Karriere@KPMG: Als Consultant in der Private-Equity-Branche durchstarten

Tim ist seit 2021 Teil des Teams Deal Advisory bei KPMG in Frankfurt am Main. Während seines BWL-Studiums hat er mehrere Praktika absolviert, u. a. in den Bereichen Assurance, Mergers & Acquisitions (M&A), Transaction Services sowie im Investment Banking bei einer deutschen Großbank. Nach seinem bestandenen Master in BWL an der Universität Mannheim ist er ohne Umwege bei KPMG als Consultant eingestiegen und unterstützt nun Private-Equity-Kunden in den Bereichen Transaction Services, M&A, Valuation, Strategy und Restructuring. Dabei identifiziert er unter anderem Werttreiber und Dealbreaker sowie Red Flags im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen. Welche spannenden Aufgaben bei KPMG im Bereich Private Equity auf Dich als Consultant warten und was für Fähigkeiten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen sollten, erzählt er hier im Interview.

Tim, Du bist Consultant in der Private-Equity-Branche. Was bedeutet das eigentlich?
Private Equity bezieht sich auf Investmentgesellschaften, die Fonds für ihre Investoren auflegen und verwalten. Im Rahmen der Wertschöpfung für ihre Investoren gehen Private-Equity-Gesellschaften größtenteils Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen ein. In den meisten Fällen sind diese Unternehmen in Privatbesitz. In letzter Zeit zeichnet sich jedoch ein zunehmender Trend zu Public-to-Private-Transaktionen ab, mit der Absicht, Unternehmen durch öffentliche Übernahmeangebote von der Börse zu nehmen.

Mein Bereich Transaction Services unterstützt Private-Equity-Kunden sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite bei bevorstehenden Transaktionen. Wir beraten bei der Identifizierung von Werttreibern und Dealbreakern sowie Red Flags in Bezug auf Finanzthemen. Werttreiber können zum Beispiel in der erwarteten Entwicklung spezifischer Segmente oder Produkte liegen. Beispiele für potenzielle Dealbreaker und Red Flags wären eine unerwartet schlechte Cash Conversion oder signifikante (nicht bilanzierte) finanzielle Verpflichtungen.

Was ist das Besondere an der Private-Equity-Branche?
Die Zusammenarbeit mit Private-Equity-Kunden ist oft sehr dynamisch, besonders bei größeren Transaktionen ab einem Wert von ungefähr 500 Millionen bis mehrere Milliarden Euro, bei denen man die weltweit führenden Private-Equity-Gesellschaften berät. Aufgrund der Größe der Deals begegnet man hier in der Regel neben den gewohnt hohen Ansprüchen vor allem einem strafferen Zeitrahmen. Hier ist Zeitmanagement gefragt!

Es ist aber insbesondere ein Umfeld, in dem man in relativ kurzer Zeit sehr viel sehen und lernen kann – beispielsweise fundamental verschiedene Geschäftsmodelle: vom Projektgeschäft, das die kundenspezifische Entwicklung und anschließende Produktion medizinischer Geräte umfasst, bis hin zur standardisierten industriellen Herstellung von Baumaterialien aus Rohstoffen. Darüber hinaus entwickelt man auch ein Verständnis für die Funktionsweise von Private-Equity-Gesellschaften sowie deren Fokusthemen bei Investments. Im Fokus sind oftmals Themen, die im Zusammenhang mit der Cash-Generierung des Geschäfts stehen, beispielsweise das Wachstum, die Margen oder notwendige Investitionen. Man erhält aber auch interessante Einblicke in sehr spezifische Themen, wie beispielsweise in die Details von IFRS 15 (International Financial Reporting Standard 15). Das ist ein Umsatzrealisierungsstandard, der die Bilanzierung von Erlösen aus Kundenverträgen regelt. In der Private-Equity-Branche kann man im Laufe der Zeit viele verschiedene Sektoren kennenlernen, egal ob Software, Healthcare, Verkehrstechnik oder andere.

Tim Teuchert ist seit 2021 Teil des Teams Deal Advisory bei KPMG in Frankfurt am Main.

Beschreibe Deinen Arbeitsalltag.
Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht, jeder Tag sieht bei uns anders aus. Da wir an bevorstehenden M&A-Transaktionen mit oftmals engen Zeitplänen arbeiten, findet unsere Tätigkeit in einem dynamischen Umfeld statt. Je nach Projekt ist unsere Arbeit durch das Sichten erhaltener Daten, deren Analyse sowie der prägnanten Zusammenfassung in unseren Reports geprägt. Besonders gefällt mir die Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern unseres Private-Equity-Teams. Neben unseren Projekten mit Mandanten bearbeiten wir diverse interne Themen. Dazu zählen u. a. die Beobachtung und Analyse des derzeitigen Marktumfelds sowie das Tracking einer Pipeline an bevorstehenden Deals, die Auswertung unserer internen finanziellen Performance, unsere Außendarstellung beispielsweise durch unsere Website sowie auch Recruitingthemen. 

