Als „Schnittstelle“ die Key Player verknüpfen

Nicht alle Informatiker in der Wirtschaftsprüfung programmieren den lieben langen Tag: Die Aufgaben der internen IT in einem Prüfungs- und Beratungsunternehmen sind vielfältig. Ein Beispiel dafür sind die Projekte von Dajana Behrens – sie ist bei Deloitte in der Abteilung „Information Technology Services“ (ITS) tätig und baut aktuell unter anderem ein IT-übergreifendes Competence Center auf.

Frau Behrens, Sie sind bei Deloitte im Bereich Information Technology Services tätig. Welche Rolle und Aufgaben übernehmen Sie dort?
Ich bin Teil des Teams „Application Management“ und somit für die Administration, den Support und die Weiterentwicklung unserer Business Applikationen zuständig. Mein Schwerpunkt liegt auf unseren HR- und Talent-Applikationen, wie zum Beispiel unserem Bewerber- und Performance Management System. Darüber hinaus arbeite ich derzeit in unterschiedlichen Projekten zur Einführung neuer Systeme mit. Ich bilde dabei oftmals die Schnittstelle zwischen den Fachabteilungen und meinen Teamkollegen aus der IT.

talen Service haben Sie zuletzt mitentwickelt und könnten Sie uns dieses Beispiel näher vorstellen?
Derzeit arbeite ich an der Einführung eines neuen Performance- und Kompetenzmanagementsystems für Deloitte. Hierbei geht es darum, den globalen Ansatz mit den Anforderungen der deutschen Member Firm zu kombinieren und gleichzeitig ein System zu entwickeln, das für unsere Kollegen möglichst intuitiv im Tagesgeschäft genutzt werden kann.

Neben HR-spezifischen Projekten unterstütze ich auch in einzelnen Workstreams andere Projekte. Zum Beispiel kümmere ich mich um den Aufbau eines IT-übergreifenden Competence Centers zum bestmöglichen Anwendersupport einer komplexen Anwendung. Hierfür ist es wichtig, dass sowohl die in­haltlichen Experten und Prozessverantwortlichen aus anderen Teams als auch wir als „die IT“ eng miteinander zusammenarbeiten, um sämtliche Anfragen schnell zu lösen.

Wenn Sie sich ein Traumprojekt wünschen könnten, welches wäre das?
Mein Traumprojekt wäre eines, bei dem ich meine Hobbys oder privaten Interessen einbringen und mit meinen Kollegen teilen könnte. Beim Laufen und Radfahren tracke ich jeden Kilometer mit meiner Sportuhr und freue mich nachher, meine Fortschritte in der zugehörigen App zu verfolgen. Hieraus könnten sich Projekte entwickeln, die Teams in neuen Konstellationen spielerisch vor Herausforderungen stellt, um so Teamgeist und Innovationskraft zu stärken. An Themen zu arbeiten, die einem Spaß machen und bei de­nen man sich zudem gut auskennt, führt zu einer ganz besonderen Motivation.

Programmieren Sie aktiv?
Nein, ich betreue komplexe Lösungen eta­­blierter Softwarehersteller, die wir bei uns im Einsatz haben. Hier geht es darum, die für uns passende Konfiguration vorzunehmen und den zielführenden Einsatz der Tools sicherzustellen. Außerdem sehe ich es als Teil meiner Aufgaben, unsere Dienstleister auf mögliche Verbesserungen oder Fehler hinzuweisen, um die weitere Optimierung der Tools in unserem Sinne zu beeinflussen.


Unter dem Motto ALL IN fördert Deloitte Diversität, Inklusion und gleichen Karrierechancen


Die Digitalisierung ist mittlerweile ein sehr umfassender Prozess, der sich bis auf die Ebene der einzelnen Mitarbeiter jedes Unternehmens auswirkt. Wie hat es Ihre Arbeitsweise verändert?
Die offensichtlichste Veränderung durch die Digitalisierung ist die hohe Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und -ort. Diese ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit, wodurch ich in meiner täglichen Arbeit schneller und unkomplizierter zum Ziel komme.

Ich persönlich versuche zudem, nicht nur Ausdrucke zu vermeiden, sondern mache mir Notizen ausschließlich digital. So ha­be ich sie an jedem Arbeitsort und kann sie zudem direkt mit meinen Kollegen teilen. Nicht nur Notizen, sondern auch die Verfügbarkeit von Wissen im Allgemeinen wird durch die Digitalisierung vereinfacht. Wissensdatenbanken werden stets aktualisiert und vergrößert und führen zu schnellen Problemlösungen und einem langfristigen Wissensaufbau.

Intern gehen wir außerdem dazu über, geeignete Anwendungs­fälle für den Einsatz digitaler Roboter zur Prozessautomatisierung zu identifizieren und zu entwickeln. Dadurch zeigen sich einige weitere Einsatzgebiete zur Digitalisierung unserer internen Prozesse, die uns wiederum Zeit für andere Tätigkeiten verschaffen. Es ist sehr spannend, diesen Fortschritt mitzuerleben und gemeinsam mit meinen Kollegen voran treiben zu können.

