„Bei uns gibt es niemals ­Stillstand oder Langeweile”

Die AWADO GmbH WPG STBG zählt gemeinsam mit ihrem Netzwerkpartner rund 200 Berufsträger und -trägerinnen im Bereich Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung und zu den Top 10 Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland. Alexandra Pfeil ist eine der Expertinnen im Bereich Interne Revision von Banken und erzählt uns von ihren Tätigkeiten als Teamleiterin, ihrem Wunsch von mehr Frauen im Finanzsektor sowie ihrem familienfreundlichen Arbeitgeber.

Alexandra Pfeil, Wirtschaftsprüferin

Alexandra, du bist Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin. Erzähl uns doch bitte von deinem Weg.
Ursprünglich bin ich ganz klassisch nach dem Abitur mit einer Bankausbildung in das Berufsleben gestartet. Die Ausbildung bei der Bank hat mir damals tatsächlich sehr viel Spaß gemacht, aber ich hatte den Wunsch noch zu studieren. Deswegen hat sich im Anschluss an meine Berufsausbildung ein berufsintegriertes, betriebswirtschaftliches Studium angeboten. Dieses habe ich an der Frankfurt Business School absolviert. In dieser Zeit war ich drei Tage die Woche Studentin und drei Tage die Woche arbeitete ich im Rahmen eines Traineeprogramms bei der Bank. Da ich es damals schon sehr wichtig fand, mich weiterzubilden, entschloss ich mich deswegen nach meinem Studium dazu, den Weg in die Wirtschafts­prüfung zu gehen. Der darauffolgende Weg in die Bankenprüfung war für mich die logische Konsequenz aufgrund meines bisherigen Werdegangs und Backgrounds. 2004 wurde ich dann als Steuerberaterin bestellt und im Jahre 2008 schließlich als Wirtschaftsprüferin.
Besonders reizvoll war damals für mich, mit immer wechselnden Menschen – zum einen auf Mandantenseite und zum anderen in unseren internen Teams – zusammenzuarbeiten und mit aktuellen Themen konfrontiert zu sein. Stillstand gibt es in der Wirtschaftsprüfung nie! (lacht)

Heute bist du bei AWADO Leiterin im Team „Prüfung und Managed Service“. Mit welchen Aufgaben und Herausforderungen beschäftigst du dich?
Meine Aufgaben bei AWADO sind sehr vielfältig. Und das ist auch ein Grund, warum ich so glücklich bin hier zu arbeiten. Im Rahmen einer Projektarbeit mit mehreren Kollegen arbeiten wir ständig an unserem Prüfungsvorgehen, um dieses aktuell zu halten und ständig zu verbessern. So haben wir Anfang des Jahres eine Revisionssoftware eingeführt. In diesem Zusammenhang bin ich gemeinsam mit meinem Team für die Konfiguration der Software sowie die Schulung der Mitarbeitenden verantwortlich. Da unser Team auch weiter wachsen soll, bin ich auch in die entsprechenden Recruitingprozesse eingebunden bis hin zur Durchführung der Bewerbungsgespräche und der Entscheidung über Einstellungen. Gleichzeitig stehe ich auch nach wie vor im Kontakt mit Mandanten und führe operativ Prüfungen selbst durch. Das ist für mich auch sehr wichtig!


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Du bist 2019 nach 18 Jahren Tätigkeit bei einer Big 4-Gesellschaft zur AWADO gewechselt. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt und wieso hast du dich für AWADO entschieden?
Über all die Jahre habe ich mich bei meinem Big 4-Arbeitgeber sehr wohlgefühlt. Ich hatte immer nette Kolleg:innen, es gab immer spannende Aufgaben und ich hatte eine wirklich gute Zeit. Irgendwann kam aber dann der Zeitpunkt, an dem ich mir eine Veränderung gewünscht habe. Ich hab schon immer gerne mit kleinen und mittelständigen Banken und Finanzdienstleistern gearbeitet. Das macht mir nach wie vor Spaß, den Kunden ganzheitlich zu verstehen und nicht nur – wie es bei großen Gesellschaften der Fall ist – einen kleinen Ausschnitt zu betrachten. Das war für mich ein wichtiger Grund, warum ich mich für AWADO entschieden habe, da hier der Fokus auf den mittelständischen Bereich liegt. Auch die Werte Vertrauen, Ehrlichkeit und Loyalität, für die AWADO steht, sind mir sehr wichtig.

