. Bis jetzt scheint der Plan aufzugehen. Sebastian kann sich sogar vorstellen, dass sein Geschäftsmodell, trotz der sozialen Ausrichtung, in der Zukunft Gewinn abwerfen wird. Und das, obwohl das Unternehmen beispielsweise mit Wasserflaschen, die keine neuen Rohstoffe benötigen, jedoch ein finanzielles Risiko darstellen, die Nachhaltigkeit über den möglichen Gewinn stellen.

Foto: ©Gene Glover

Bereits im Jahr 2014 hatte Sebastian das Start-up „ShareTheMeal“ gegründet, das eine App entwickelte, mit der man kleine Spenden an spezielle Projekte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen geben kann. Mehr als 26 Millionen Mahlzeiten wurden über die Apps bereits gespendet – eine beachtliche Zahl. Das Hungerproblem in der Welt wird Sebastian zwar nicht im Alleingang lösen können, er geht jedoch die ersten Schritte auf einem Weg, auf dem wir ihm in der Zukunft unbedingt folgen sollten.

 

Beitragsbild: © Vojta Vancura

Share.