Welche Chance bietet sich mir wo?

Start now – but where?

Nachdem wir schon über Frauen in Führungspositionen gesprochen haben, wollen wir euch nun an den Anfang einer jeden Karriere zurückbegleiten – denn Absolventinnen steigen natürlich nicht direkt als Geschäftsführerinnen ein. Wir haben für euch recherchiert, bei welchen Arbeitgebern sich besonders interessante Möglichkeiten für weibliche Führungsnachwuchskräfte bieten. Und was diese Unternehmen euch anbieten können.

Für Berufseinsteiger:innen ist es nicht immer einfach, den jeweiligen Stellenwert von Gender Diversity in unterschiedlichen Unternehmen zu vergleichen. Deswegen haben wir bei mehreren Arbeitgebern nachgefragt, wie hoch die Priorität des Themas intern hat.
Bei Mazars, einer der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, hat „Gender Diversity einen hohen Stellenwert und ist bei uns direkt am Management Board aufgehangen. Es gibt ein langfristig angelegtes Projekt, welches sich mit den Hindernissen und der Reduktion von diesen auseinandersetzt, da wir unsere Führungsebenen deutlich diverser aufstellen wollen.“ Dieses offensive Bekenntnis zu Diversität ist zeitgemäß und sollte Lust machen, sich mit Mazars näher zu beschäftigen.

Fresenius zeichnet ebenfalls ein inklusives Bild der Unternehmenskultur: „Fresenius achtet und fördert eine Kultur der Vielfalt – dies schließt die Geschlechtervielfalt ausdrücklich mit ein. Wir sind überzeugt: Erst das Zusammenspiel unter­- schiedlichster Sichtweisen, Meinungen, kultureller Prägungen, Erfahrungen und Werte ermöglicht es uns, die Potenziale auszuschöpfen, die uns erfolgreich machen.“

Viele Studien belegen, dass diverse Teams leistungsfähiger und innovativer sind. Deswegen ist es nicht überraschend, dass sich das Bekenntnis zu gemischten Teams immer weiter verbreitet. So auch beim Reifenhersteller Michelin: „Das Thema Diversity hat konzernweit einen sehr hohen Stellenwert und es wird permanent weiterentwickelt und ausgebaut. Darunter verstehen wir nicht nur gemischte Teams aus Männern und Frauen, jungen und älteren Mitarbeitenden oder aus verschiedenen Kulturen, sondern auch flexible Ar­- beitszeitmodelle. Vielfalt macht uns als Arbeitgeber attraktiver, wettbewerbsfähiger und innovativer.“

Neben solchen öffentlichen Bekenntnissen zu Diversität ist es für angehende Absolvent:innen wichtig zu wissen, welche Chancen solch moderne Unternehmen Berufs­ein­stei­ger:innen bieten: Welche Unterstützung erhalten junge Frauen beispielsweise bei einem Unternehmen wie dem Entwicklungsdienstleister ITK Engineering? Dort beantwortet man die Frage folgendermaßen: „Ein Pfeiler ist die fachliche und persönliche Förderung von Frauen verschiedener Fachrichtungen, Funktionsbereiche und Altersklassen. So steht ein speziell für Mitarbeiterinnen aufgesetztes Mentoring-Programm bereit. Neben individuellem Coaching mit Fach- und Führungskräften, unter anderem der Geschäftsführung, ist das standort- und abteilungsübergreifende Netz­werken und der fachliche so­wie persönliche Austausch ein zentraler Baustein. So unterstützt das Mentoring-Programm die individuelle Ent­wicklung der Frauen bei ITK und gibt wiederum Führungskräften die Möglichkeit, den Dialog mit ihnen zu suchen.“ Wenn alle Hierarchieebenen in ein solches Mentoring-Programm integriert werden, ist dies ein sehr positives Zeichen.

