Steuerberatung statt WP?

WP-FAQ: Warum sollten Absolvent:innen eine Karriere in der Steuerberatung gegenüber einer in der Wirtschaftsprüfung bevorzugen? Univ.-Prof. Dr. Thomas Egner, Lehrstuhlinhaber für betriebliche Steuerlehre an der Universität Bamberg, plädiert für eine Karriere als Steuerberater:

„Der steuerberatende Beruf ist anspruchsvoll und vor allem vielfältig. Es gilt die Mandantschaft in allen betrieblichen und privaten Bereichen steuerlich zu beraten (Vorbehaltsaufgaben), häufig auch noch darüber hinaus im Rahmen der vereinbaren Tätigkeiten. Man lernt somit den Mandanten in seiner Gesamtheit kennen.

Gerade die Digitalisierung hat dazu geführt, dass sich die Qualität und das Niveau der Beratungstätigkeit noch einmal deutlich gesteigert haben, weil die Berufsträgerin bzw. der Berufsträger von Routinetätigkeiten entlastet wird. Darüber hinaus eröffnen sich im Rahmen der vereinbaren Tätigkeiten weitere attraktive Beratungsfelder, die häufig etwas allgemein als Betriebswirtschaftliche Beratung beschrieben werden, im Einzelnen aber bis zum individuellen Coaching der Mandantschaft reichen können. Die Zukunftsperspektiven sind vor diesem Hintergrund also hervorragend.

Prof. Dr. Thomas Egner

Univ.-Prof. Dr. Thomas Egner, Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Betriebliche Steuerlehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Aufgrund der Komplexität der Themen sind interdisziplinäre Teams – insbesondere bei internationalen Fragestellungen – in der Steuerberatung die Regel und nicht die Ausnahme. Gerade in den aktuell unruhigen Zeiten ist die Optimierung der internationalen Präsenz von Unternehmen, aber auch des privaten Umfelds, eine umfassende Aufgabe. Hier reicht regelmäßig nicht mehr die Beratung aus nationaler Sicht, sondern beinhaltet die Wechselwirkungen der jeweiligen internationalen Steuerregelungen.

Die genannten Aspekte zeigen bereits die Dimensionen der aktuellen Berufsstandentwicklung mit der Digitalisierung, der Internationalisierung und der Interdisziplinarität. Nicht zu vergessen ist dabei, dass das steuerliche Umfeld durch den Gesetzgeber, die Finanzverwaltung und die Rechtsprechung stets in Bewegung ist. Studierende müssen insofern flexibel, geistig beweglich und stets neugierig sein, um die Mandantschaft auf neuen Wegen zum Ziel zu führen.“

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