Benötigst Du in Deinem Job Skills, von denen Du im Studium nicht gedacht hättest, dass Du sie brauchst?
Ein unerwarteter Skill besteht im genauen Zuhören. Im Rahmen unserer Projekte haben wir auf Käuferseite Expert Sessions mit dem Target-Unternehmen, das übernommen werden soll. Dabei können wir unsere Fragen direkt an das Management stellen. Hierbei kann aufmerksames Zuhören zu wichtigen Schlüssen für unsere Due Diligence, also die Prüfung auf relevante rechtliche, finanzielle, wirtschaftliche oder steuerliche Verhältnisse, führen. Denn in manchen Fällen verrät das Management interessante Details nur zwischen den Zeilen. Umso wichtiger ist es deshalb, sehr genau hinzuhören, sich Notizen zu machen und im Zweifel nochmal eine Rückfrage zu stellen, um auf eventuelle Dealbreaker zu stoßen, die bisher keine große Aufmerksamkeit erhalten hatten.


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An welchen spannenden Projekten arbeitest Du gerade?
Derzeit bin ich Teil von zwei verschiedenen M&A Deals. Bei einem Projekt arbeiten wir auf der Verkäuferseite für eine Private-Equity-Gesellschaft, die eines ihrer Portfoliounternehmen verkaufen möchte. Im Rahmen dessen erstellen wir ein Financial Fact Book mit diversen Finanzanalysen und

-informationen zum Target-Unternehmen, welches anschließend den Bietern im Verkaufsprozess zur Verfügung gestellt wird. Wir gestalten also quasi das Aushängeschild oder das Schaufenster für den Verkauf. Da die Produktmärkte des Kunden in den unterschiedlichen Ländern recht heterogen sind, war hier besonders die Analyse der Preis- und Volumenentwicklungen herausfordernd. Durch sehr enge Zusammenarbeit mit dem Management des Kunden konnten wir die Entwicklungen jedoch entwirren und durch unsere Analysen verständlich darstellen.

Bei einem anderen Projekt wurden wir von einem Private-Equity-Kunden für eine käuferseitige Financial Due Diligence mandatiert. Unser Kunde hat Interesse an einem börsengelisteten Unternehmen, welches wir im Rahmen unseres Projekts aus finanzieller Sicht analysieren. Hier liegt die Herausforderung in der zunächst begrenzten Granularität der Daten, die uns vom Target-Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden, da das Unternehmen börsengelistet ist. Entsprechend mussten wir unsere angedachten Analysen an die limitierte Datenlage anpassen.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit in eurem Team?
Die Zusammenarbeit im Team lief bisher immer reibungslos. Besonders die Arbeit über Landes- und Fachgrenzen hinweg macht Projekte spannend. Im ersten Projekt, von dem ich sprach, arbeiten wir beispielsweise mit einem Team aus Großbritannien und der Schweiz zusammen. Insgesamt ist das Miteinander im Team sehr kollegial und stets auf Augenhöhe.

Welche Einblicke kannst Du in den Bewerbungsprozess geben?
Der Ablauf meines Bewerbungsprozesses war ziemlich unkompliziert. Nach Abgabe meiner Bewerbung im Onlineportal habe ich kurze Zeit später bereits eine Einladung zum Interview erhalten. Die Gespräche stellten insgesamt einen sehr angenehmen persönlichen und fachlichen Austausch dar. Vorbereiten sollten sich Bewerberinnen und Bewerber im Bereich Transaction Services auf Fragestellungen, die im Rahmen einer Financial Due Diligence relevant sind, beispielsweise zu Net Debt, EBITDA Adjustments oder Kaufpreismechanismen. Abgesehen von fachlichen Fragen spielt die persönliche Ebene ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Natürlich hilft es, wenn man schon im Gespräch zeigen kann, dass man aufmerksam zuhören kann, überzeugende Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten hat und sich mit seinen persönlichen Stärken gut ins Team einbringen kann. Auslandserfahrungen durch das Studium oder durch Praktika sind kein Muss, können ein Profil aber natürlich spannend machen.

Welchen Tipp hast Du für Bewerberinnen und Bewerber, die in Deinem Bereich einsteigen wollen?
Bewerberinnen und Bewerber im Bereich Transaction Services sollten ein grundsätzliches Interesse an M&A Deals sowie Spaß an Accounting- und Financethemen haben. Gerne gesehen wird deshalb Vorerfahrung durch Praktika in ähnlichen Bereichen. Empfehlen kann ich Bewerberinnen und Bewerbern, sich mit konkreten Inhalten einer Financial Due Diligence auseinanderzusetzen, die u. a. die historische und geplante Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Analyse der Bilanz und der Cash Flows umfasst. Man sollte also fit sein im Umgang mit Jahresabschlüssen von Unternehmen. Im Gespräch solltet ihr einfach ihr selbst sein und locker bleiben. Vor nicht allzu langer Zeit bin ich ebenfalls in einer ähnlichen Situation gewesen. Deshalb sollten Bewerberinnen und Bewerber auch keine Scheu haben, ihre Fragen zu stellen. Schließlich muss es von beiden Seiten passen.


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