Wie interessante Maßnahmen für weibliche Einsteiger aussehen, zeigt der Triebwerkhersteller MTU aus München: „Beispiele für Absolventinnen wären etwa das JET-Traineeprogramm, attraktive Arbeitszeitmodelle und Vergütungspakete, mobiles Arbeiten in vielen Jobs, hohe Investitionen in die Mitarbeiter­entwicklung mit breiten Angeboten – darunter auch New Work-Themen, Förderung von Potenzialträgerinnen durch Development-Center und zielgruppengerechte Ent­wick- lungsprogramme. Außerdem haben wir ein Frauennetzwerk unter der Schirmherrschaft des Technikvorstands Lars Wagner und beteiligen uns an Mentoring-Programmen.“ Da fühlt man sich doch willkommen. Welche Aufstiegsmöglichkeiten man als Frau in einem Unternehmen hat, lässt sich auch daran ablesen, wie weiblich derzeit die Top-Führungsebene besetzt ist. In den für diese Ausgabe geführten Interviews mit Dr. Wiebke Ankersen von der AllBright Stiftung und Daniela Mündler vom Netzwerk Generation CEO gaben beide sehr eindringlich den Hinweis, sich bei der Wahl des Arbeitgebers immer auch anzuschauen, wie divers die Führungs­ebenen zusammengesetzt sind.

Bei der Recherche nach Top-Managerinnen stießen wir so auf IBM, die auf ihre weibliche Führung verweisen: „Wir sind stolz auf unsere bisherigen Erfolge. So leitete mit Ginni Rometty eine Frau als CEO acht Jahre lang das global aufgestellte Unternehmen, Patricia Neumann ist Generaldirektorin der IBM in Österreich und in Deutschland besetzen die Kolleginnen Agnes Heftberger, Nicole Reimer und Gabriele Schwarenthorer 50 Prozent der Positionen in der Geschäftsführung. Welt­- weit und regional sind zahlreiche Frauen in führenden Positionen vertreten, ebenso im Management sowie als Expertinnen in Fachfunktionen.“

Ebenso finden sich beim IT-Dienstleister Computacenter einige Role Models, die in einem eher männerdominierten Beruf eine tolle Karriere hinlegen: „An weiblichen Role Models haben wir vom (Ex)-Trainee bis zur erfahrenen Führungskraft einige zu bieten: Lara Kirchner ist Project Managerin. Sie hat ein Traineeprogramm im Project Management abgeschlossen und ist danach durchgestartet. Stefanie Bell leitet ein Team in einem sehr technischen Bereich – und dabei geht es nicht nur um Zahlen, Daten, Fakten, sondern vor allem auch um die Menschen. Linda Schneider ist Regionalmanagerin im Bereich Consulting und führt ein 17-köpfiges Team von Experten für Infrastruktur-Security.“ Einer der zentralen Punkte, der für alle Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeiten und Orte. Bei Fragen der Familienplanung spielt es eine wichtige Rolle, ob Arbeitgeber im Sinne eines modernen New Work-Verständnisses Mitarbeitern mehr Freiheiten gewähren.

Bei der HypoVereinsbank erhalten Mitarbei­ter:innen die Möglichkeit, die Lebensbereiche zu verbinden: „Wir unterstützen unsere Mitarbeiter:innen seit Jahren mit vielfältigen Maßnahmen, damit sie ihren Beruf mit dem Privat- und Familienleben gut vereinbaren können, wie zum Beispiel Teilzeit-Angeboten, Sabbatical, Kinderbetreuung und so weiter. Diese Möglichkeiten stehen Frauen und Männern offen.“

Auch der internationale IT-Dienstleister Materna bietet entsprechende Optionen, um Familie und Beruf vereinbar zu machen: „Wir haben ein sehr flexibles Teilzeit-Modell, um nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen zu können. Darüber hinaus sind mobiles Arbeiten beziehungsweise die Arbeit aus dem Homeoffice betrieblich geregelt und auch sehr verbreitet. Wie gut dies auch für alle Mitarbeitenden funktioniert, hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie noch einmal gezeigt. In den Ferien bieten wir ein Kids Feriencamp für Materna-Mitarbeiter-Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren an. Zum Sommerfest ist die ganze Familie eingeladen. Da toben dann schon einmal mehrere Hundert Kinder in der Event-Location, wie zuletzt in der Freizeitanlage des hiesigen Sportvereins.“ Wer also ein familienfreundliches Unternehmen sucht, ist dort richtig.

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