Das Interview zeigt, wie sich fachliche Entwicklung und persönliche Prioritäten verbinden lassen – und warum der richtige Startzeitpunkt für das Berufsexamen individuell sein kann.

Wer eine Karriere in der Wirtschaftsprüfungsbranche anstrebt, steht früher oder später vor der Frage, ob man den Schritt zur Berufsträgerin oder zum Berufsträger gehen möchte. Im Roundtable berichten Diana Schmidt und Florian Würdemann von BDO, wie ihr Arbeitgeber sie auf ihrem jeweiligen Weg sehr flexibel begleitet – und warum Vertrauen und Kollegialität dabei manchmal schwerer wiegen als jeder Zeitplan.
Was du wissen solltest
- Der Karrierestart: Dieser kann bei BDO auf verschiedenen Wegen erfolgen. Diana Schmidt begann als Steuerfachwirtin, während Florian Würdemann über ein Praktikum in die Wirtschaftsprüfung einstieg.
- Die Entwicklung: Diana legte ihr Steuerberaterexamen früh in ihrer BDO-Laufbahn ab und ist heute als Director tätig. Florian übernimmt bereits operative Verantwortung und verfolgt das Ziel, Wirtschaftsprüfer zu werden.
- Das Erfolgsrezept: Für den individuellen Karriereweg sind neben fachlicher Entwicklung auch Vertrauen, Kollegialität und die Möglichkeit entscheidend, den Zeitpunkt des nächsten Schritts an die eigene berufliche und private Situation anzupassen.
Diana, Du bist Steuerberaterin und Director bei BDO und Du, Florian, über den Einstieg als Praktikant heute auf dem Weg zum Wirtschaftsprüfer. Nehmt uns doch bitte zunächst einmal auf Eurem Weg vom Start bis heute mit.
Diana: Als ich als Steuerfachwirtin bei BDO gestartet bin, wollte ich zunächst fachlich und persönlich ankommen und hatte noch keinen festen Zeitplan für das Steuerberaterexamen. Der konkrete Impuls entstand dann überraschend schnell: Einige hochmotivierte Kolleginnen und Kollegen wollten die Vorbereitung noch im selben Jahr beginnen. Da ich die erforderlichen Praxiszeiten bereits erfüllt hatte, dachte ich: Warum eigentlich warten? Besonders wichtig war für mich, dass meine Führungskraft mir diesen Schritt von Anfang an zugetraut und mich darin bestärkt hat. So wurde aus einer zunächst offenen Möglichkeit sehr schnell ein konkretes Ziel.
Florian: Während meines Praktikums und später als Werkstudent habe ich schnell gemerkt, dass mir die Arbeit in der Wirtschaftsprüfung viel Freude bereitet. Besonders spannend war für mich, dass die theoretischen Inhalte aus dem Studium plötzlich greifbar wurden und ich nachvollziehen konnte, wie Unternehmen tatsächlich funktionieren. Man erhält tiefe Einblicke in Geschäftsmodelle, Prozesse und Entscheidungsabläufe und lernt dabei ständig dazu.
Mit der Zeit wurde auch der direkte Kontakt zu Kundinnen und Kunden intensiver. Der Austausch mit Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern, Finanzleiterinnen und Finanzleitern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rechnungswesen und anderen erfahrenen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern hat mich fachlich und persönlich geprägt und vorangebracht. Gleichzeitig haben mich auch die Rahmenbedingungen bei BDO überzeugt: ein modernes Arbeitsumfeld, viel Flexibilität bei der Gestaltung des Arbeitsortes zwischen Büro, Kundinnen und Kunden und mobilem Arbeiten sowie Kolleginnen und Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit Spaß macht. Dadurch wurde aus einer Studienerfahrung recht schnell die Vorstellung einer langfristigen beruflichen Perspektive.
Perspektivisch hast Du das Ziel, Wirtschaftsprüfer zu werden. Heute trägst Du eine starke operative Verantwortung. Wie bringst Du das unter einen Hut?
