Mit KI kommen Berufseinsteiger:innen bei PwC früher an die spannenden Fragen. Warum das fachliche Urteil trotzdem bei ihnen bleibt, erklärt Vivien Graeff aus ihrer Praxis.

Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Vivien Graeff ist bei PwC Deutschland auch dafür verantwortlich, die Prüfung durch digitale Werkzeuge weiterzuentwickeln. Sie beschreibt die Auswirkungen dieser technologischen Veränderungen und erklärt, welche Skills von Berufseinsteiger:innen dadurch wichtiger werden. Die zentrale Erkenntnis ist: KI macht die Wirtschaftsprüfung effizienter und ermöglicht einen früheren Fokus auf anspruchsvolle Fragestellungen. Das fachliche Urteil und die Verantwortung der Prüfer:innen bleiben aber dabei weiterhin unverzichtbar.
Was du wissen solltest
Vivien, Du bist Managerin im Assurance-Bereich von PwC und bist als Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin doppelte Berufsträgerin. Zusätzlich arbeitest Du an Technologie- und Digitalisierungsthemen. Bei dieser Aufgabenvielfalt interessiert uns natürlich, wie ein typischer Arbeitstag bei Dir ausschaut – oder gibt es den gar nicht?
Ehrlich gesagt gibt es einen typischen Tag bei mir nicht. Und genau das macht den Beruf so reizvoll.
Ich betreue mittelständische Unternehmen im Bereich Industrial Services, das heißt, vom Automobilzulieferer, Maschinenbauer bis zum Spielwarenhändler ist alles dabei. Diese Bandbreite ist unbezahlbar. Dabei bekomme ich Einblicke in Geschäftsmodelle, Branchen und Unternehmerpersönlichkeiten, die man sonst nie erleben würde.
Als Wirtschaftsprüferin bewege ich mich zudem in einer spannenden Schnittmenge aus Recht, Zahlen und Wirtschaft. Gleichzeitig bietet PwC Raum, sich neben der Arbeit bei Mandanten bei Digitalisierung oder Recruiting einzubringen. Mein Arbeitsalltag besteht daher nicht nur aus Zahlen und Analysen, sondern vor allem aus dem Austausch mit Menschen, spannenden Fragestellungen und Themen, die aktueller kaum sein könnten.
Wenn Prüfung mehr ist als das Jonglieren mit Zahlen: Was ist es in einem Satz oder einem Wort? Und welche Aufgaben fordern Dich und wo erlebst Du Momente, die zeigen, dass sich der ganze Aufwand lohnt?
Für mich bedeutet Prüfung, zu verstehen. Bevor ich eine Zahl beurteilen kann, muss ich wissen, wie das Unternehmen Geld verdient und wo Risiken liegen. Dieses Geschäftsverständnis entsteht vor allem in Gesprächen mit Führungskräften. Besonders herausfordernd sind Situationen ohne klare Vorlage: Dann braucht es Fachurteil, Recherche, Rücksprache mit den Kolleg:innen und Durchsetzungsvermögen beim Mandanten.
Gerade die Endphase einer Prüfung ist intensiv. Fristen rücken näher, offene Punkte müssen geklärt werden, alle Beteiligten arbeiten mit hoher Konzentration. Darin zeigt sich, was unsere Arbeit ausmacht: Wir begegnen dem Mandanten auf Augenhöhe und lösen die Themen Hand in Hand.
Wenn in der Abschlussbesprechung das Testat rechtzeitig unterschrieben vorliegt und alle zufrieden sind, dann zeigt sich, warum sich der Aufwand lohnt.
Wie unterstützt PwC beim anspruchsvollen Wirtschaftsprüferexamen und hast Du einen Tipp, wie man diese Herausforderung am besten meistert?
Ich habe mein Examen noch vor meiner Zeit bei PwC abgelegt und weiß deshalb aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd dieser Weg ist. PwC unterstützt mit Examensurlaub, Förderbudget, strukturierten Vorbereitungsprogrammen und Kolleg:innen, die diese Phase selbst erlebt haben.