Du trägst als Führungskraft Verantwortung für zwölf Mitarbeitende. Wie ist dein Team strukturiert und wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?
Mein Team ist immer noch im Aufbau und wird auch weiterhin wachsen. Mir ist es persönlich ein Anliegen, dass wir in jeder Hinsicht heterogen aufgestellt sind. Das betrifft das Verhältnis von Kollegen und Kolleginnen. Aktuell sind wir fast ausgeglichen, zum Jahresende werden wir wahrscheinlich einen leichten weiblichen Überhang haben. Aber auch das Alter und die Erfahrung in der Revision sowie die Spezialisierung sollen heterogen bleiben. Meinen Führungsstil würde ich als sehr kooperativ beschreiben. Ich finde, dass man in einem Team nicht demokratisch entscheiden kann, denn irgendwann muss jemand eine Entscheidung treffen. Aber ich habe hochkompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, deren Meinung mir sehr wichtig ist. Aus diesem Grund werden intern in unserem Team viele Dinge diskutiert, um möglichst optimale Lösungen zu finden.

Du hast deine Involvierung in euer Recruiting angesprochen. Worauf achtest du besonders bei neuen Kandidaten?
In erster Linie ist es mir wichtig, dass Bewerber und Bewerberinnen in menschlicher Hinsicht in unser Team passen. Zudem achten wir darauf, in wie weit der Kandidat oder die Kandidatin schon Erfahrungen in der Prüfung und Beratung von Banken und Finanzdienstleistern mitbringt.
Wenn keine Erfahrungen vorhanden sind, versuche ich einzuschätzen, inwiefern der oder die jeweilige Bewerber:in die Bereitschaft mitbringt, sich in die neue Aufgabe einzuarbeiten. Darüber hinaus finde ich, dass man sich in einem Bewerbungsgespräch nie verstellen sollte. Das gilt übrigens für beide Seiten! Auch die Ehrlichkeit spielt eine große Rolle. Man sollte offen kommunizieren, wie es um die eigens vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten besteht. Es ist nicht schlimm, wenn man bestimmte Erfahrungen noch nicht gemacht hat. Anderen geht es schließlich auch so. Der zukünftige Arbeitgeber sollte aber auch fairerweise wissen, wo noch Einarbeitungsbedarf besteht, damit er entsprechend planen kann.

Welche Formen des hybriden Arbeitens werden bei AWADO präferiert und wie gelingt es dir unter diesen Voraussetzungen, dein Team effizient zu führen?
Wir haben verschiedene Möglichkeiten: Ein Videokonferenzsystem, ein Dokumentenmanagementsystem, über das wir auch externe Schreiben digital signieren können, und die Möglichkeit, dass uns die zu prüfenden Banken einen Fernzugang einrichten, damit wir direkt auf das System der Banken Zugriff haben und nicht zwingend vor Ort sein müssen. Nichtsdestotrotz finde ich persönliche Begegnungen sehr wichtig! Im Rahmen des hybriden Arbeitens haben wir deshalb im zweiwöchigen Abstand ein Teamjourfix, bei dem wir uns austauschen. Aber wir machen tatsächlich auch regelmäßig ein in Präsenz stattfindendes Teammeeting. Das ist aus meiner Sicht ganz wichtig, auch vor dem Hintergrund, dass wir das Team ausbauen.