Gibt es innerhalb von Deloitte eine dezidierte Förderung junger Talente, vielleicht sogar eine Mentorin für Frauen oder Frauennetzwerke?
Unsere globale Diversity-Strategie umfasst unter dem Motto ALL IN unterschiedliche Initiativen zur Förderung von Diversität, Inklusion sowie gleichen Arbeitsbedingungen und Karriere­chancen. Eine der Prioritäten in Deutschland liegt hierbei auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen.

Für mich persönlich beginnt die Förderung schon auf kleinerer Ebene in meiner täglichen Arbeit und in meinem Team. In regelmäßigen Gesprächen mit meiner Führungskraft ist die persönliche Weiterentwicklung ein wichtiges Thema, das offen angesprochen und langfristig angegangen wird. Deloitte befindet sich im ständigen Wandel und bietet dadurch viele Chancen – diese werden einem durch die Übertragung von Verantwortung und Freiheit bei der Mitgestaltung der Arbeit geboten. In der IT sind wir Frauen zudem gut vernetzt, gehen zum Beispiel regelmäßig gemeinsam Mittagessen und tauschen uns offen über verschiedene Themen aus.


Dajana Behrens, Deloitte, Informatiker in der WirtschaftsprüfungDajana Behrens schloss einen Bachelor in Wirtschaftspsychologie ab, absolvierte nach dem Berufseinstieg nebenberuflich ihren Master in IT-Management an der FOM Hochschule in Duisburg. Noch während des Master-Studiums stieg sie bei Deloitte ein und fokussierte sich zunächst auf die Einführung eines neuen Recruiting Systems, bevor sie intern in die IT wechselte.


Haben Sie einen persönlichen Karriere-Tipp, den Sie angehenden HochschulabsolventInnen mit auf den Weg geben würden, die in die IT einer Wirtschaftsprüfung einsteigen möchten?
Durch die Digitalisierung verändert sich derzeit in den meisten Unternehmen sehr viel und an nahezu jeder dieser Veränderungen ist die interne IT des Unternehmens unmittelbar beteiligt. Daher kann ich jeder Hochschulabsolventin im Allgemeinen empfehlen, sich auch interne Stellen anzuschauen, da es dort oft sehr spannende Positionen mit viel Weiterentwicklungs­chancen gibt. Es werden heutzutage nicht mehr ausschließlich Fachexperten gesucht. Eine moderne IT braucht heute Mitarbeiter, die über interdisziplinäres Wissen verfügen und die Abteilung mit anderen verknüpfen können. Kommunikation ist auch in der IT eine zentrale Fähigkeit, die man als Mitarbeiter mitbringen muss.

Besonders am Anfang erwartet zudem niemand, dass man schon alles hundertprozentig umsetzen kann. Gerade daher ist es besonders wichtig, aus den Erfahrungen anderer Kollegen zu lernen und nicht die Einstellung zu haben, dass man nach seinem Abschluss schon ausgelernt hat. Dieser Anspruch ist meiner Ansicht nach ohnehin komplett falsch. Wichtig und richtig ist es, immer dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Mutig sein und eigene Ideen – auch in bereits etablierte Teams und Arbeitsabläufe – einzubringen, ist mindestens genauso relevant.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag?
Ja, das war vor etwas mehr als drei Jahren. Ich war sehr aufgeregt, was mich erwarten würde, wie mein Team ist und ob ich überhaupt genug Wissen mitbringe. Diese Aufregung ist aber dann ganz schnell verflogen und nach kürzester Zeit kam es mir so vor, als wäre ich schon ewig dabei. Genauso ging es mir dann nochmal nach meinem Wechsel in die IT vor knapp zweieinhalb Jahren. Aber auch hier wurde ich herzlich aufgenommen und direkt als fester Bestandteil des Teams anerkannt.

Würden Sie InteressentInnen vorab ein Praktikum bei Deloitte empfehlen?
Besonders, wenn ich an meine eigene (Bachelor-)Studienzeit zurückdenke und mir in Erinnerung rufe, wie wenig man eigentlich als StudentIn über den späteren Berufsalltag weiß, kann ich das jedem nur empfehlen. Erst dadurch bekommt man ein genaues Bild der späteren Arbeit und kann sich zudem gezielt auf seinen Berufs­einstieg vorbereiten. Deloitte bietet Praktika ganzjährig und in nahezu allen Bereichen an, man wird direkt als Teammitglied aufgenommen und kann sich aktiv mit einbringen. Daher lege ich interessierten Studierenden sehr ans Herz, sich über unsere Praktika zu informieren. Bei Deloitte kann man sich dann mit anderen Praktikantinnen und Praktikanten vernetzen und nachher Kontakt zu unserem Talent Team halten.

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