Florian: Durch meine Spezialisierung im energiewirtschaftlichen Bereich habe ich die Möglichkeit erhalten, einen Manager Case zu bearbeiten und den nächsten Karriereschritt zu gehen, obwohl ich das Wirtschaftsprüferexamen noch nicht abgelegt habe. Das empfinde ich als großes Zeichen des Vertrauens und als Wertschätzung meiner bisherigen Arbeit. Gleichzeitig habe ich neben dem Beruf eine sehr zeitintensive Leidenschaft, die mich schon seit meiner Kindheit begleitet. Solange ich die Möglichkeit habe, diesem Hobby auf dem derzeitigen Niveau nachzugehen, möchte ich bewusst noch nicht die umfangreiche Zeit investieren, die eine Examensvorbereitung erfordert. Das Wirtschaftsprüferexamen bleibt ein klares Ziel, aber für mich gehört zur Karriereplanung auch, den Zeitpunkt zu wählen, der sowohl beruflich als auch privat passt.
Du hast diese Phase hinter Dir, Diana. Das Steuerberaterexamen gilt als anspruchsvoll. Was war Deine Motivation?
Diana: Mich hat vor allem die Aussicht motiviert, fachlich noch eigenständiger arbeiten und mehr Verantwortung für Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen zu können. Ich hatte bereits während der Vorbereitung das Gefühl, dass BDO meine Entwicklung aktiv fördert und langfristige Perspektiven eröffnet. Dadurch wurde das Examen trotz aller Belastung zu einem konsequenten nächsten Schritt auf meinem beruflichen Weg.
„Die Kollegialität hat mir während der Vorbereitung enorm geholfen“
– Diana
Was hat Dich durch diese Zeit getragen?
Diana: Freistellung und finanzielle Unterstützung schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Mindestens genauso entscheidend war für mich aber die menschliche Unterstützung im Team. Gerade in den intensiven Phasen vor den Prüfungen haben Kolleginnen und Kollegen ganz selbstverständlich Aufgaben übernommen und mir den Rücken freigehalten. Besonders wertvoll waren auch die Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, die das Examen kurz zuvor selbst abgelegt hatten. Sie konnten sehr gut nachvollziehen, was mich gerade beschäftigte, haben offen über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen und mir auch nach schwierigen Tagen wieder Mut gemacht. Diese Form der gelebten Kollegialität hat mir während der Vorbereitung enorm geholfen.
Warum ist die Berufsträgerschaft für Dich der nächste klare Schritt in Audit & Assurance, Florian?
Florian: Was mich an Audit & Assurance besonders begeistert, ist die Kombination aus fachlicher Tiefe, Verantwortung und dem engen Kontakt zu unterschiedlichsten Unternehmen. Man gewinnt Einblicke in verschiedenste Branchen, begleitet Entwicklungen oft über viele Jahre hinweg und kann aktiv dazu beitragen, Vertrauen in wirtschaftliche Informationen zu schaffen. Genau diese Mischung macht den Beruf für mich langfristig attraktiv und ist auch der Grund, warum ich perspektivisch den Weg zum Wirtschaftsprüfer gehen möchte. Mit der Berufsträgerschaft verbinde ich dabei vor allem den Schritt, für die eigene fachliche Einschätzung persönlich einzustehen.
Als Wirtschaftsprüferin oder Wirtschaftsprüfer begleitet man Kundinnen und Kunden nicht nur fachlich, sondern übernimmt selbst Verantwortung für Prüfungsurteile und verleiht der eigenen fachlichen Einschätzung als Berufsträger zusätzliche Verbindlichkeit. Diese Verbindung aus fachlicher Unabhängigkeit, persönlicher Verantwortung und gewachsenem Vertrauen macht den Titel für mich zu einem klaren nächsten Schritt.

Florian Würdemann ist im Bereich Audit & Assurance bei BDO Oldenburg mit Schwerpunkt Energiewirtschaft tätig. Zu BDO kam er über Praktikum und Werkstudententätigkeit und steht kurz vor dem Aufstieg zum Manager
Welche fachlichen und persönlichen Möglichkeiten würde Dir der Wirtschaftsprüfertitel gerade in der Energiewirtschaft eröffnen?