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Beim Thema „Women in Finance“ fällt auf, dass Frauen in Finanzunternehmen gerade in Führungspositionen oft noch unterrepräsentiert sind. Die AWADO zählt viele Unternehmen aus der Finanzbranche zu ihren Kunden. Was ist nötig, damit mehr Frauen sich in der Branche wohlfühlen?
Das ist eine sehr schwierige und komplexe Frage, über die ich schon sehr oft nachgedacht habe. Mein Empfinden ist, dass beim Zeitpunkt des Berufseinstiegs die Anzahl der Frauen und Männer in der Finanzwelt ausgeglichen ist. Insbesondere wenn es dann in der Wirtschaftsprüfung um die Frage geht, ob man ein Berufsexamen ablegt oder nicht, ist mein persönliches Empfinden, dass sich viele Frauen dagegen entscheiden. Rein alterstechnisch fällt diese Entscheidung oftmals mit dem Zeitpunkt der Entscheidung einer Familiengründung zusammen. Meine Einschätzung in unserer Branche ist, dass Frauen es so wahrnehmen, dass Familie und Karriere zusammen möglicherweise problematisch sind. Ich glaube aber, dass Frauen heutzutage Selbstbewusstsein genug haben sollten, um ihren beruflichen Weg zu gehen und keine Entscheidung für oder gegen eine Familie treffen müssen.
Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass wir Frauen uns gegenseitig unterstützen. Frauen sind meiner Meinung nach meistens nicht so gut im Netzwerken und deswegen fühle ich mich durchaus dafür verantwortlich, dass ich gerade junge Kolleginnen ermutige ihren Weg zu gehen. Das heißt aber nicht, dass ich das nicht auch für jungen Männer in meinem Team tue, nur benötigen junge Frauen manchmal einen gewissen Anstoß, um ihnen zu sagen: „Trau dich und gehe deinen Weg“.
Je mehr Frauen in Führungspositionen kommen, desto mehr Rollenvorbilder wird es geben und desto selbstverständlicher wird das auch. Dazu muss man sagen, dass sich auch die männlichen Vorgesetzten verändert haben. Sie sind selber aktive Väter und verstehen, dass auch Frauen Karriere machen wollen und nicht durch die Familie eingeschränkt werden sollten.

Wie würdest du die generelle Arbeits- und Unternehmenskultur bei deinem Arbeitgeber beschreiben?
In einem Satz? Dann: Geprägt durch Herausforderungen (lacht). Aber auch durch interessante Aufgaben. Denn man erfährt bei uns so viel Unterstützung und Rückhalt durch die Führungsebene. Wenn Dinge nicht optimal laufen, dann geht es bei uns niemals um Fehlerzuweisung, sondern darum, die Gründe zu klären, um zukünftig Dinge besser zu machen. Die Unternehmenskultur ist tatsächlich sehr stark von Vertrauen, der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und auch durch eine Loyalität untereinander geprägt.

Welchen Anteil hat dein Beruf an einem erfüllten Leben und wie meisterst du dieses?
Wie man sich unschwer vorstellen kann, ist mein Beruf ein wichtiger Teil in meinem Leben. Ich habe viel dafür getan, meine Berufsexamina zu bestehen und meinen Weg so zu gehen, wie ich ihn gegangen bin. Deswegen kann ich das abends nicht einfach wie ein Kleidungsstück ablegen. Tatsächlich denke ich oft noch über Themen nach, die mich tagsüber noch beschäftigt haben. Das ist für mich aber auch ok und gehört dazu. Aber ich habe natürlich auch ein Privatleben.

Wie sieht das aus?
Ich bin verheiratet und habe einen Sohn. Meine Familie ist mir über alle Maße wichtig. Zu sehen, wie mein Sohn sich entwickelt, an Schulfesten teilzunehmen und auch Schulaufgaben gemeinsam mit ihm zu machen, das hat für mich eine genauso hohe Priorität wie mein Beruf. Für mich passt es zusammen, da ich einen Arbeitgeber habe, der mir diese Flexibilität bietet und den Raum lässt, die beiden Welten miteinander zu vereinbaren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Zum Ende des Gespräches noch eine letzte Frage: Welche drei Faktoren, die man selbst beeinflussen kann, sind die wichtigsten, um im Beruf Erfüllung zu finden?
Ich denke zunächst, dass man für sich selber einen Beruf finden muss, in dem man gerne tätig sein möchte. Ein Thema, für das man sich interessiert und für das man sich weiterentwickeln möchte. Dann glaube ich, dass es wichtig ist, dass man sich bei seinem Arbeitgeber und im Team wohlfühlt, damit man auch gerne zur Arbeit gehen kann. Das heißt nicht, dass es Tage gibt, an denen man nicht so gerne in die Arbeit gehen möchte, aber grundsätzlich sollte man sich wohlfühlen, da wo man ist. Und ein dritter wichtiger Punkt ist, dass man einen erfahrenen Kollegen oder Mentor hat, der einen fördert und fordert.


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