Gründerszene – Aus der Hochschule heraus gründen

An den Hochschulen hat sich eine veritable Gründerszene entwickelt. Wir stellen ­spannende Projekte und ihre Gründerteams vor.

Audory – ENTSCHEIDE, WIE’s WEITERGEHT

GründerszeneEines Tages fiel dem Spieleentwickler Max auf, dass es kaum Games für blinde Menschen gibt. Daran wollte er etwas ändern und entwickelte seinen ersten Prototypen für auditive Rätselspiele. Daraus entstanden ist audory, die Plattform für interaktive Hörbücher. Bei einem interaktiven Hörbuch hört man einen Teil der Geschichte und bekommt anschließend eine Frage gestellt. Abhängig von der Antwort geht die Geschichte anders weiter. So hören alle Hörer:innen ihren individuellen Weg. Auf der Plattform gibt es auf der einen Seite einen Editor für Autor:innen, mit dem sie kostenlos interaktive Geschichten schreiben können und mit einer Sprecherdatenbank bei der Vertonung unterstützt werden. Nach der Veröffentlichung können Hörer:innen auf der anderen Seite über die App diese interaktiven Hörbücher kaufen, herunterladen und überall hören. Damit möchte das Team Autor:innen und anderen Kreativen die Möglichkeit geben, mitreißende Geschichten zu schreiben und mit neuen Technologien von ihrer Arbeit leben zu können.

ZERo bullshit UND DIE BETTER CRACKER

GründerszeneRund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel wird weggeworfen. Das passiert nicht nur in unserem Haushalt, sondern auch bei der Verarbeitung von Lebensmitteln. So bleiben jedes Jahr tonnenweise einwandfreie und nährstoffreiche Ressourcen ungenutzt. Gleichzeitig nehmen ernährungsbedingte Krankheiten und Fehlernährung immer weiter zu. Sandra, Lisa und Pascal, drei Doktoranden der Lebensmitteltechnologie an der Universität Hohenheim, sagen: Schluss mit dem Bullshit. In ihrem Better Cracker verarbeiten sie upgecycelte Bio-Rohstoffe, die bei der Produktion von anderen Lebensmitteln als Abfallprodukt anfallen, aber reich an Ballaststoffen und Proteinen sind. So schafft Zero Bullshit einen Snack, der nicht nur gut für dich, sondern auch für die Umwelt ist.

Recrewt – MATCHING FÜR AZUBIS

GründerszenePasst diese Ausbildung eigentlich zu mir? Diese Frage hat Bianca, Co-Gründerin von RECREWT, bei ihrer Arbeit an einer Wirtschaftsschule sehr oft gehört, während sie ihre Schüler:innen bei der Berufsorientierung begleitet hat. Einen so individuellen Prozess, der eigentlich intensive persönliche Beratung braucht, mit keinem digitalen Tool unterstützen zu können, hat Bianca frustriert. So war die Idee für RECREWT geboren, die sie gemeinsam mit Verena, Fabian und Philipp (Bild) und der Unterstützung der HAW Landshut umgesetzt hat. RECREWT ist eine intelligente Matching-Plattform für angehende Azubis und Ausbildungsbetriebe, die Schüler:innen einen individuellen und branchenübergreifenden Überblick über ausgeschriebene Lehrstellen in ihrer Nähe bietet. Statt langweiliger Infos aus der Stellenanzeige wird den Kids mithilfe von KI und selbstlernenden Algorithmen aufgeschlüsselt, warum ein Betrieb und eine Lehrstelle perfekt zu ihnen passen. Das Ziel: Jugendlichen mehr Reflektion und Weitsicht bei der Berufswahl ermöglichen und Ausbildungsbetrieben qualitative Sichtbarkeit und den besten Nachwuchs vermitteln.

Raketenstart – DIE DIGITALE RECHTSBERATUNG

GründerszeneGründungsaffine müssen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen einige Hürden nehmen. An Begeisterung mangelt es meist nicht, dafür oft an rechtlichem Know-how. Diese Marktlücke hat Madeleine (Bild) erkannt, als ein befreundeter Gründer sie während ihres Jurastudiums an der Universität Bonn um Rat fragte. Schnell war ihr klar: Eine digitale Lösung muss her, um den Zugang zu Recht für Laien einfacher zu machen. Mit Raketenstart gründete Madeleine eine digitale Rechtsberatung für Start-ups, Selbstständige und Unternehmer, die konservative juristische Ansätze neu denkt, mit modernen Kommunikationsmedien verbindet und sie somit auch für Nicht-Juristen verständlich macht.

COnntect – VISITENKARTE MIT NFC-CHIP

Gründerszene

Eine weitere praktische Lösung für angehende Gründer:innen entwickelt Conntect. Das Unternehmen will die klassische Visitenkarte erstetzen und dabei helfen, Networking nachhaltig zu gestalten.

Dass sie zusammen gründen wollen, war Ali und Adrian früh klar. Deshalb nahmen die beiden Kommilitonen am Gründungsprogramm ihrer Universität, der Europa-Universität Viadrina, teil, und merkten dort, wie wichtig ein gutes Netzwerk an Unterstützer:innen und Geschäftskontakten ist. Sie tauschten mit anderen Entrepreneur:innen Ideen, Ansichten – und jede Menge Visitenkarten aus. Bald schon wussten sie nicht mehr, wohin damit, und waren genervt von dieser wenig nachhaltigen Tradition. So kam ihnen die zündende Idee: Mit der ConntectCard wollen sie einen neuen, nachhaltigeren und vor allem innovativeren Impuls des persönlichen Netzwerkens setzen. Gemeinsam mit Ben, der sich um die Software hinter Conntect kümmert, entwickelten sie die digitale Visitenkarte. Kern der ConntectCard sind ein eingebauter NFC-Chip und die ConntectCloud, ein speziell fürs Netzwerken entwickeltes Online-Profil. Sobald die ConntectCard ein Smartphone berührt, erkennt dieses den verbauten NFC-Chip und öffnet sofort die persönliche ConntectCloud. In dieser können alle Informationen hinterlegt werden, die ein neuer Kontakt sonst via Visitenkarte erhalten hätte: Kontaktinformationen, Zahlungsdaten, Terminvergaben, Dokumente und vieles mehr. Der Empfänger kann nun direkt per Link auf alles zugreifen oder aber den Kontakt mit nur einem Klick in sein Telefonbuch übertragen lassen. Das spart nicht nur das lästige Abtippen ins Smartphone, sondern noch dazu sehr viel Papier, und bringt kontaktfreudige Menschen praktischer und nachhaltiger zusammen.

In der Rubrik Female Leadership findest du mehr zu interessanten weiblichen Führungspersönlichkeiten

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