Florian: Die Energiewirtschaft ist unglaublich spannend, weil sie fachlich sehr anspruchsvoll und gleichzeitig hochaktuell ist. Gerade zu Beginn wirkt die Vielzahl an regulatorischen Vorgaben, Marktmechanismen und Fachbegriffen oft komplex. Mit zunehmender Erfahrung erkennt man jedoch die Zusammenhänge und versteht, wie eng wirtschaftliche, regulatorische und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verknüpft sind. Besonders reizvoll finde ich, dass die Branche durch Themen wie Energiewende, Versorgungssicherheit und Klimaschutz ständig in Bewegung ist. Dadurch lerne ich in jeder Prüfungssaison neue Aspekte kennen und entwickle mich kontinuierlich weiter.
Das Wirtschaftsprüferexamen sehe ich dabei als konsequenten nächsten Schritt. Es erweitert nicht nur das fachliche Fundament im Bereich Prüfung und Rechnungslegung, sondern eröffnet auch zusätzliche Verantwortung. Mit dem Wirtschaftsprüfertitel übernimmt man letztlich selbst die Verantwortung für Prüfungsurteile und tritt noch stärker als vertrauenswürdige Ansprechpartnerin oder vertrauenswürdiger Ansprechpartner und Sparringspartnerin oder Sparringspartner auf. Diese Kombination aus fachlicher Weiterentwicklung und wachsender Verantwortung motiviert mich besonders.
Wie hat sich Dein Verantwortungsbereich als Director verändert, Diana?
Diana: Mit der neuen Rolle hat sich mein Verantwortungs- und Gestaltungsspielraum noch einmal deutlich erweitert. Neben der fachlichen Beratung und der Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden geht es für mich heute stärker darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln, Themen voranzutreiben und die Zukunft unserer Arbeitsweise aktiv mitzugestalten.
Dazu gehört beispielsweise, in nationalen und internationalen Workshops gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen Prozesse neu zu denken und Abläufe besser aufeinander abzustimmen. Besonders viel Freude macht mir, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die unseren Arbeitsalltag effizienter machen und unseren Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bieten.
„Ich schätze die Flexibilität, die der Beruf bietet“- Florian
Wie hält man in stressigen Phasen die Balance zwischen der Verantwortung für Kundinnen und Kunden und Privatleben?
Florian: Natürlich gibt es Phasen im Jahr, die sehr arbeitsintensiv sind. Gerade während der Prüfungssaison erfordern die Projekte für unsere Kundinnen und Kunden ein hohes Maß an Einsatz und Organisation. Für mich persönlich ist dabei Sport der wichtigste Ausgleich. Er gehört fest zu meinem Alltag und hat denselben Stellenwert wie andere selbstverständliche Routinen. Deshalb plane ich entsprechende Zeiten bewusst ein und halte diese auch möglichst konsequent ein.
Gleichzeitig schätze ich die große Eigenverantwortung und Flexibilität, die der Beruf bietet. Letztlich ist man selbst für seine Projekte, Fristen und Ergebnisse verantwortlich und kann seine Arbeit entsprechend organisieren. Wer morgens produktiver ist, startet früher. Wer tagsüber eine Pause benötigt oder bestimmte Aufgaben lieber am Abend erledigt, kann dies oft flexibel gestalten. Diese Freiheit hilft mir dabei, berufliche Anforderungen und private Interessen gut miteinander zu verbinden.
Ein steuerliches Thema ist heute oft gleichzeitig ein IT-, Governance- oder Organisationsproblem. Wird die Steuerberatung zunehmend interdisziplinär?
Diana: Absolut! Die klassische steuerliche Arbeit bleibt weiterhin ein wichtiges Fundament. Gleichzeitig verändern Automatisierung, strukturierte Daten und digitale Vorprozesse den Schwerpunkt unserer Tätigkeit. Sie schaffen Freiräume, um uns intensiver mit komplexen Fragestellungen und der vorausschauenden Beratung unserer Kundinnen und Kunden zu beschäftigen. Steuerliche Themen sind heute häufig eng mit IT-Systemen, Governance-Strukturen und operativen Prozessen verbunden. Deshalb arbeiten wir zunehmend interdisziplinär und begleiten unsere Kundinnen und Kunden auch bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle und Transformationsprozesse.