Wenn ich nur einen Tipp nennen dürfte: Schiebt das Examen nicht zu lange auf. Kurz nach dem Studium seid Ihr noch im Lernmodus und könnt auf vieles aufbauen. Unterschätzt es auch nicht! Nicht umsonst gilt es als eines der härtesten Berufsexamen. Aber mit Disziplin, Ausdauer und der richtigen Unterstützung ist es absolut machbar. Und ganz ehrlich: Mir hat das Lernen sogar Spaß gemacht, weil die Inhalte so praxisnah und relevant für den Beruf sind.
Mir persönlich haben vor allem eine Lerngruppe mit echten Leidensgenoss:innen geholfen, das Verständnis von Familie und Freund:innen und die Möglichkeit, das Examen Schritt für Schritt in einzelnen Modulen abzulegen.
Lass uns bitte zu den technologischen Entwicklungen in der Branche kommen, denn Du gestaltest Formate mit, in denen Prüfungsteams neue Werkzeuge und auch Arbeitsweisen kennenlernen. Wie bist Du zu dieser Rolle gekommen?
Ich bin da relativ organisch hineingewachsen. Wie so oft im Leben zeigt sich, wer neugierig ist und Eigeninitiative ergreift, der bekommt Gelegenheiten. Bei mir ging es los mit dem Testen KI-basierter Belegprüfung und Automatisierungslösungen. Ich habe früh gemerkt, wie viel Potenzial darin steckt und mich aktiv eingebracht. Bei PwC gibt es unglaublich viele Chancen neben dem Tagesgeschäft, man muss sie nur nutzen. Mir macht es Spaß, nicht nur selbst zu prüfen, sondern auch mitzugestalten, wie in Zukunft geprüft werden sollte.
Das ist das Stichwort: Wie verändert KI gerade die Wirtschaftsprüfung und wo erlebst Du das in Deiner Arbeit ganz konkret?
KI ist bei uns längst gelebter Alltag. PwC investiert aktuell massiv in seine neue Prüfungssoftware. Dazu kommen KI-basierte Belegprüfung, Automatisierungen bei repetitiven Analysen und viele weitere Tools, die uns helfen, schneller zu besseren Ergebnissen zu kommen. In der Assurance passiert gerade unheimlich viel und es ist spannend, Teil dieses Wandels zu sein. Was sich dadurch verändert: Berufseinsteiger:innen verbringen weniger Zeit mit mechanischen Aufgaben und kommen früher an die inhaltlich spannenden Fragen. Was entscheidend bleibt, ist die Eigenverantwortung. KI liefert Hinweise, aber bewerten, einordnen und verantworten müssen wir sie. PwC bereitet uns darauf gezielt mit Schulungen, Testphasen und Raum für eigenes Feedback vor.
„In der Assurance passiert gerade unheimlich viel und es ist spannend, Teil dieses Wandels zu sein“
Ich nehme an, Berufseinsteiger:innen sollten heute etwas mitbringen, was vor kurzem noch keine große Rolle gespielt hat – was würdest Du da an erster Stelle nennen?
Datenverständnis ist heute ein echter Gamechanger. Wer Freude daran hat, mit Daten zu arbeiten, Muster zu erkennen und sich zügig in neue Tools einzuarbeiten, hat einen enormen Vorteil. Anwendungen verändern sich so schnell, dass Lernbereitschaft wichtiger ist als fertiges Spezialwissen. Genauso wichtig: Neugier und der Wille, Dinge zu hinterfragen. Gleichzeitig bleiben natürlich betriebswirtschaftliches Verständnis, analytisches Denken, Kommunikationsstärke und Teamgeist unverzichtbar. Alles Weitere könnt Ihr bei PwC lernen. Bringt Neugier und Engagement mit – der Rest wächst.
An diesen Sätzen spürt man, dass Dir als Führungskraft auch die Entwicklung jüngerer Kolleg:innen am Herzen liegt. Was hast Du bei PwC über Führung gelernt?
Ich habe bei PwC gelernt, dass gute Führung vor allem auf Augenhöhe stattfindet. Es geht darum, zuzuhören, Vertrauen zu schenken und Menschen den Raum zu geben, Verantwortung zu übernehmen. Besonders schön ist es, zu erleben, wie sich Kolleg:innen weiterentwickeln, an Herausforderungen wachsen und zunehmend selbstbewusster werden. Dabei lerne auch ich immer wieder von ihren Perspektiven. Verantwortung für Menschen zu tragen, ist für mich deshalb persönlicher und emotionaler als rein fachliche Verantwortung und damit gleichzeitig unglaublich erfüllend.
