Kann ein Praktikum der Start einer echten Karriere sein? Grant Thornton bietet langfristige interne Entwicklungsmöglichkeiten – Kristina Lopez ist dafür ein konkreter Beleg.

Kristina Lopez ist Managerin im Bereich Audit & Assurance bei Grant Thornton. Sie hat dort als Praktikantin angefangen und alle Karrierestufen durchlaufen – bis hin zum Wirtschaftsprüferexamen. Im Interview spricht sie über ihren Weg, warum weibliche Vorbilder in der Branche so wichtig sind und gibt Tipps, welche Skills Young Talents für den Einstieg mitbringen sollten.
Was du wissen solltest
- Der Karrierestart: Kristina Lopez begann ihre Laufbahn bei Grant Thornton als Praktikantin und entwickelte sich über mehrere Karrierestufen zur Managerin.
- Die Entwicklung: Mit wachsender Erfahrung verschob sich ihr Aufgabenbereich stärker in Richtung Koordination und Führung. Als Managerin trägt sie Verantwortung für ihr Team und den gesamten Prüfungsprozess, prüft aber noch immer selbst.
- Das Erfolgsrezept: Wichtiger als Top-Noten sind Kommunikationsstärke, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit.
Kristina, wie hat sich Deine Rolle seit Deinem Start bei Grant Thornton
verändert?
Ich habe als Praktikantin angefangen und zunächst kleinere Aufgaben übernommen. Dennoch waren es wichtige Aufgaben, die auch Assistentinnen und Assistenten bearbeiten. Der größte Unterschied, den ich zur Managerin ziehen kann, ist die Rolle der Verantwortung. Im Praktikum war ich für meinen Aufgabenbereich verantwortlich. Aktuell trage ich Verantwortung für mein Team und den gesamten Prüfungsprozess.
Ein weiterer Unterschied ist, dass ich als Praktikantin und Assistentin sehr operativ gearbeitet habe. Mit jedem Karriereschritt wurde meine Arbeit weniger operativ und strategischer. Als Managerin bin ich in den gesamten Prüfungsprozess eingebunden, koordiniere Aufgaben und bin an der Erstellung von Testaten beteiligt.
Wie viel von Deiner Arbeit ist heute noch die eigentliche Prüfung, und wie viel ist Führung und Abstimmung im Team?
Die Vorstellung, dass man als Managerin gar nicht mehr prüft, würde ich gerne widerlegen. Der organisatorische Teil meiner Arbeit nimmt mittlerweile einen großen Raum ein. Dennoch prüfe ich weiterhin, weil es mir Freude bereitet und den Ursprung meines Fachgebiets bildet. Es gibt immer viele Veränderungen und ich möchte auf dem Laufenden bleiben. Aktuell arbeiten wir an einem größeren Mandat, bei dem ich auch operativ in die Prüfung eingebunden bin.
„Bei uns gibt es keine Ellbogen-Mentalität“
Was hat Dich auf Deinem Weg am meisten motiviert, den nächsten Schritt zu gehen?
Das Arbeitsumfeld: Ich empfinde dieses bei Grant Thornton als sehr angenehm. Besonders schätze ich, dass es hier keine Ellbogen-Mentalität gibt – im Gegenteil, das Miteinander ist von Harmonie und gegenseitiger Unterstützung geprägt. Von meinen Kolleginnen und Kollegen kann ich mir vieles abschauen und kontinuierlich dazulernen. Es hilft mir sehr, dass sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen offen mit uns Jüngeren teilen. Auch die regelmäßigen Feedbackrunden empfinde ich als äußerst wertvoll und unterstützend.
Manager und Partner haben – bevor ich an mich selbst glaubte – in mir schon das Potenzial für eine Wirtschaftsprüferin gesehen. Ich hatte mich immer dafür interessiert und es machte mir Spaß, doch ich habe den Weg nicht so konkret geplant. Ihr positives Feedback hat mich sehr motiviert, diesen Weg zu gehen.
Und was begeistert Dich konkret an der Arbeit in der Wirtschaftsprüfung?
Mir macht es sehr viel Freude, mit Menschen zusammenzuarbeiten, sei es mit meinem Team oder mit Kolleginnen und Kollegen. Ich finde die Wirtschaftsprüfung spannend – ich lerne immer etwas Neues. Wir arbeiten derzeit an Sonderfällen und mir macht es Spaß, mich mit neuen Herausforderungen beschäftigen zu können. Viele denken, Wirtschaftsprüfung sei eintönig, aber das ist überhaupt nicht so – es ist sehr vielseitig.
Künstliche Intelligenz verändert gerade viele Arbeitsschritte in der Prüfung. Wo spürst Du das am deutlichsten?
Ich glaube nicht, dass unser Berufsfeld irgendwann nicht mehr existieren wird. KI vereinfacht vieles, vor allem bei repetitiven Aufgaben. Wir haben beispielsweise ein integriertes KI-Programm, das wir für die Bearbeitung von Checklisten bei Anhängen und Lageberichten nutzen. Für eine gewisse Formulierungsqualität nutze ich die KI ebenfalls gerne. Dennoch appelliere ich daran, dass wir der KI nicht blind vertrauen dürfen.
Deine Branche gilt vor allem in Führungspositionen vielerorts noch als Männerdomäne. Wie nimmst Du die Kultur bei Grant Thornton wahr?
Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass der Großteil der Wirtschaftsprüfer nach wie vor männlich und älteren Jahrgangs ist. In unserem Team in meinem Bereich ist der Anteil an Frauen erfreulich hoch. Besonders motivierend fand ich es, Kolleginnen zu erleben, die ihren Beruf erfolgreich ausüben – und das auch mit Kindern. Ihr Beispiel hat mir gezeigt: Karriere und Familie lassen sich miteinander vereinbaren. Die Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie haben dazu beigetragen, dass flexibles Arbeiten, zum Beispiel im Homeoffice, inzwischen häufiger möglich ist und man nicht immer bei Mandanten vor Ort sein muss.
Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten, aber bei Grant Thornton habe ich immer Unterstützung bekommen. Ich hatte nie das Gefühl, anders behandelt zu werden – weder weil ich eine Frau bin, noch wegen meines Alters oder der Möglichkeit, irgendwann eine Familie zu gründen.
Wir haben ein Frauennetzwerk, in dem wir uns über Themen austauschen, die eher Frauen betreffen – etwa wie man Frauen fördern kann, welche Schulungsangebote sie brauchen, oder Themen wie Mutterschutz und Elternzeit.
Was hat sich für Dich verändert, seit Du Verantwortung für die Entwicklung anderer trägst – und wie wirst Du dabei unterstützt?
Führung zu übernehmen ist eine große Verantwortung, denn es geht darum, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten. Dabei ist es wichtig, Stärken zu erkennen und gezielt zu fördern, aber auch Schwächen zu akzeptieren. Meine Motivation als Führungskraft ist es, die Unterstützung zu bieten, die ich mir selbst früher manchmal gewünscht hätte. Ich bin überzeugt, dass man nicht von heute auf morgen zur Führungskraft wird, sondern in diese Rolle hineinwächst. Mir ist bewusst, dass fachliche Exzellenz allein nicht ausreicht – als Führungskraft sind andere Kompetenzen gefragt. Daran arbeite ich kontinuierlich.
Bei Grant Thornton werden verschiedene Leadership-Programme angeboten. In diesem Jahr habe ich an einer Schulung teilgenommen, die sich mit Kommunikation und Feedback beschäftigt hat. Gerade das Geben von kritischem Feedback fällt mir nicht immer leicht, aber durch gezielte Weiterbildungen kann ich mich auch in diesem Bereich weiterentwickeln. Darüber hinaus gibt es internationale Programme, die den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern ermöglichen.
„In unserem Beruf wird viel kommuniziert, deshalb sind soziale Kompetenzen so wichtig“
Was ist Deiner Ansicht nach am wichtigsten in Deinem Beruf, um in ihm glücklich und erfolgreich zu werden?
Soziale und persönliche Kompetenzen sind für mich entscheidend. Wir haben einen Beruf, in dem wir viel kommunizieren. Man sollte offen sein und gerne mit anderen zusammenarbeiten, aber man muss kein extrovertierter Mensch sein – das bin ich auch nicht.
In Vorstellungsgesprächen achte ich vor allem auf das Menschliche: Passt die Person ins Team? Teamfähigkeit ist für mich entscheidend, denn eine Prüfung ist immer eine Teamleistung. Wenn jemand nur auf sich bedacht ist, passt das bei uns nicht.Bei Grant Thornton schätze ich besonders das Arbeitsumfeld: Niemand sticht heraus oder stellt sich besser. Natürlich ist Prüfung stressig, das will ich nicht unter den Teppich kehren, aber es wird darauf geachtet, dass niemand ausbrennt. Für unser Team steht an erster Stelle, dass wir uns gut verstehen – und dass wir auch mal zusammen essen oder trinken gehen.
Was würdest Du Studierenden heute raten, die sich für die Wirtschaftsprüfung interessieren, aber noch am Anfang ihres Studiums stehen?
Neugierig bleiben. Fachlich würde ich sagen: Buchhaltung ist wirklich wichtig, wichtiger, als man denkt. Ich hatte einen Professor, der gesagt hat, Buchhaltung sei das Handwerkszeug – damals habe ich das nicht verstanden, aber heute sehe ich es. Es ist nicht das Einzige, was man braucht, aber eine wichtige Grundlage.
Darüber hinaus: Bleibt offen. Wirtschaftsprüfung ist Buchhaltung und Bilanzierung, aber auch viel mehr. Einfach ein offenes Auge für wirtschaftliche Themen haben und begeistert bleiben.
Häufige Fragen zum Bereich Audit & Assurance bei Grant Thornton
Welche Fähigkeiten sind für den Einstieg im Audit & Assurance wichtig?
Kristina Lopez zufolge sind Buchhaltungskenntnisse wichtig. Außerdem sollten Student:innen offen, neugierig und an wirtschaftlichen Themen interessiert sein.
Kann aus einem Praktikum bei Grant Thornton eine langfristige Karriere entstehen?
Die Interviewpartnerin Kristina Lopez ist dafür ein konkretes Beispiel: Sie startete als Praktikantin und entwickelte sich bei Grant Thornton über mehrere Karrierestufen bis ins Management.
Verdrängt KI Jobs in der Wirtschaftsprüfung?
Nach Einschätzung von Lopez übernimmt KI vor allem repetitive Aufgaben, unterstützt etwa bei Checklisten oder Formulierungen und verändert damit die Arbeit – macht Wirtschaftsprüfer:innen aber nicht überflüssig.
Welche Praktika und Einstiegsmöglichkeiten bietet Grant Thornton aktuell?
Grant Thornton bietet verschiedene Praktika und Einstiegsmöglichkeiten in unterschiedlichen Fachbereichen. Mehr zu Profil, Karriere und offenen Stellen findest du auf der Grant Thornton Karriere Seite.