Gerade diese Verbindung aus steuerlicher Expertise, Technologieverständnis und unternehmerischem Denken macht den Beruf für mich so vielseitig.

Diana Schmidt ist Steuerberaterin und Director bei BDO München. Die Steuerfachwirtin legte ihr Steuerberaterexamen früh in ihrer BDO-Laufbahn ab und verantwortet heute neben der fachlichen Beratung auch die Entwicklung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Wem würdest Du den Weg zur Steuerberaterin oder zum Steuerberater bei BDO empfehlen – und wem eher nicht?
Diana: Ich würde den Weg Menschen empfehlen, die Freude an komplexen Fragestellungen haben, Verantwortung übernehmen möchten und sich kontinuierlich weiterentwickeln wollen.
Ein gutes analytisches Verständnis ist wichtig, ebenso wie Eigeninitiative, Offenheit und die Bereitschaft, mit Kundinnen und Kunden und im Team an Lösungen zu arbeiten. Vieles davon muss man nicht vom ersten Tag an perfekt beherrschen, sondern entwickelt sich mit den Aufgaben und der Erfahrung. Weniger passend ist der Weg vermutlich für diejenigen, die dauerhaft ausschließlich nach festen Routinen und klar vorgegebenen Lösungen arbeiten möchten. BDO ist aus meiner Sicht besonders interessant für Menschen, die fachlich gefordert und gefördert werden möchten und gleichzeitig Wert auf Zusammenarbeit und ein menschliches Miteinander legen.
Und welche berufliche Zukunft hast Du vor Augen, Florian?
Florian: Ich sehe meine berufliche Zukunft weiterhin im schönen Oldenburg, gemeinsam mit einem starken Team und spannenden Projekten für Kundinnen und Kunden. Besonders der Aufbau und die Weiterentwicklung unseres energiewirtschaftlichen Prüfungsgeschäfts machen mir große Freude. Gleichzeitig reizt mich die Vielfalt der Aufgaben, die sich mit wachsender Verantwortung ergeben.
Das Wirtschaftsprüferexamen ist dabei für mich nicht das Ende eines Karrierewegs, sondern vielmehr der Beginn eines neuen Abschnitts. Mit dem Titel entstehen neue fachliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, zusätzliche Verantwortung und die Chance, Kundinnen und Kunden noch umfassender zu begleiten. Insofern verstehe ich das Examen weniger als Zielpunkt, sondern vielmehr als nächsten mittelfristigen Meilenstein auf einem langfristigen beruflichen Weg bei BDO.
Bis zum erfolgreichen Examen: So beschreibt BDO den Weg zur Berufsträgerin oder zum Berufsträger Diana nennt ein gutes analytisches Verständnis, Eigeninitiative und Offenheit als wichtige Voraussetzungen. Außerdem komme es darauf an, mit Kundinnen und Kunden sowie im Team an Lösungen arbeiten zu wollen. Neben Freistellung und finanzieller Unterstützung betont Diana vor allem die kollegiale Hilfe während ihrer Prüfungsvorbereitung. Kolleginnen und Kollegen übernahmen Aufgaben, teilten ihre Erfahrungen und unterstützten sie auch in schwierigen Phasen. Florians Weg ist dafür ein konkretes Beispiel. Er begann bei BDO als Praktikant und arbeitete später als Werkstudent. Im Anschluss bearbeitet er einen Manager Case und geht damit den nächsten Karriereschritt. Ein Wirtschaftsprüferexamen möchte er in seiner Zukunft bei BDO auch ablegen. Weitere Informationen zu Einstieg, Berufsexamen und Karrierewegen findest du auf der Karriereseite von BDO.
Häufige Fragen zur Karriere als Berufsträger oder Berufsträgerin bei BDO
Welche Fähigkeiten sind für den Einstieg in die Steuerberatung bei BDO wichtig?
Welche Unterstützung bietet BDO auf dem Weg zur Berufsträgerschaft?
Kann aus einem Praktikum bei BDO eine langfristige Karriere entstehen?
Welche Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten bietet BDO aktuell?