Wem würdest Du einen Einstieg in die Wirtschaftsprüfung bei PwC empfehlen – und woran erkennt jemand schon vor der Bewerbung, dass die Arbeit und die Arbeitsweise dort zu ihm oder ihr passen?
Ich empfehle den Einstieg allen, die neugierig sind, gerne mit Menschen arbeiten und keine Angst vor Komplexität haben. Wer sich für Wirtschaft in ihrer ganzen Breite interessiert, aber auch für die Geschichten und Menschen dahinter, wird sich in der Wirtschaftsprüfung wohlfühlen. Prüfung ist immer Teamsport und Dazulernen ist Teil des Berufsbildes.
Wenn Ihr in Eurem Praktikum oder Werkstudentenjob spürt, dass Euch der Blick in unterschiedliche Unternehmen mehr reizt als die Vertiefung in einen einzigen Betrieb, dann seid Ihr bei uns richtig. Weniger passend ist es vielleicht für alle, die klare Routinen und einen sehr planbaren Arbeitsalltag suchen. Bei uns ist jeder Tag anders. Genau das macht es aus.
„Aufgabenvielfalt, Weiterentwicklung und ein hoher Gestaltungsspielraum bei PwC: Ich bin genau da, wo ich sein möchte“
Was zeigt Dir, dass Du im Beruf genau dort bist, wo Du sein möchtest?
Zum einen die Momente im Team, wenn man gemeinsam an einer kniffligen Frage sitzt und sie dann erfolgreich löst. Zum anderen der Blick auf das große Ganze: Wirtschaftsprüfer:innen schaffen Vertrauen in Kapitalmärkte. Wir sorgen dafür, dass Zahlen verlässlich sind – für Investoren, Mitarbeitende, ganze Volkswirtschaften. Das ist ein gesellschaftlicher Beitrag, der mich stolz macht.
Mir hat einmal jemand gesagt: „Wirtschafts- prüfer:innen sind die Elite der Wirtschaft.“ Das hat mich damals angespornt und heute darf ich feststellen, wie viel Wahres darin steckt. Nicht im Sinne von Abgehobenheit, sondern im Sinne von Anspruch, Verantwortung und Nähe zur Wirtschaft. Der Beruf genießt ein hohes Ansehen, weil unserem Urteil besonderes Vertrauen entgegengebracht wird. Dieses Vertrauen muss man sich jeden Tag neu verdienen.
Wenn ich sehe, wie viel ich jeden Tag lernen darf, wie ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln kann und wie viel Gestaltungsspielraum ich bei PwC habe, weiß ich: Ich bin genau da, wo ich sein möchte.

Häufige Fragen zum Einstieg in die Wirtschaftsprüfung bei PwC
Welche Fähigkeiten braucht man für den Einstieg in die Wirtschaftsprüfung?
Vivien Graeff zufolge sind Datenverständnis, Neugier und Lernbereitschaft heute besonders wichtig, weil sich Anwendungen schnell verändern. Betriebswirtschaftliches Verständnis, analytisches Denken, Kommunikationsstärke und Teamgeist bleiben unverzichtbar.
Verdrängt KI Jobs in der Wirtschaftsprüfung?
Nach Einschätzung von Graeff macht KI die Prüfung effizienter, weil Berufseinsteiger:innen weniger Zeit mit mechanischen Aufgaben verbringen. Bewerten, einordnen und verantworten müssen aber weiterhin Menschen.
Gibt es Praktika oder Werkstudentenjobs bei PwC, die einen Einstieg ermöglichen?
Graeff zufolge lohnt sich der Einstieg besonders, wenn man im Praktikum oder Werkstudentenjob merkt, dass der Blick in unterschiedliche Unternehmen mehr reizt als die Vertiefung in einen einzigen Betrieb. Alle Einstiegsmöglichkeiten und offenen Stellen findest du auf der PwC Karriere Seite.
Wie unterstützt PwC beim Wirtschaftsprüferexamen?
Graeff nennt Examensurlaub, ein Förderbudget, strukturierte Vorbereitungsprogramme und Kolleg:innen, die diese Phase selbst erlebt haben. Ihr Tipp: Das Examen nicht zu lange aufschieben, solange man noch im Lernmodus ist.